Grundsteinlegung für das neue Familienbad: (v.l.) Bürgermeister Stefan Korpan, Stadtwerke-Vizeleiter Michael Futterknecht, Bauleiter Josef Prokopetz, Architekt Sebastian Neuhaus und Projektsteuerer Jens-Wilhelm Brand
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Grundsteinlegung für das neue Familienbad: (v.l.) Bürgermeister Stefan Korpan, Stadtwerke-Vizeleiter Michael Futterknecht, Bauleiter Josef Prokopetz, Architekt Sebastian Neuhaus und Projektsteuerer Jens-Wilhelm Brand.

25,4-Millionen-Projekt in Penzberg

Penzberger Familienbad: Grundsteinlegung mit Badeente - und der Frage, ob Korpan vom Drei-Meter-Brett springt

  • vonWolfgang Schörner
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Für das neue Penzberger Familienbad ist am Donnerstag der Grundstein gelegt worden: Badeente, Baupläne, Penzberger Merkur und Mundschutz kamen beim Festakt in den Edelstahl-Zylinder. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) blickte zudem zwei Jahre voraus – und ließ offen, ob er bei der Eröffnung in voller Montur vom Drei-Meter-Turm ins Wasser springen wird.

Penzberg – Unter ungewöhnlichen Umständen fand am Donnerstagnachmittag die Grundsteinlegung für das neue Penzberger Familienbad statt. Was normalerweise ein großer Festakt gewesen wäre, schrumpfte wegen der Corona-Pandemie zu einer Mini-Variante in kleiner Besetzung. Grußworte kamen per Videobotschaft oder wurden verlesen. Wie berichtet, waren nach sechsmonatiger Zwangspause im Oktober die Arbeiten am Bad mit dem Rohbau wieder aufgenommen worden. Eröffnet werden soll das Bad im Herbst 2022. Die Kosten werden aktuell auf 25,4 Millionen Euro geschätzt.

Das Penzberger Wellenbad hatte einst 6,8 Millionen Mark gekostet

Bürgermeister Stefan Korpan erinnerte zunächst an das frühere Wellenbad, das von 1976 bis 2019 bestand. Die Stadt habe vor über 40 Jahren Mut bewiesen, ein Bad zu bauen, ein Vorhaben, das mit Risiken verbunden sei. Der Wellenbad-Bau habe 6,8 Millionen Mark gekostet. In den 43 Jahren sei es von knapp fünf Millionen zahlenden Gästen besucht worden. Nach den vier Jahrzehnten wies das Bad allerdings viele Schäden auf, wie Korpan sagte, was schließlich in die Neubau-Entscheidung mündete. Korpan erinnerte ebenso an den Bürgerentscheid und an die Trennung vom früheren Architekturbüro. Er dankte zugleich Sebastian Neuhaus vom Büro „Krieger Architekten“ dafür, die Umplanung übernommen zu haben. Sein Team habe die Planung von April bis Oktober so überarbeitet, dass die Rohbaufirma Glass Anfang Oktober mit dem Bau der Grundleitungen beginnen konnte.

Korpan: Penzberg erhält „Familienbad mit besonderem Ambiente“

Korpan sagte, dass sich die Bevölkerung auf ein „Familienbad mit besonderem Ambiente“ freuen dürfe, das in der Gestaltung Wald, Berge und Seen widerspiegeln werde. Es werde ein Bad für Klein und Groß mit stilvoller Saunalandschaft samt Außenbereich und Infinity-Becken, mit Kindererlebnisbereich, Großrutsche, Strömungskanal, Sprunganlage, 25-Meter-Becken und einem Wasserspielplatz für Kinder im Schwimmbadgarten.

Neues Familienbad: Nächstes Jahr wird ein Name gesucht

Außerdem kündigte der Bürgermeister an, dass im ersten Quartal des nächstes Jahres die Suche nach einem Namen für das Familienbad starten werde. Er hoffe dann auf rege Beteiligung und viele kreative Ideen. Das Maskottchen „Pio“, sagte Korpan, bleibe dem Bad aber als Figur im Kinderbereich erhalten.

Der neue Architekt Sebastian Neuhaus sprach von der Dachform als markanten Blickfang. Beim Bau des neuen Bads würden 80 Tonnen Stahlträger sowie 500 Tonnen Baustahl verbaut. Und noch eine Zahl nannte er: Mit der gesamten Wassermenge in den künftigen Becken könnten 4600 handelsübliche Badewannen gefüllt werden.

Von einem „einzigartigen Bad“ und einer „ganz außergewöhnlichen Anlage“, die Penzberg bekommen wird, sprach Projektsteuerer Jens-Wilhelm Brand. Er bat darum, am gestalterischen Konzept nichts mehr zu ändern. Es sei „wichtig als Alleinstellungsmerkmal“. Brand erinnerte daran, dass über vier Jahre lang geplant, gedacht und gestritten wurde, um bis zur Grundsteinlegung zu kommen – eine sehr lange Zeit, wie er sagte. „Ich verspreche, dass es nicht noch einmal vier Jahre dauert, bis die Penzberger hier schwimmen können.“ Im Oktober 2016 sei man bei den Kosten bei 19 Millionen Euro gelegen, aktuell seien es über 25 Millionen wegen der deutlich gestiegenen Baupreise und der Umplanungen. Wenn man zurückblickt, sei die Zahl aber gar nicht so schlecht, merkte er an.

Festakt unter Corona-Bedingungen: Grußworte per Videobotschaft

Grüße per Videobotschaft schickten zur Grundsteinlegung die Stadtratsmitglieder Nick Lisson (CSU), Anette Völker-Rasor (PM), Sebastian Fügener (Grüne) und Elke Zehetner (SPD). Schriftliche Grußworte wurden von der FLP- und BfP-Fraktion verlesen. Ebenso von Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU), die von einem Meilenstein sprach. Regierungspräsidentin Maria Els ließ ausrichten, dass sich auch zahlreiche Schüler auf ein neues modernes Bad freuen können. Die Regierung von Oberbayern werde es deshalb voraussichtlich mit insgesamt einer Million Euro fördern.

Ein Wunsch für die Eröffnung: Sprung vom Drei-Meter-Brett im Anzug

Einen Wunsch hatte zudem Nick Lisson: Er bat Bürgermeister Korpan, es Kurt Wessner gleichzutun. Dieser war 1976 bei der Eröffnung des Wellenbads, damals als Bürgermeister, im Anzug vom Drei-Meter-Brett ins Wasser gesprungen. „Wir würden notfalls nachhelfen“, sagte Lisson grinsend in der Videobotschaft. „Das lasse ich noch offen“, sagte Korpan schmunzelnd zu der Aussicht, vom Drei-Meter-Brett zu springen. „Aber irgendetwas fällt mir sicher ein.“

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