Helfer bei der Tafel geben Obst aus
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Helfer bei der Tafel (Symbolfoto)

Helfer ziehen Bilanz

Penzberger Tafel im Corona-Jahr: Geholfen wird auch im Lockdown

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Die Corona-Pandemie hat den Betrieb der Penzberger Tafel zwar deutlich schwerer gemacht. Doch die ehrenamtlichen Helfer arbeiten trotzdem weiter – auch vor Weihnachten und trotz erneutem Lockdown. Im Frühjahr hatte die Tafel noch für drei Wochen geschlossen und danach mit einem neuen Konzept wieder eröffnet.

Penzberg – „Wir haben eine Ausnahmegenehmigung vom Landratsamt, dass wir die Tafel weiter laufen lassen dürfen“, sagt Christine Geiger vom Leitungsteam der Penzberger Tafel auf Nachfrage. Sogar im Falle von Ausgangssperren dürfte die Tafel weitermachen.

Personell gesehen laufe die Tafel derzeit allerdings nur „minimalst weiter“, so Geiger. Denn die Zahl der ehrenamtlichen Helfer habe sich seit dem Ausbruch der Pandemie von etwa 80 auf derzeit rund 20 Personen drastisch reduziert. Denn habe es früher diverse mehrköpfige Teams gegeben, von denen eines etwa die Lebensmittel in den Supermärkten abgeholt habe, während ein zweites Waren vorsortierte, eine dritte Gruppe die Produkte ausgegeben und ein viertes Team nach erfolgter Ausgabe den Kellerraum an der Sigmundstraße 16 gereinigt habe, dürften nun wegen der Hygieneauflagen deutlich weniger Helfer an einem Tag eingesetzt werden als früher. Habe vor der Pandemie ein Helfer beispielsweise zwei Stunden an der Ausgabe gearbeitet, müsse er nun zusätzlich Waren sortieren oder nach der Ausgabe den Raum reinigen. Wegen der diversen Auflagen dauere die Ausgabe der Waren derzeit auch oft länger. Vier bis fünf Stunden ehrenamtlich tätig zu sein, sei einigen einfach zu anstrengend, sagt Geiger. Immerhin seien die Helfer der Tafel oft ältere Menschen. Dazu komme, dass manche zu Risikogruppen gehören.

Tafel-Ausgabe steht seit Frühling strikt unter den Corona-Regeln

Auch die Abgabe der Lebensmittel stehe seit dem Frühling strikt unter den geltenden Corona-Regeln. Dafür haben die Helfer ein ausgeklügeltes Hygiene-Konzept entwickelt. So sei die Zahl der Ausgabetische reduziert worden, um mehr Abstandsmöglichkeiten zu schaffen, erläutert Geiger. Zusätzlich seien vor rund drei Wochen Plexiglasscheiben vor den Ausgabetischen angebracht. Maskenpflicht gelte sowieso.

Aber damit noch lange nicht genug: Durften die Kunden – wie Geiger die Tafelgäste nennt – früher in einem Raum vor dem Ausgabe-Zimmer warten, bis sie an der Reihe waren, so müssen sie nun im Freien stehen und werden nur einzeln die Treppe in den Keller hinuntergelassen. Hier unten dürften sich zeitgleich immer nur vier Tafelgäste aufhalten. „Und wir messen bei jedem Fieber. Auch bei den Mitarbeitern.“ Kinder würden gar nicht mehr eingelassen. Außerdem würden Unterschriftenlisten geführt, und wer eintreten wolle, müsse seine Hände desinfizieren.

Penzberger Tafel: Derzeit etwa 100 Ausweise - weniger als vor einem Jahr

Derzeit seien etwa 100 Tafelausweise ausgegeben worden – es werden weniger Menschen als vor rund einem Jahr versorgt. Der Grund dafür ist laut Geiger aber nicht die Pandemie. Vielmehr sei die Zahl der in Penzberg lebenden Asylbewerber gesunken; etwa wegen Wegzugs.

Neu eingeführt hat die Penzberger Tafel ein Farbsystem, das die Besucherströme in Pandemiezeiten steuert. Dazu wurden die Tafelausweise mit verschiedenen Farben markiert. Im Wechsel darf jede Woche eine andere „Farbe“ zur Tafel kommen. So bleiben die Gästezahlen überschaubar. Damit sich kommende und gehende Gäste nicht begegnen gäbe es eine Einbahnregelung, sagt Geiger. Aber auch, wenn die Pandemie den Einsatz der Helfer aufwendiger und anstrengender gemacht hat: Der Hilfsbereitschaft hat sie keinen Abbruch getan. Die Zahl der Geschäfte, die Waren spenden sei sogar gestiegen, betont Geiger. „Das ist sehr, sehr erfreulich.“

Penzberger Tafel: Lebensmittel-Gutscheine für die Tage bis Januar

Anders als sonst, könne es heuer freilich keine große Weihnachtstafel geben. Ein schönes Fest möchten die Tafel-Mitarbeiter ihren Kunden aber ermöglichen. Die letzte Ausgabe vor dem Heiligen Abend findet am kommenden Donnerstag, 17. Dezember ab 13.30 Uhr statt, sagt Geiger. Auf die Gäste warte an diesem Tag unter anderem besonders feines Fleisch, das der Rotary Club Penzberg spende; außerdem werde Kaffee verteilt, und die Stadt spende Lebkuchen.

Damit sich die bedürftigen Menschen bis zur nächsten Tafel-Ausgabe am 7. Januar selbst mit Lebensmitteln versorgen können, werden laut Geiger zudem Supermarkt-Gutscheine verteilt.

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