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Günther Maria Halmer las in Penzberg aus seiner Biografie.

„Herbstlicht“ in Penzberg: Wie „Tscharlie“ durchs Siegestor ritt

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Er war der „Tscharlie“ aus den „Münchner Geschichten“: Günther Maria Halmer. Am Sonntag war der Stargast beim „Herbstlicht“ in Penzberg.

Penzberg - Es ist eine legendäre Szene aus der Kultserie „Münchner Geschichten“: Günther Maria Halmer und seine zwei Kumpanen reiten als Gringo, Zorro und Zabata auf der Ludwigstraße zum Siegestor, drei berittenen Polizisten entgegen. Was man nicht sieht: Der Schauspieler Halmer („Tscharlie“) hatte einen Heidenrespekt vor Pferden. Bei den Dreharbeiten berührte er aus Versehen mit den Sporen die Flanke seines „feurigen Hengsts“, der sich daraufhin aufbäumte und auf die Leopoldstraße zwischen die Autos galoppierte, während Halmer sich an den Pferdehals klammerte. Die Anekdote erzählte der 74-jährige Schauspieler am Sonntag in der Penzberger Stadthalle. Er war der Stargast beim „Herbstlicht“-Aktionstag, den der Seniorenbeirat organisiert hatte. Die Stadthalle war mit rund 160 Zuhörern gefüllt. „Damit hatten wir nicht gerechnet. Uns sind die Stühle ausgegangen“, sagte Seniorenbeiratsvorsitzender Paul Herdrich, der sich mit der Resonanz „sehr zufrieden“ zeigte.

Die größte Aufmerksamkeit galt beim „Herbstlicht“ natürlich Günther Maria Halmer, der seine Autobiografie „Fliegen kann jeder“ vorstellte. Daraus war zu entnehmen, dass der „Rosenheimer Provinzler“ eher zufällig zur Schauspielerei kam. Auf der Suche nach einem Beruf hatte er erst begonnen, Hotelkaufmann zu lernen, war dann aber nach Kanada ausgewandert, wo er im hohen Norden in einer Asbestmine arbeitete, im Winter bei 40 Grad unter Null. Der Zufall wollte es, dass er dort einem Österreicher begegnete, der eher mittelmäßig „wie a Würstl“ aussah, aber erzählte, er würde nach Hollywood gehen, um Schauspieler zu werden. „Das hat mich fasziniert, ich wusste jetzt, was ich werden wollte.“

Seine Eltern waren zwar nicht begeistert, aber im März 1967 stand Günther Maria Halmer als 24-Jähriger vor der berühmten Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München zur Aufnahmeprüfung. Mit zitternden Knien, unvorbereitet, an sich zweifelnd. „Ich wusste nicht einmal mehr meinen Namen vor Aufregung.“ Die Prüfung war in seinen Augen ein Fiasko. Und doch wurde er genommen. „Warum, weiß ich heute noch nicht.“ Der „Tscharlie“ in den „Münchner Geschichten“ (1974) war seine erste Hauptrolle. Dabei wollte er erst gar nicht. Vorabendserien galten als Karrierekiller, und der damals noch unbekannte Regisseur Helmut Dietl, der einen Hauptdarsteller suchte, erschien ihm arrogant. Trotzdem nahm Halmer an – der Beginn seiner Fernseh- und Filmkarriere.

Beim „Herbstlicht“ hatten sich Vereine und Verbände präsentiert. Die Besucher erfuhren Informatives über Rente, Rauchmelder, Seniorenangebote, Hospiz, Pflege und Veeh-Harfen. Sie konnten faire Schokolade und nepalesische Filztaschen beim Eine-Welt-Stand kaufen und mit TSV-Animateurin Karin Sonnenstuhl im Sitzen sporteln. Halmers Lob an die Besucher: „Sie haben eine tolle Kondition.“

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