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So wird Habach von Hochwasser bedroht: Die blauen Flächen sind Überflutungsgebiete, die besonders die Wohnbebauung in der Dorfmitte treffen. Als zentraler Schutz soll deshalb der Damm am Habacher Weiher (1) ausgebaut werden. Der Achgraben (2) soll ebenfalls sicherer gemacht werden. Flutgräben sind angedacht östlich der Höhlmühler Straße (3) und auf der westlichen Dorfseite. Nördlich der Antdorfer Straße (4) müsste Niederschlagswasser von der Wohnbebauung weggeleitet werden. 

Ein großes Konzept für das Dorf

Habach schützt sich vor Hochwasser

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In Habach geht die Sorge vor dem Hochwasser um. Bei Starkregen droht das Dorf vollzulaufen. Schutz sollen Dämme und Flutgräben bieten. Ein erster Schritt ist getan.

Habach – In Habach steht seit nunmehr fünf Jahren ein großes Thema auf der Tagesordnung. Wie kann sich das kleine Dorf gegen das große Hochwasser bei einem Starkregen schützen? Dafür liegt mittlerweile ein Konzept vor, ausgearbeitet vom Neusäßer Ingenieurbüro Steinbacher Consult. Rund 52 000 Euro ließ sich die Gemeinde das Werk kosten, 39 000 Euro gibt es als Zuschuss. Der Gemeinderat machte jetzt den ersten großen Schritt hin zu einem umfassenden Schutz: Er vergab den Planungsauftrag für die Erweiterung des Hochwasser-Rückhaltebeckens „Habacher Weiher“.

Habach muss im Hauptort – übrigens nicht so in Dürnhausen, dass von seiner doch günstigeren Hanglage profitiert – dringend seinen Schutz vor Hochwasser verbessern. Nicht umsonst machte dies Bürgermeister Michael Strobl jüngst in der Gemeinderatssitzung deutlich – indem er die Ereignisse vom 5. Juni 2016, als einige Gemeinde im Landkreis im Dauerregen buchstäblich absoffen, in Erinnerung rief. „Wir haben Glück gehabt, dass es bei uns nicht so viel geregnet hat wie in Polling“, machte Strobl deutlich, dass es durchaus knapp war in Habach. Denn das Dorf liegt ungünstig in einer Mulde, umgeben von Hügellagen. „Das ist das Hauptproblem“, sagt der Rathauschef. Die Folge: Bei starkem Niederschlag läuft das Wasser von allen Seiten ausgerechnet dorfwärts ab.

Die Fachleute von Steinbacher Consult haben bei ihren Untersuchungen gleich zwei Sorgenkinder im Hauptort aufgetan. Zum einen stößt der Habacher Weiher im Westen als Auffangbecken an seine Grenzen und würde den abfließenden Heubach, der mitten durch den Ort geht, anschwellen lassen. Zweitens: „Auch der Damm der B 472 ist ein Problem“, sagt Strobl: Von den südlichen Hanglagen kann Regenwasser nur durch zwei Unterführungen fließen und wird dadurch erheblich aufgestaut.

Das Ingenieurbüro hat eine ganze Liste an Lösungsvorschlägen gemacht. „Erste Maßnahme“, so Strobl, ist der Ausbau des Habacher Weihers, dort soll der Damm erhöht und verstärkt werden. Zweiter konkreter Schritt ist ein Hochwasserschutz am Achgraben im Bereich Thomamühle und Jaudenmühle. Dazu gehört ein ökologischer Ausbau des Bachlaufs sowie die Installation einer Fischaufstiegshilfe. Der Schutz dort ist nötig, damit in dem Gebiet Obermühle überhaupt gebaut werden kann. Die Kosten allein für den Achgraben gibt der Bürgermeister mit rund 400 000 Euro an, allerdings werden 75 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst. Mit den Arbeiten wird es aber heuer nichts mehr, sagt Strobl. Das Vorhaben wurde auf 2018 verschoben. Laut Rathauschef wollte man dem Ausbau der B 472 am Dürnhauser Berg samt den Anschlussstellen nicht in die Quere kommen. Das sind aber nur die größten Brocken im Hochwasserschutz, weitere Projekte stehen bislang nur theoretisch auf dem Papier. Will die Gemeinde dies alles umsetzen, wird es richtig teuer. Der Bürgermeister stellt die Zahl von um die 5,2 Millionen Euro für das Komplettpaket in den Raum. Allein für den Habacher Weiher sehen erste Schätzungen um die 1,2 Millionen Euro vor. Zwei Jahre Bauzeit werden für den Beckenausbau angesetzt. Strobl hofft, dass innerhalb von 15 Monaten ein genehmigter Plan vorliegt. Außerdem braucht es Grunddienstbarkeiten für ein mögliches Überfluten der Felder. Frühestens Ende 2018 könnten die Arbeiten beginnen. „Aber das wäre schon sportlich.“

Mit den Planungen beauftragte der Gemeinderat nun das Ingenieurbüro Kokai aus Polling. Die Fachleute planen praktischerweise gerade den Hochwasserschutz in ihrem Heimatort. Allerdings kam das Büro erst im zweiten Anlauf in den Genuss des Auftrags. In seiner jüngsten Sitzung musste der Gemeinderat die Planung erneut vergeben. Diese hatten die Räte eigentlich schon an ein Echinger Büro vergeben – doch dessen 71 660-Euro-Angebot war mit einem falschen Honorarsatz berechnet worden, wie Bürgermeister Strobl erklärte. Korrigiert lag es dann knapp über den 78 400 Euro, die das Pollinger Büro Kokai haben will. Einstimmig wurde das günstigste Angebot aus Polling angenommen.

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