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HAP in Penzberg ist mit rund 700 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in der Region.

Penzberger Zulieferer zieht erste Bilanz

HAP: Es läuft besser als befürchtet

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Aufatmen bei Hörmann Automotive Penzberg (HAP): Der Automobilzulieferer und einer der größten Arbeitgeber in der Region steht heuer besser da als befürchtet. Es wird sogar ein Gewinn erwartet.

Penzberg – 2016 erzielte das Unternehmen, das seit 2008 zur Hörmann-Gruppe gehört, einen Umsatz von knapp über 107 Millionen Euro und einen Überschuss von 1,24 Millionen Euro. Auch für 2017 rechnet Geschäftsführer Gerhard Schneider mit einem Gewinn, obwohl der Umsatz wegen der Investitionen etwas unter dem 2016er-Niveau liegen werde: „Wir werden sicher wieder ein positives Ergebnis erreichen.“ Zahlen gab HAP zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres bekannt. Acht Lehrlinge haben im Unternehmen angefangen, sie lernen Industriemechaniker.

Vor einem Jahr sah die Situation weniger optimistisch aus. Das Unternehmen litt darunter, dass Hauptkunde MAN schwächelte und eine großen Teil der Aufträge lieber selber in Salzgitter produzieren wollte. HAP-Manager Schneider kündigte damals Einschnitte und Veränderungen am Standort Penzberg an. Als Konsequenz modernisiert HAP sein Werk. Zum 1. September 2016 wurde ein Tochterunternehmen samt Werk in der Slowakei gegründet. Dorthin flossen viele manuelle Fertigungen ab, in Penzberg läuft der Automatisierungsprozess weiter. 2016 wurden 1,5 Millionen Euro in eine Roboter-Zelle investiert, produziert wird für Scania. Die gleiche Summe wird in einen Roboter für den Bau von Batteriekästen für Jungheinrich-Stapler gesteckt, die Anlage wird über Weihnachten aufgebaut. Weitere Kunden sind Daimler und John Deere. Noch nicht spruchreif ist ein fünfter Abnehmer, der laut Schneider „aus der Lkw-Branche“ kommt. Dies soll helfen, sich weiter von MAN zu emanzipieren. Wurden zuletzt 88 Prozent des Jahresumsatzes mit dem Münchener Konzern erzielt, liegt die Quote laut Schneider jetzt bei unter 70 Prozent. Er zieht zufrieden Bilanz: 2016 sei „ein Topjahr“ geworden. Grund war die brummende Konjunktur. Der Betrieb zahlte gar eine Erfolgsprämie an die Mitarbeiter. Die Belegschaft trägt ihren Teil zur Sicherung des Standorts bei: Wegen der hohen Auslastung der Fabrik werden drei Schichten gefahren, an Wochenenden wird teils nachts gearbeitet. Betriebsrat und IG Metall hatten 2008 per Ergänzungstarifvertrag einem bis 2018 geltenden Lohnverzicht zugestimmt.

Einher ging die positive Entwicklung allerdings mit einem Stellenabbau. 621 Mitarbeiter samt Auszubildende zählt Personalleiterin Andrea Karlovic, dazu 78 Leiharbeiter. HAP hatte vor einem Jahr noch knapp 730 Menschen beschäftigt. Der Abbau sei sozialverträglich geschehen – mit der Nichtbesetzung von Stellen, Altersteilzeit, Aufhebungsvereinbarungen und Versetzungen. Auch die Zahl der Leiharbeiter wurde verringert. Laut Geschäftsführer Schneider befindet sich HAP beim Personal in einer Konsolidierungsphase: „Die Anzahl wird sich nicht dramatisch verändern.“

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