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Die Fünft- bis Achtklässler maßen sich im Tauziehen, mussten mit einem dünnen Baumstamm einen Salto werfen und kämpften beim Bruchenball um einen grünen Ball, alles organisiert von einem P-Seminar.

Gymnasium Penzberg

„Highland Games“ auf der Berghalde

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Das schottische Hochland liegt mitten in Penzberg. Zumindest war dies gestern der Fall. An die 500 Schüler maßen sich auf der Berghalde mehrere Stunden lang in traditionellen schottischen Sportarten. Das Spektakel hatten 14 Elftklässler des Penzberger Gymnasiums organisiert.

Penzberg – Schon von weitem schallte Spaziergängern gestern Vormittag schottische Musik aus dem Lautsprecher entgegen. Jede Menge Trubel herrschte auf der Berghalde. 400 bis 500 Gymnasiasten der fünften bis achten Klassen waren dort zusammengekommen. Dünne Baumsteine und Strohballen flogen, Kinder stemmten ihre Füße beim Tauziehen in den Sand des Beachvolleyballplatzes oder kämpften um einen großen grünen Gummiball. 14 Elftklässler des Penzberger Gymnasiums hatten die „Scottish Highland Games“ im Rahmen eines P-Seminars organisiert. Seit Weihnachten liefen die Vorbereitungen, seit wenigen Wochen die heiße Phase.

„Es macht Spaß“, sagte Projektleiterin Sophia Hammler (17). „Es ist schön, wie das Team zusammenarbeitet.“ Dabei seien die Nerven am Wochenende noch blank gelegen, erzählt die Gymnasiasten. Einmal wegen des Dauerregens, zum anderen weil bei der Probe das Spiel mit dem Strohsack-Werfen nicht funktionierte. „Aber jetzt läuft alles“, fügte sie beruhigt hinzu. Und das Wetter hielt auch: zwar bewölkt, aber kein Regen. „Typisch schottisch eben“, sagte Englisch- und Sportlehrer Marcus Kister. von ihm kam die Idee für das P-Seminar-Thema. Am Schliersee hatte er schon einmal schottische Hochlandspiele gesehen. Was am Montag wie ein ausgelassenes Spektakel aussah, brauchte eine allerdings lange Vorbereitung. Wichtig sei, dass die Spiele kindgerecht sind – also nicht mit riesigen Baumstämmen geworfen wird – und dass jeder Schüler aus den teilnehmenden Klassen mindestens an einem Spiel teilnimmt, so Marcus Kister. „Die Schüler haben sich um alles gekümmert“, lobte er. Von den Sponsoren bis zum Toilettenwagen. „Das war schon anspruchsvoll.“ Unterstützung erhielten die Jugendlichen auch vom Förderverein des Gymnasiums.

Bei den jungen Wettkämpfern kamen die Schottland-Spiele gut an. „Ich find es lustig“, sagte Amelie (13), nachdem sie mit ihrem Team das Tauziehen gewonnen hat. Lisa (13) kennt „Highland Games“ aus dem Fernsehen: Es ist cool, dass das P-Seminar so was macht.“ Die drei Freundinnen Luci, Lara (beide 12) und Cara (11) haben sich sogar Kilt, Tuch und Mütze im Schottenmuster angezogen. „Es hat geheißen, dass es auch einen Kostümpreis gibt“, erzählt Cara.

Sechs Spiele hatten sich die P-Seminar-Schüler ausgesucht. Neben Tauziehen und Baumstammwerfen, bei dem der Stamm einen vollendeten Salto machen musste, war dies auch Strohsackwerfen, für das die Gymnasiasten eigens ein Katapult aufstellten. „In Schottland wird das mit der Mistgabel gemacht“, so Niklas Kurzidem (18). Beim Hexenritt mussten die Kinder sich einen Stamm zwischen die Füße klemmen und einen Rundkurs laufen. Zur Sache ging es beim Bruchenball, eine Art Rugby. Ihre Phantasie hatten die Organisatoren bei einem Parcours freien Lauf gelassen, den die Kinder im Staffellauf meistern mussten. „Es ist ein gutes Gefühl, dass das Projekt läuft, wir haben unheimlich viel Arbeit reingesteckt“, sagte Ekrem Aydogan (17). „Es hat sich gelohnt.“

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