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Das HAP-Werk schließt am 30. Juni 2020.

Hörmann schließt Werk

HAP in Penzberg: Bis Ende September sind Kündigungen raus

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In Penzberg sollen alle HAP-Mitarbeiter bis ende September ihre betriebsbedingte Kündigung samt individuellem Austrittsdatum erhalten. Dies gab die Hörmann-Holding bekannt.

Penzberg Die Kündigungsfrist liegt laut Unternehmen im Schnitt bei rund fünf Monaten. Die Betroffenen würden in den nächsten Monaten schrittweise aus der Gesellschaft ausscheiden. Am 30. Juni 2020 werde die Produktion im Penzberger Werk endgültig eingestellt, bestätigte das Unternehmen.

Ende August noch 576 Mitarbeiter

Wie berichtet, ist die Kündigungswelle bereits angelaufen. Ende August zählte die Stammbelegschaft laut Hörmann noch 576 Mitarbeiter. Das nach dem Betriebsverfassungsgesetz vorgeschriebene Konsultationsverfahren mit dem HAP-Betriebsrat sei am 14. August eingeleitet worden. „Transparenz und ein fairer Umgang miteinander ist uns wichtig, um in dieser schwierigen Situation den Betroffenen Planungssicherheit und ein bestmögliches Maß an Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung zu geben“, erklärte HAP-Geschäftsführer Peter Vandecruys in der Mitteilung.

Spitzengespräch im Juli

Auf diese Vorgehensweise hatte man sich nach Angaben des Unternehmens bei einem Spitzengespräch im Juli 2019 verständigt. Daran hätten neben Vertretern des Unternehmens und des Betriebsrats die bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer, Bürgermeisterin Elke Zehetner sowie Vertreter von Arbeitsagentur, IHK Weilheim und oberbayerischem Inklusionsamt teilgenommen. 

100 Stellen in Jobbörse

Dieser Weg, so Hörmann, ermögliche es dem Arbeitsamt, in den nächsten Wochen bereits Bewerbertraining und weitere Unterstützungsmaßnahmen durchzuführen. Das Unternehmen verweist in dem Zusammenhang auch auf die Jobbörse der Stadt Penzberg, in der Firmen rund 100 Stellen anbieten. Die Hörmann-Gruppe selbst biete aktuell rund 36 Stellen an anderen Standorten an.

Am 30. Juni 2020 ist Schluss

Das Unternehmen hatte im April die Werksschließung zum 30. Juni 2020 verkündet. Die Produktion wird in andere Werke verlagert. Die betriebsbedingten Kündigungen seien im Interessensausgleich zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat vom 28. Mai 2019 vereinbart worden, so Hörmann. Dabei hatte sich der Gesellschafter bereit erklärt, 20 Millionen Euro aus Gesellschaftermitteln für einen Sozialplan zur Verfügung zu stellen, was „bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit der Hörmann-Gruppe“ gehe, so das Unternehmen. 

Im Schnitt 30.000 Euro Abfindung

HAP selbst, heißt es weiter, wäre zur Finanzierung eines Sozialplans nicht in der Lage gewesen. Die Abfindung je Mitarbeiter betrage im Schnitt rund 30 000 Euro, so das Unternehmen. Der Betrag könne aber je nach Betriebszugehörigkeit deutlich höher oder niedriger ausfallen.

Lesen Sie: HAP: Kündigungswelle rollt an.

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Mehr zu HAP: Nach angekündigter Werkschließung: Absurde Situation bei HAP in Penzberg.

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