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Schrebergarten-Idylle: Die Stadt toleriert praktisch die Nutzung in der Breitfilz-Anlage.

Gartenparzellen im Breitfilz  

Gartenparzellen im Breitfilz: Stadt toleriert Nutzung „zwangsläufig“

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Nach wie vor herrscht in der Penzberger Breitfilz-Anlage ein Verbot für die Nutzung der rund 300 Gartenparzellen. Seit einem halben Jahr ist es in Kraft. Und es wird sicher noch bis nächstes Jahr dauern. Besonders streng wird das Verbot jedoch nicht gehandhabt – zwangsläufig.

Penzberg – Eigentlich ist der Sommer eine schöne Zeit, um seinen Schrebergarten zu genießen. Allerdings gilt seit Februar faktisch ein Nutzungsverbot für die Penzberger Kleingartenanlage im Breitfilz. Das Landratsamt hatte damals der Stadt Penzberg verboten, die zum Jahresende gekündigten Pachtverträge neu abzuschließen, solange zum Beispiel der Brandschutz nicht geregelt ist. Die Kleingärtner stehen seither ohne Pachtverträge da.

Verwaist ist die Breitfilz-Anlage deshalb aber nicht. Es bestehe lediglich ein Verpachtu

ngsverbot, aber kein Betretungsverbot für das Breitfilz-Gebiet, stellt Stadtkämmerer Hans Blank klar, dessen Rathaus-Abteilung auch für die städtischen Liegenschaften zuständig ist. Das heißt in der Praxis: Das Gebiet darf betreten werden, Spaziergänge seien zum Beispiel erlaubt, die Pächter dürfen die Parzellen nur nicht nutzen, so Blank.

Besonders streng wird aber auch das nicht gehandhabt. Da und dort sind Beete angelegt und der Rasen gemäht. Es muss gegossen werden. Tiere sind zu verpflegen. Man könne sie ja nicht einfach verhungern lassen, sagt ein Mann. Dem Rathaus ist das bewusst. „Der Verwaltung ist bekannt, dass dennoch ein Teil der Parzellen genutzt wird“, erklärt Blank. Dies sei auch zwangsläufig notwendig, um dort die untergebrachten Tiere zu versorgen. Blank räumt ein, dass die Verwaltung gar nicht über das Personal verfügt, regelmäßig zu kontrollieren. Deshalb werde die Nutzung der Parzellen – auch über die Versorgung der Tiere hinaus – „zwangsläufig hingenommen“, erklärt der Kämmerer. Wie berichtet, hatte Bürgermeisterin Elke Zehetner schon Ende Februar mit Blick auf das damals neue Nutzungsverbot für die früheren Pächter erklärt: „Wir kontrollieren nicht.“

Dem Penzberger Rathaus kommt es sogar entgegen, wenn sich die Kleingärtner um die Parzellen kümmern. Blank weist darauf hin, dass zum Beispiel die Rasenflächen gemäht werden müssen, „um in trockenen Zeiten eine Brandgefahr zu verhindern und die Sicherheit im Gebiet sicherzustellen“. Im Prinzip müssten dies in der aktuellen Situation städtische Mitarbeiter tun, was aber wiederum wegen des Arbeitsumfangs nicht möglich ist.

Wie lange der derzeitige Zustand noch andauernd wird, vermag der Stadtkämmerer nicht zu sagen. Blank hofft, dass die Pächter im Laufe des nächsten Jahres neue Pachtverträge unterzeichnen können. Eine genauere Aussage vermag er aber nicht zu treffen. Es gebe viele Unwägbarkeiten und hänge letztlich auch mit den Umbauarbeiten – zum Beispiel für den Brandschutz – zusammen. Im Herbst will er die Kleingärtner über den aktuellen Stand der Dinge informieren.

Derzeit geht es erst einmal um den geforderten Bebauungsplan für das Breitfilz-Gebiet. Das Verfahren ist laut Blank etwas verkürzt, was das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Bürgermeisterin und Landrätin war. Wie berichtet, hat das Landratsamt der Stadt die Aufgabe gegeben, die „bau-, brandschutz-, naturschutz- und wasserrechtlichen Verhältnisse“ zu regeln. Der aufwendigste Teil ist wohl der Brandschutz: Es fehlen Flucht- und Rettungswege in dem Gebiet – deshalb werden noch Umbauarbeiten folgen müssen. Aber auch die artenschutzrechtliche Prüfung braucht viel Zeit.

Möglichst im kommenden Herbst soll laut Blank der zweite Entwurf des Bebauungsplans vorliegen. Danach geht er zu einer ersten Prüfung ans Landratsamt und schließlich in den Stadtrat. Wahrscheinlich im nächsten Jahr, vermutet Blank, könne er rechtskräftig werden. Dann folgt der nächste Schritt: Die nötigen Umbaumaßnahmen müssen ausgeschrieben werden. Die Arbeiten selbst können aber voraussichtlich nicht vor Frühjahr beginnen, wegen des Bodenfrosts.

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