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Im Dezember vergangenen Jahres demonstrierten HAP-Mitarbeiter auf dem Penzberger Rathausplatz.

Gespräch gescheitert

HAP-Betriebsrat fürchtet das Schlimmste

Endlich verbindliche Zusagen bekommen. Mit dieser Erwartung waren Betriebsräte von HAP am Freitag in eine weitere Verhandlungsrunde mit der Penzberger Geschäftsleitung, der „Hörmann Holding“ und der IG-Metall gegangen. Doch Zusagen wurden nicht gemacht. Nun fürchtet der Betriebsrat das Schlimmste.

Penzberg – „Es war heute wirklich kein Spaß.“ Mit diesem Satz bilanzierte der Betriebsratsvorsitzende Thomas Nachtmann am Freitagabend den zurückliegenden Verhandlungstermin in den Firmenräumen von „Hörmann Automotive Penzberg“ (HAP). Bei dem so genannten Einigungsstellen-Termin, bei dem ein ehemaliger Arbeitsrichter als Mediator versucht habe, eine Einigung zwischen den Beteiligten zu erreichen, sei trotz mehrstündiger Gespräche „keine Entscheidung gefallen“.

Wie berichtet, hatte die Geschäftsführung von HAP vor kurzem ein Zukunftskonzept für das Penzberger Werk vorgelegt. Dieses sieht neben einem Stellenabbau von bis zu 400 Mitarbeitern in den kommenden zwei bis drei Jahren Investitionen im zweistelligen Millionenbereich vor, um notwendige Modernisierungen am Standort Penzberg vorzunehmen. Doch der Gesellschafter, die „Hörmann Holding“ mit Sitz in Kirchseeon, wollte die Finanzierung des Konzepts ohne vorherige Prüfung nicht zusagen.

Auf diese Zusage hoffte der Betriebsrat am Freitag – vergeblich. „Es gab vom Arbeitgeber keine Zusage zur Finanzierung des Konzepts. Sie haben sich nicht dazu bekannt“, so Nachtmann. Das Konzept müsse noch geprüft werden. Das könne bis zum Frühjahr dauern, gibt Nachtmann die Aussagen des Gesellschafters wieder. Zudem habe die „Hörmann Holding“ keine klaren Zusagen für Abfindungen gemacht oder zugesichert, eine Transfergesellschaft einzurichten. Außerdem habe der Gesellschafter im Laufe der Verhandlung angekündigt, dass „Teile in die Slowakei verlagert werden sollen“, so Nachtmann.

Mit scharfen Worten kritisiert Nachtmann die „Intransparenz“ des Gesellschafters und vermutet hinter diesem Verhalten eine Hinhaltetaktik. „Fahrlässig und flapsig wird hier mit Arbeitsplätzen umgegangen“, sagte er. Vieles erführen die von Arbeitslosigkeit betroffenen Mitarbeiter nur durch die Presse. So sei zu lesen gewesen, dass der Gesellschafter beabsichtige, Teile des Penzberger Werks zu veräußern. „Das ist keine vertrauensvolle Zusammenarbeit“, kritisiert Nachtmann. Die derzeitige Situation „ist für uns eine Hängepartie ohne Ende.“

Nachdem die „Hörmann Holding“ das Konzept nach wie vor nicht abgesegnet hat, fürchtet Nachtmann, dass noch mehr als die befürchteten 400 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren könnten. Für die Zukunft von HAP und seiner Mitarbeiter hege er die „höchste Befürchtung“.

Für 26. Februar ist ein nächster Verhandlungstermin angesetzt. Am 27. Februar ist laut Nachtmann eine Betriebsversammlung geplant.

Franziska Seliger

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