Maskenpflicht im Feuerwehrhaus, im Fahrzeug und bei Einsätzen: Die Corona-Pandemie stellte die Feuerwehr vor neue Herausforderungen; im Bild der Fuhrpark mit Kommandant Christian Abt (im Fahrzeug) und Adrian Leinweber.
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Maskenpflicht im Feuerwehrhaus, im Fahrzeug und bei Einsätzen: Die Corona-Pandemie stellte die Feuerwehr vor neue Herausforderungen; im Bild der Fuhrpark mit Kommandant Christian Abt (im Fahrzeug) und Adrian Leinweber.

Einsätze in Corona-Zeiten

Geteilte Feuerwehr für mehrere Monate - wie das Risiko eines Totalausfalls vermindert wurde

  • VonWolfgang Schörner
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Die Corona-Pandemie hat die Penzberger Feuerwehr im vergangenen Jahr vor neue Herausforderungen gestellt. So gab es mehrere Monate lang praktisch zwei voneinander getrennte Feuerwehren – dies sollte das Risiko verringern, dass bei Infektionsfällen plötzlich alle in Quarantäne müssen und nötige Einsatzkräfte fehlen.

Penzberg – Mitte März schaltete die Penzberger Feuerwehr in den Krisenmodus um. Damals wurde zum einen der Übungs- und Ausbildungsbetrieb eingestellt, zum anderen wurde die Feuerwehr in zwei Teile aufgespalten. „Die eine Gruppe hat nie die andere Gruppe getroffen“, erzählt Kommandant Christian Abt. Das bedeutete: Bei einer Infektion mit dem Coronavirus hätte zwar eine Gruppe in Quarantäne gehen müssen, die andere Gruppe blieb aber einsatzbereit.

Maskenpflicht im Feuerwehrhaus und bei Einsätzen

Anfang Dezember hob die Freiwillige Feuerwehr die Trennung wieder auf. „Weil wir gut bestückt sind mit FFP2-Masken“, so der Kommandant. Im Feuerwehrhaus, in den Fahrzeugen und bei den Einsätzen herrscht Maskenpflicht. Für die Atemschutzträger heißt das zum Beispiel: Sie lassen während der Fahrt zum Einsatz ihre FFP2-Masken auf und ziehen ihre Atemschutzmasken erst am Einsatzort im Freien über. Früher geschah das bereits im Fahrzeug.

Die Corona-Pandemie, sagt Abt, „hat uns brutal eingeschränkt“. Alle seien aber gut mitgegangen. Die Einschränkungen hätten aber auch Motivation gekostet, „weil viele von der Kameradschaft zehren“. Denn das Zusammensitzen nach Einsätzen oder Übungen fiel weg, der Austausch über die Einsätze war nur eingeschränkt möglich, das Stüberl blieb verwaist. Auch das Vereinsleben der Feuerwehr musste auf Null gesetzt werden, erzählt Adrian Leinweber, der bei der Feuerwehr für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Der Blaulichttag, das Entenrennen, der Schnuppertag, die Wassergaudi auf dem Stadtplatz – alles fiel aus. Es sei schwer, gerade die Jungen bei der Stange zu halten, wenn es plötzlich keine Übung mehr gibt, so Leinweber. Eine Sache, die alle Vereine betrifft.

Feuerwehr Penzberg: Weniger Einsätze im Corona-Jahr 2020

Was die Zahl der Einsätze angeht, verlief 2020 eher ruhig. Bis Ende des Jahres waren es rund 170. Ansonsten liege der Durchschnitt bei knapp unter 200 Einsätzen, so Abt. Ob es daran liegt, dass die Menschen weniger auf den Straßen unterwegs waren und mehr daheim blieben? Durchaus möglich, wie Abt und Leinweber meinen. Letztlich bleibt das aber Spekulation. Bei einem Viertel der Einsätze wurde die Feuerwehr zu einem tatsächlichen oder vermeintlichen Brand gerufen, der Rest waren technische Hilfeleistungen, ob es sich nun um einen umgestürzten Baum, einen mit Wasser vollgelaufenen Keller oder einen Verkehrsunfall handelte. 21 Mal musste die Feuerwehr ausrücken und kontrollieren, weil Brandmeldeanlagen in Einrichtungen wie Betrieben, Schulen oder Altenheimen ausgelöst wurden. „Alle Einsätze waren unfallfrei“, sagt Leinweber. „Das spricht für den guten Ausbildungsstand. Glück gehört aber auch dazu.“

Großeinsätze gab es laut Abt 2020 nicht. Dafür aber Kurioses: Einmal war die Feuerwehr gerufen worden, weil sich im Kamin angeblich ein Marder befand, der enormen Krach verursachte. Als die Feuerwehr mit Handschuhen und Netz anrückte und den Kamin öffnete, flog ein Spatz heraus.

Derzeit umfasst Penzbergs Feuerwehr knapp 100 Aktive. Der Frauenanteil liegt bei etwa 20 Prozent. „Wir sind sehr stolz auf den hohen Anteil an Frauen“, sagt Abt. Sie seien in allen Funktionen aktiv. Ranghöchste ist seine Frau Simone Abt als Zugführerin.

Für Christian Abt selbst endet die Kommandantenzeit im Frühling 2022. Bei der turnusmäßigen Wahl will er nicht mehr antreten. Das hatte Abt schon vor vier Jahren angekündigt. Es sei wichtig, sagt er, dass es „frischen Wind und neue Ideen“ gebe.

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