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Das ehemalige HAP-Gelände an der Seeshaupter Straße in Penzberg liegt seit knapp drei Monaten brach. Am 30. Juni stellt dort das Unternehmen HAP seinen Betrieb ein.
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Das ehemalige HAP-Gelände an der Seeshaupter Straße in Penzberg liegt seit knapp drei Monaten brach. Am 30. Juni stellt dort das Unternehmen HAP seinen Betrieb ein.

Ehemaliges HAP-Gelände in Penzberg

Entscheidung gefallen: „Geiger Automotive“ zieht nach Penzberg um - wenig Begeisterung in Garmisch

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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  • Wolfgang Schörner
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Das Unternehmen „Geiger Automotive“ kommt nach Penzberg. Es wird seine beiden aktuellen Standorte in Murnau und Ziemetshausen komplett auf das ehemalige HAP-Gelände an der Seeshaupter Straße verlagern. Das teilte der Automobilzulieferer am Montagabend mit. Die Verlagerung, hieß es, erfolgt in zwei Etappen und soll Ende Dezember 2022 abgeschlossen sein.

  • Entscheidung gefallen: „Geiger Automotive“ zieht auf das HAP-Gelände
  • Umzug von „Geiger Automotive“ soll noch 2020 beginnen
  • „Geiger“-Standorte in Murnau und Ziemetshausen werden aufgelöst

Update, 29. September, 17.34 Uhr: Der Entschluss des Unternehmens „Geiger Automotive“, bis Ende 2022 die beiden bayerischen Standorte Murnau und Ziemetshausen nach Penzberg auf das ehemalige HAP-Gelände zu verlagern, stößt beim Gesamtbetriebsrat auf Verständnis. Damit, so die Hoffnung, sichere der Autozulieferer seine Zukunft. „Wir können uns in Murnau nicht mehr vergrößern“, erklärte Mario Herrmann, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, am Dienstag. Den nun angekündigten Schritt kommentierte er mit den Worten „schmerzlich-positiv“. Ihm zufolge stehen zwar keine Kündigungen im Raum – es sollen auch alle Mitarbeiter ein Übernahmeangebot erhalten. Aber in Ziemetshausen dürfte nur ein kleiner Teil bereit sein, mit nach Penzberg – der neue Standort soll circa 400 Mitarbeiter haben – zu ziehen. „Die Entfernung ist zu groß“, so Herrmann. Ideal gewesen wäre seiner Ansicht nach ein Neubau zwischen beiden Standorten. Das Werk in Murnau zählt laut Betriebsrat derzeit rund 250 Beschäftigte.

Garmischer Politik bedauert Abwanderung von „Geiger Automotive“

Die Politik im Garmischer Landkreis bedauert die Abwanderung. „Es ist schade, dass einer der größten Mittelständler unseren Landkreis verlässt“, sagte der Garmischer Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Leider fehlten große Flächen zur Industrie-Ansiedlung „und solch eine Infrastruktur, wie sie die Firma Geiger in Penzberg vorgefunden hat, können wir nicht anbieten“. Dennoch sei er froh, dass die Arbeitsplätze zumindest in der Region bleiben. Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), früher Wirtschaftsförderer der Stadt Penzberg, sagte: „Wir bedauern den Umzug sehr.“ Mann habe sich darum bemüht, Entwicklungschancen vor Ort aufzuzeigen. Aber, so Beuting: „Letztlich kann der nördliche Landkreis Garmisch-Partenkirchen zur Zeit noch nicht mit den Standortbedingungen anderer Regionen mithalten.“

Erstmeldung: Penzberg/Murnau – Monatelang hatte man in Penzberg auf die Entscheidung gewartet, ob „Geiger Automotive“ nach Penzberg auf das ehemalige HAP-Areal umzieht. Am Montagabend teilte „Geiger Automotive“ nun mit, wie die Standortentscheidung ausgefallen ist: Das Unternehmen siedelt demnach komplett nach Penzberg um. Die Standorte in Murnau und Ziemetshausen bei Augsburg werden aufgegeben.

„Geiger Automotive“: Umzug nach Penzberg soll bis 31. Dezember 2022 beendet sein

In der Vorstandssitzung der Muttergesellschaft Sanoh sei beschlossen worden, die beiden bayerischen Produktionsstätten zusammen mit dem Hauptsitz der Geiger Automotive GmbH an einen einzigen Standort zu verlegen, teilte „Geiger“-Geschäftsführer Martin Thorbjörnson am Montag mit. Die Standorte in Murnau und Ziemetshausen würden bis zum 31. Dezember 2022 in die ehemaligen Räumlichkeiten von „Hörmann Automotive Penzberg“ (HAP) an der Seeshaupter Straße verlagert, heißt es in der Mitteilung weiter.

