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Bergmann mit Grubenlampe: Ín Duisburg gibt es das Ampelmännchen bereits seit Oktober 2018.

Aus dem Nein wird ein Ja: Penzberg bekommt nun doch Bergmann-Ampeln

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Penzberg bekommt nun doch Ampeln mit Bergmann und Grubenlampe. Die Regierungspräsidentin von Oberbayern selbst gab der Stadt im wahrsten Sinne des Wortes „grünes Licht“ für diese Ampelmännchen, und zwar an den Fußgängerampeln bei der Hauptkreuzung.

Penzberg – Diese Woche traf das Schreiben im Penzberger Rathaus ein, unterzeichnet von Maria Els, Regierungspräsidentin von Oberbayern. Bis zu ihr war der Wunsch der Stadt Penzberg nach einem Bergmannsymbol für die Fußgängerampeln an der Kreuzung von Karl- und Bahnhofstraße vorgedrungen. Es gebe „gegen die Verwendung der Bergmannsampel keine Einwände“, so die Regierungspräsidentin in ihrem Brief. Zu den Abbildungen, die die Stadt mitgeschickt hatte, schreibt sie, die vorgeschlagenen Ampelmännchen würden zwar von der offiziellen Symbolfigur etwas abweichen, sie seien aber deutlich als gehende beziehungsweise stehende Person zu erkennen. Die Farbfolge entspreche der Straßenverkehrsordnung. Und, so Els, es sei „meines Erachtens auch keine missverständliche Auslegung durch Verkehrsteilnehmer zu befürchten“.

„Eine hervorragende Nachricht“, kommentierte Bürgermeisterin Elke Zehetner am Dienstag den Brief aus München. Es sei ein „einzigartiges, schönes Geschenkzum 100-jährigen Stadtgeburtstag“. Und wann sollen die Fußgängerampeln an der Hauptkreuzung in der Innenstadt das Bergmann-Symbol erhalten? „Sobald wie möglich“, so Zehetner. Ihr Wunsch: spätestens beim Stadtfest im Juli, wenn das 100-Jährige gefeiert wird.

Die Idee war von Axel Wessner, Sohn des Altbürgermeisters, und SPD-Fraktionschef Adrian Leinweber, Sohn eines Bergmanns, gekommen. Sie hatten der Stadt, unabhängig voneinander, den Vorschlag gemacht – gleichermaßen als Gag für die Feiern zur Stadterhebung und als Erinnerung an die Bergwerkszeit.

Bürgermeisterin Zehetner hatte sich darauf an die Behörden gewandt – und war dort erst einmal gegen eine Wand gelaufen. Die Regierung von Oberbayern reagierte, wie berichtet, zunächst mit einem Nein. Die Behörde berief sich auf die Straßenverkehrsordnung und die Richtlinien für Lichtsignalanlagen. Ampeln, hieß es, sollten auch für ortsunkundige Fußgänger immer das gleiche Erscheinungsbild haben. Andernfalls könnte der Ampel-Betreiber bei Unfällen womöglich haftbar gemacht werden. Zehetner erzählte, dass die Ablehnung auch damit begründet wurde, dass der Verkehrsteilnehmer abgelenkt werden könnte. Ihr Kommentar damals: „Der Amtsschimmel wiehert.“

Dabei gibt es bundesweit viele Beispiele für ungewöhnliche Ampelmännchen. Die Stadt Penzberg hatte sich auf die Bergmann-Ampeln in Duisburg berufen: Das erste Exemplar wurde dort im Oktober 2018 aufgestellt, mittlerweile sind es sieben Stück. Als Ampelmännchen gibt es aber auch Kasperl (Augsburg), einen tanzenden Elvis (Friedberg), Mainzelmännchen (Mainz), die Bremer Stadtmusikanten (Bremen) und ein Männchen mit Geburtstagstorte (Erfurt).

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