Stadtbus in Penzberg: Laut Stadt gibt es mittlerweile 43 Haltestellen, im Bild die Station am Stadtplatz.
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Stadtbus in Penzberg: Laut Stadt gibt es mittlerweile 43 Haltestellen, im Bild die Station am Stadtplatz.

Regelung um ein Jahr verlängert

Penzberger Stadtbus für Schüler auch 2022 gratis - bald kostenlos für alle?

  • vonWolfgang Schörner
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Penzberger Schüler dürfen auch weiterhin mit dem Stadtbus fahren, ohne zu bezahlen. Der Penzberger Stadtrat hat die Gratisregelung diese Woche vorzeitig um ein Jahr verlängert. Sie gilt nun bis August 2022. Mittlerweile werden Stimmen laut, den Stadtbus für alle Penzberger kostenlos zu machen.

Penzberg – Seit Januar 2019 dürfen Penzberger Schüler den Stadtbus in Penzberg kostenlos nutzen, eine Regelung, die auf die Initiative des verstorbenen Stadtratsmitglied Michael Kühberger zurückgeht. Seither wurde die Gratisregelung immer wieder um ein Jahr verlängert. Das war nun ein weiteres Mal der Fall. Der Penzberger Stadtrat bewilligte diese Woche ohne große Diskussion und einstimmig die kostenfreie Schülerbeförderung in den Stadt- und Schulbussen auch für das nächste Schuljahr. Das heißt: Die Regelung gilt laut Beschluss bis August 2022. Klargestellt wurde in der Sitzung zugleich, dass die Gratis-Regelung, wie in der Vergangenheit, auch für die Ferienzeiten und andere schulfreie Tage gilt, also für Feiertage und Wochenenden. Voraussetzung ist laut Stadt aber, dass die Kinder und Jugendlichen dem Busfahrer einen Schülerausweis beziehungsweise eine Bestätigung der betreffenden Schule vorzeigen können.

In Sommerferien klappt es mit der kostenlosen Beförderung nicht immer

Genau diesen Punkt sprach CSU-Fraktionschefin Maria Probst in der Stadtratssitzung an. In den Sommerferien klappe es mit der kostenlosen Beförderung nicht, sagte sie. „Es gibt Busfahrer, die die Regelung offenbar nicht kennen.“ Was „unschön für die Kinder“ ist, wenn sie in den Bus steigen wollen und dann wieder aufgefordert werden, auszusteigen. Womöglich, so Probst, handle es sich dabei um Aushilfsfahrer. Sie bat deshalb Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann, die RVO-Fahrer vor den Ferien über die kostenlose Schülerbeförderung zu informieren.

Die Gratisregelung für Penzberger Schüler kostet die Stadt rund 40.000 Euro im Jahr, wie Peter Holzmann auf die Frage von Adrian Leinweber (SPD) und Christian Abt (CSU) erklärte. Genauer gesagt: Einnahmen in dieser Höhe entgehen der Stadt. Der Betrag setzt sich zusammen aus den fehlenden Erlösen aus den Schülerfahrkarten und aus einem weggebrochenen staatlichen Zuschuss. Die rund 40.000 Euro sind der Betrag, der auch in den vergangenen beiden Jahren seitens der Stadtverwaltung genannt worden war.

Vorschlag: Stadt soll „Gratis-Stadtbus für alle“ prüfen

SPD-Fraktionschef Leinweber erklärte dazu, dass die Gruppe der zahlenden Fahrgäste immer kleiner werde – neben den Schülern dürfen seit vergangenem Sommer auch Senioren, die ihren Autoführerschein zurückgeben, kostenlos fahren. In seiner Fraktion sei deshalb die Idee aufgekommen, den Stadtbus komplett kostenlos zu machen. Die Frage ist ihm zufolge, was dies für die Akzeptanz des Stadtbusses bedeutet. Er bat die Stadtverwaltung, zu ermitteln, ob eine derartige Regelung Sinn machen würde und ob es Erfahrungswerte gibt.

Ordnungsamtsleiter Holzmann erklärte dazu, dass die Stadt sehr viel tut, um die Akzeptanz des Stadtbusverkehrs zu erhöhen, zum Beispiel mit dem Halbstundentakt. Im Stadtgebiet gibt es ihm zufolge zudem 43 Haltestellen, davon 29 mit Buswartehäuschen und 40 mit Hochbord für das barrierefreie Einsteigen. Potenzial, neue Fahrgäste zu gewinnen, sieht Holzmann auch in der neuen „Wohin Du willst“-App, über die man in Kürze auch digital Tickets für den Stadtbus kaufen kann. Es gebe keine Kommune in der Umgebung, die so einen intensiven Stadtbusverkehr habe, sagte der Ordnungsamtsleiter. Ob ein komplett kostenloser Stadtbusverkehr etwas bringt, also mehr Menschen in die Busse steigen lässt, müsse er aber erst eruieren, sagte Holzmann. Sie sei gespannt auf das Ergebnis, fügte CSU-Fraktionschefin Probst an.

Stadt Penzberg trägt 260.000 Euro Stadtbus-Defizit für 2020

Dem Stadtrat lag in der Sitzung auch die Betriebskostenabrechnung der RVO für das vergangene Jahr vor. Demnach beläuft sich das Defizit, das die Stadt Penzberg übernehmen muss, auf 260.000 Euro, ein Betrag, der sich laut Holzmann im Bereich der vergangenen Jahre bewegt. Die gesamten Betriebskosten des Stadtbusverkehrs betrugen laut RVO-Rechnung im vergangenen Jahr knapp 639.000 Euro. Dem gegenüber standen Einnahmen von fast 200.000 Euro. Zudem gab es vom Freistaat eine ÖPNV-Zuweisung in Höhe von 180.000 Euro.

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