„Geiger Automotive“: Umzug der ersten Sparten beginnt noch dieses Jahr

Die ersten Umzugsmaßnahmen werden nach Angaben des Unternehmens Ende dieses Jahres beginnen. Dabei geht es zunächst um Verwaltung, Vertrieb, Beschaffung, Engineering und Logistik vom Murnauer Hauptsitz. Kurz danach soll die Verlagerung der Produktion aus Murnau beginnen. Sie werde bis Dezember 2021 abgeschlossen sein, so „Geiger Automotive“. In einer weiteren Umzugsetappe wechseln dann Produktion, Verwaltung, Logistik, Vertrieb und Entwicklung aus Ziemetshausen nach Penzberg. Diese Phase soll laut Unternehmen bis 31. Dezember 2022 abgeschlossen sein. Das zukünftige Werk in Penzberg, heißt es dazu, verfüge über eine Produktions- und Logistikfläche von insgesamt 29 800 Quadratmetern sowie Büros- und Gesellschaftsräume von 3530 Quadratmetern.

In Penzberg werden laut Unternehmen voraussichtlich 400 Mitarbeiter beschäftigt

In Penzberg werden laut „Geiger Automotive“ voraussichtlich circa 400 Mitarbeiter beschäftigt. Dies werde „die Region Penzberg langfristig stärken“, so Geschäftsführer Thorbjörnson. Um allen Anforderungen und der zukünftigen Ausrichtung des Unternehmens gerecht zu werden, werde „die Geiger Automotive GmbH stark in den Standort Penzberg investieren“. Zahlen nannte Thorbjörnson nicht. Außerdem erklärte er, dass das Unternehmen „durch die Bündelung der Kompetenzen der Standorte Murnau und Ziemetshausen“ von Kostenvorteilen profitiere, „die die Zukunft und Nachhaltigkeit des Unternehmens und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter sichern“.

Penzbergs Bürgermeister Stefan Korpan: „Wir freuen uns sehr“

Der Penzberger Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) erklärte am Montagabend: „Wir freuen uns sehr, dass so ein großer Arbeitgeber auf das HAP-Gelände kommt.“ So könne vielleicht eine Lücke – entstanden durch die HAP-Schließung – geschlossen werden. „Geiger Automotive“, sagte Korpan, habe einen guten Namen und guten Ruf. Wenn man die Chance hat, dass so ein Unternehmen nach Penzberg kommt, dürfe man nicht Nein sagen.

HAP hatte auf dem Gelände am 30. Juni seinen Betrieb eingestellt

Das Gelände an der Seeshaupter Straße in Penzberg liegt seit drei Monaten brach. Am 30. Juni hatte das Unternehmen HAP – zeitweise waren dort mehr als 700 Menschen beschäftigt – seinen Betrieb eingestellt. Bereits im März hatten die damalige Penzberger Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD) und der Chef der „Hörmann“-Immobiliengesellschaft, Heinz Runte, bekannt gegeben, dass der Automobilzulieferer „Geiger Automotive“ Interesse habe, das Gelände zu pachten. Von einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit war damals die Rede – was allerdings bei „Geiger Automotive“ für Verärgerung sorgte. Dort hieß es, dass Penzberg nur eine von vier Optionen sei und dass die Entscheidung letztlich beim Mutterkonzern in Japan liege.

„Geiger Automotive“: Vollständige Optimierung in Murnau und Ziemetshausen nicht möglich

„Geiger Automotive“ erklärte nun, dass das Management bereits in früheren Mitarbeiterversammlungen mitgeteilt habe, dass die Zukunft der bayerischen Werke bewertet werde. Grund sei deren geringe Auslastung und der „fehlende strategische Vorteil mit zwei sehr nahe beieinanderliegenden Werken“. Außerdem sei festgestellt worden, dass „Geiger“ in den beiden Werken keine wettbewerbsfähige Infrastruktur habe. Optimierungen in Produktion und Logistik könnten nicht vollständig umgesetzt werden. Geprüft worden seien auch Neubauten auf der grünen Wiese bei Murnau und Ziemetshausen.

Laut „Geiger Automotive“ wird den Mitarbeitern nun angeboten, mit in das neue Werk umzuziehen. Unterstützung zum Beispiel in Form von Umzugszulagen oder Suche nach Wohnraum würden mit Betriebsrat und Stadt Penzberg ausgehandelt.

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