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Um den Nachfolger für das Wellenbad ging es in zwei Bürgerversammlungen.

Stadt wirbt mit Spaßrutsche und Sauna

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Über vier Stunden lang ging es am Mittwoch in Penzberg um die Neubaupläne für das Hallenbad. Zuerst versuchte die Stadt, mit der Aussicht auf eine Spaßrutsche bei den Jugendlichen zu punkten, dann bei den Erwachsenen mit den Sauna-Plänen.

Es war ein Marathon: Gleich zwei Bürgerversammlungen hatte die Stadt Penzberg für Mittwochabend anberaumt, erst für Jugendliche, dann für Erwachsene. In beiden Fällen war das Ziel klar: Die Stadt wollte die jungen Zuhörer mit der Aussicht auf eine Spaßrutsche und das ältere Publikum mit einer modernen Sauna auf ihre Seite ziehen – und so dem möglichen Bürgerbegehren gegen einen Wellenbad-Abriss den Wind aus den Segeln nehmen. Bürgermeisterin Elke Zehetner sagte am Ende der Jungbürgerversammlung: „Wir wollen, dass ihr euren Eltern erzählt, dass wir ein tolles Bad bauen und das Wellenbad nicht für zweieinhalb oder für zehn Millionen sanieren können.“

Zur Jugend-Versammlung erschienen immerhin fast 50 junge Penzberger. Die Stadt hatte sie schriftlich eingeladen – und ihnen eine Freikarte fürs Wellenbad versprochen. „Ich hätte nicht gerechnet, dass bei dem Badewetter so viele kommen“, sagte Zehetner. Mau war dagegen das Interesse an der großen Bürgerversammlung. Keine 80 Zuhörer saßen in der Stadthalle. „Wenn von den 2000 Unterzeichnern des Bürgerbegehrens nur jeder Fünfte hier wäre, wäre die Halle voll“, zürnte Vize-Bürgermeister Dr. Johannes Bauer. In beiden Veranstaltungen gab es viele Fragen, zum Beispiel zu Finanzierung und Eintrittspreisen. Harte Kritik an den Abriss-Plänen für das Wellenbad war aber nicht zu hören. Fast unter ging die Sorge wegen der langen Zeit ohne Schwimmbad.

Den Jugendlichen pries Jens-Wilhelm Brand – der von den Stadtwerken beauftragte Projektentwickler – die Spaßrutsche („Magic Tube“) an: eine fast 100 Meter lange Röhre mit zehn Metern Höhenunterschied, optischen Effekten („Hai-Maul“), Berührungspunkten zum Abklatschen, Soundeffekten und einer Breite, die das Rutschen mit Reifen zulässt. Bei Bedarf sei sie erweiterbar um eine Doppel-, Trichter, Steil- und eine Halfpipe-Rutsche.

Bei den Erwachsenen stand mehr die Sauna im Fokus. Laut Thomas Meier von der Beratungsfirma GMF soll es zwei Aufgusssaunen, ein Dampfbad und eine Niedertemperatursauna sowie eine Außenanlage geben – mit einem Potenzial von 30 000 Besuchern im Jahr. Wichtig sei dafür auch eine Gastronomie.

Die Kosten für das gesamte neue Bad, das auch Sportbecken, Sprungbretter, Familienbereich mit Kinderbecken, Lehr- und Freizeitbecken umfasst, bezifferte Stadtwerkeleiter Josef Vilgertshofer mit rund 18 Millionen Euro. Laut Stadtkämmerer Hans Blank könnten die Stadt bis zu vier Millionen und der Landkreis zwei Millionen Euro zuschießen. Womöglich gebe es auch einen Zuschuss wegen des Schulsports. Aber, so Blank: „Versprechen kann ich das leider nicht.“ Eröffnet werden soll das Bad im Dezember 2020. Auseinander gingen die Aussagen, ob Penzberg 22 Monate (laut Jungbürgerversammlung) oder 28 Monate (laut Bürgerversammlung) ohne Bad sein wird.

(weitere Berichte zu den zwei Bürgerversammlungen in der Freitagsausgabe von Penzberger Merkur/Weilheimer Tagblatt)

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