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Das Roche-Werk im Penzberger Nonnenwald.

Ein zweites Martinsried im Penzberger Nonnenwald?

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Entsteht in Penzberg ein Forschungs- und Gründerzentrum ähnlich dem viel gelobten Campus in Martinsried? Diese Gedankenspiele laufen derzeit beim Biotech-Konzern „Roche“, der im Penzberger Werk fast 6000 Menschen beschäftigt.

Im Münchener Wirtschaftsministerium ist man von dieser Roche-Idee angetan. Vergangenen Mittwoch weilten hochrangige Referatsleiter des Ministeriums zu Gesprächen mit dem neuen Werkleiter Dr. Ulrich Opitz in Penzberg. Mit am Tisch saßen die Penzberger Bürgermeisterin Elke Zehetner und Landrätin Andrea Jochner-Weiß. Neben dem gegenseitigen Kennenlernen ging es um ein Thema: die Ansiedlung von externen Forschungs- und Entwicklungsfirmen am Standort.

Die Idee, so ist zu hören, war bei einem Besuch von Wirtschaftsminisiterin Ilse Aigner (CSU) bei „Roche“ entstanden. Hintergrund: In München sei der Platz für eine Erweiterung von Hochschulen und Gründerzentren „relativ eng“, sagt der Penzberger Roche-Werkleiter Opitz. Im Gegensatz zum Nonnenwald, wo der Schweizer Konzern Platz genug hätte. Zudem haben die Penzberger Biotech-Spezialisten, die als einzige im Konzern Forschung, Entwicklung und Produktion an einem Standort vereinen, ein starkes Interesse daran, sich zusätzliches Know-how an Bord zu holen, was seitens des Unternehmens nicht verhehlt wird.

Noch sind es nur Gedankenspiele. Aber „Roche“ kann sich gut vorstellen, ein seit Jahren praktiziertes Geschäftsmodell mit anderen Firmen fortzuführen: Zum Beispiel 2015 hatte der Basler Healthcare-Konzern eine strategische Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen „Foundation Medicine“ bei der personalisierten Behandlung von Krebspatienten vereinbart und sich die Aktienmehrheit an den in Cambridge/Massachusetts sitzenden Biotech-Tüftlern gesichert. Interessierte Firmen, gerade junge Start-up-Unternehmen, könnten im Werk eine neue Heimat finden. Vorstellbar wäre aber auch, dass solche Betriebe auf einem der städtischen Grundstücke im Industriepark Nonnenwald untergebracht werden. Diese Alternative liegt ebenfalls auf dem Tisch.

Bürgermeisterin Elke Zehetner signalisiert breite Unterstützung für die Idee eines Forschungszentrums. „Wir würden uns das wünschen, wenn ein kräftiger Partner von ,Roche’ nach Penzberg kommt“, sagt sie. „Wir sind daran sehr interessiert.“ Die Stadt ist bereits auf das Wirtschaftsministerium zugegangen und hat Flächen angeboten, bestätigt die Rathauschefin. Zehetner setzt auf die digitale Zukunft der Medizin. Die Ansiedlung solcher Betriebe erhöhe die Wirtschaftskraft einer Kommune.

Noch ist allerdings nichts spruchreif. Laut Werkleiter Opitz wird jetzt konzernintern abgeklärt, wie eine Zusammenarbeit mit Juniorpartnern möglich ist. Dann brauche es ein Konzept und weitere Gespräche. Opitz: „Wir reden über einen Zeithorizont von mehreren Jahren.“ Dieser Schritt würde aber in die „Roche“-Strategie passen. Der Konzern zeigt sich gern als Ideenschmiede, insbesondere für die „Medizin 4.0“. Um das Thema „Digitalisierung“ im Gesundheitswesen voranzubringen, kam aus Penzberg eine neue Initiative: Für 9. November lädt die Firma zur Großveranstaltung „Future X Healthcare“ nach München. Bis zu 300 Teilnehmern aus Wissenschaft, Industrie, Politik sowie von Start-Up-Unternehmen und Wagniskapital-Geberm werden in der Alten Staatsbank erwartet. Dabei vergibt „Roche“ erstmals „FXH Awards“ für hervorragende Forschung und Firmengründung.

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