Kleine Wohnung: Die Penzberger Grünen wollen, dass die Stadt potenzielle Standorte für Tiny-Häuser in Penzberg sucht und prüft – zum Beispiel am Beginn des „Bahnbogens“.
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Kleine Wohnung: Die Penzberger Grünen wollen, dass die Stadt potenzielle Standorte für Tiny-Häuser in Penzberg sucht und prüft – zum Beispiel am Beginn des „Bahnbogens“.

Am „Bahnbogen“

Grüne werben für Minihaus-Siedlung

  • vonWolfgang Schörner
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Die Penzberger Grünen wollen, dass in Penzberg die Möglichkeit für eine Tiny-Haus-Siedlung geschaffen wird. Ihrer Vorstellung nach könnte die Stadt für diese „winzigen Häuser“, so die deutsche Übersetzung, das städtische Grundstück am Beginn des „Bahnbogens“ verwenden. Die Grünen sehen in den Mini-Wohnhäusern viele Vorteile.

Penzberg – Als Tiny-Häuser werden in der Regel kleine Wohngebäude bezeichnet, die eine Wohnfläche zwischen 15 und 50 Quadratmeter haben. Ihren Ursprung hat die Tiny-Haus-Bewegung in den USA. Mittlerweile gibt es die Mini-Häuser auch in Deutschland. Als erste Tiny-Haus-Siedlung gilt Mehlmeisel im Fichtelgebirge. 2017 wurde das erste Minihaus bezogen. Heute zählt die Siedlung laut Betreiber über 30 Bewohner. Die Häuser haben etwa 25 Quadratmeter Wohnfläche.

Voraussetzung für den Bau von Tiny-Häusern ist aber, dass die örtlichen Bauvorschriften und Bebauungspläne sie erlauben. Sie unterliegen denselben Vorgaben wie alle anderen Wohngebäude. Die Penzberger Grünen-Fraktion hat nun im Rathaus den Antrag eingereicht, dass die Stadt die baurechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung von Tiny-Häusern in Penzberg prüft. Entwicklungsmöglichkeiten für Siedlungen sollten zum Beispiel im Rahmen eines Bebauungsplans aufgezeigt werden, sowohl für stationäre als auch mobile Wohnformen. Ebenso beantragt die Grünen-Fraktion, dass die Stadt potenzielle Standorte in Penzberg prüft, inwieweit sie sich für einzelne Häuser oder eine Siedlung eignen. Konkret im Blickfeld haben die Grünen dabei das städtische Grundstück am Beginn des „Bahnbogens“ parallel zur Alpenstraße.

Minimalistische Typologie

Ihren Tiny-Haus-Vorstoß begründet die Fraktion damit, dass heutzutage oft „nachhaltiges und bewusstes Leben und Wohnen im Vordergrund“ stehe. „Die Philosophie der inneren Zufriedenheit durch Verzicht und Reduzierung auf das Wesentliche fasziniert in einer konsumgeprägten Zeit“, scheiben die Grünen in ihrem Antrag. „Darüber hinaus können in Penzberg viele Menschen den Wunsch nach Wohneigentum schon allein aus finanziellen Gründen nicht umsetzen.“

Tiny-Häuser ermöglichten ein bezahlbares Eigentum und befreie von Zwängen, wirbt die Fraktion. „Begrenzter Stauraum reduziert automatisch den Konsum und schafft Lebenszeit, die sonst für Aufräumen und Putzen vorgehalten werden würde“, erklärt sie. Die Mini-Häuser würden zudem „durch ihre minimalistische Typologie“ ein großes Potenzial „für eine nachhaltige und CO2-sparende Wohnform mit kleinem Materialvolumen und geringer Flächenversiegelung“ bieten. Vorteile haben diese Häuser nach Ansicht der Grünen auch bei einem spezielles Penzberger Problem: dem torfigen Untergrund, der den Hausbau teuer macht. Dieses allgegenwärtige Problem wäre obsolet, „da schwere Gebäudelasten gar nicht erst zustande kommen“, schreibt die Fraktion.

Bezahlbarer Wohnraum

Ihrer Ansicht nach wären besonders innenstadtnahe Areale wie das Grundstück am Beginn des „Bahnbogens“ geeignet. Sie würden mit durchdachten Mobilitätskonzepten „auch den Anreiz für einen Verzicht auf das Auto“ bieten. Parkplatz- und Garagenflächen könnten eingespart werden. Konventionelles Bauen wäre aufgrund der Größe in dem Bereich auch nicht umsetzbar, so die Grünen. Mit Tiny-Häusern, schreiben sie, ließe sich dort dagegen ansprechender und bezahlbarer Wohnraum für Penzberger Bürger schaffen.

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