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Den Studienpreis erhielt Wolfgang Wieser (l.) aus den Händen des ehemaligen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (r.).

Für Weltneuheit: Wolfgang Wieser erhielt deutschen Studienpreis

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Dr. Wolfgang Wieser aus Penzberg gehört zu den zehn besten deutschen Nachwuchswissenschaftlern. Der Diplom-Physiker erhielt von der Körber-Stiftung den deutschen Studienpreis.

Penzberg - Der Penzberger Dr. Wolfgang Wieser (37) ist von der Körber-Stiftung mit dem deutschen Studienpreis ausgezeichnet worden, der an die zehn besten Nachwuchswissenschaftler in Deutschland geht. Er erhielt den zweiten Preis in Natur- und Technikwissenschaften. Prämiert wurde mit dem Preis eine Weltneuheit, die in der Medizin bessere Diagnosen bei Herzerkrankungen ermöglicht oder Eingriffe an Auge und Hirn sicherer macht. Dabei handelt es sich um ein „Echtzeit-3D-fähiges OCT-Mikroskop“, das Wieser im Rahmen seiner Promotion entwickelte. Die Körber-Stiftung spricht von einer „Revolution“. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung überreichte ihm der frühere Bundestagspräsident und Schirmherr Norbert Lammert.

Dass Wolfgang Wieser großes Forschertalent besitzt, zeichnete sich schon in seiner Jugend ab. Als Schüler holte er im Bundeswettbewerb für Mathematik einen zweiten Preis. In Informatik wurde der Gymnasiast sogar Bundessieger. Im Jahr 2000 machte er sein Abitur in Penzberg mit einer glatten 1,0. Nach der Schule studierte Wolfgang Wieser von 2001 bis 2006 Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und als Gast an der „Ecole polytechnique fédérale de Lausanne“ in der Schweiz. Danach promovierte er und entwickelte parallel eine Reihe von elektronischen Geräten und Software-Anwendungen. Seit 2013 ist Wolfgang Wieser Geschäftsführer der „OptoRes GmbH“ in München, wo er auch lebt.

Natürlich fühlt sich Wolfgang Wieser nun geehrt durch den Studienpreis, den die Körber-Stiftung nicht nur für fachwissenschaftliche Exzellenz, sondern für gesellschaftlich bedeutende Forschungsbeiträge verleiht. Die Stiftung würdigt damit Wiesers 3D-Bildgebungsverfahren, das dreidimensionale, hochauflösende Aufnahmen in Echtzeit ermögliche – quasi ein 3D- Film, mit dem ein Chirurg seinen Eingriff auf dem Bildschirm verfolgen kann.

OCT steht laut Wolfgang Wieser für „optische Kohärenztomographie“. Sie erlaube es, „tomographische Bilder von der inneren Struktur von Objekten anzufertigen, mit Mikrometer-Auflösung und ganz schonend ohne ionisierende Strahlung“. Diese Tomographie ist in der Öffentlichkeit weniger bekannt als Computertomografie oder Ultraschall. Sie wird bei der Kontrolle der Netzhaut im Auge, von Blutgefäßen oder der Speiseröhre angewandt.

Ihm sei es nun gelungen, so Wieser, die Geschwindigkeit um das Hundertfache zu steigern und sämtliche Verarbeitungsschritte in Echtzeit umzusetzen. Möglich sei dies durch eine neue Art von Laser, eine Steigerung der Geschwindigkeit von Lichtquelle, Fotosensor, Treiber-Elektronik und Datenerfassung und durch eine eigens entwickelte Software. Das Gerät können ohne Unschärfe hochauflösende 3D-Bilder zwischen zwei Herzschlägen erstellen. Dies erlaube deutlich bessere Diagnosen bei Gefäßverengungen und -ablagerungen, die zu den Hauptursachen von Herzinfarkten zählen. Auf großes Interesse, so Wieser, stoße die Anwendung als Echtzeit-3D-Operationsmikroskop auch für Eingriffe an Auge und Hirn. Selbst außerhalb der Medizin gebe es Anwendungsmöglichkeiten: zur Kontrolle von Nähten beim Laserschweißen.

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