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Die Magistratsmusi hat gespielt, Zimmerermeister Hardi Lenk wartet auf dem Dach auf seine Ansprache: Der Hebauf des Anbaus wurde gebührend gefeiert. Im Hintergrund links sind die anderen „Spatzennest“-Gebäude zu sehen.  

Knapp vier Millionen Euro teures Projekt

Hebauf beim „Spatzennest“: Anbau geht erst im November in Betrieb

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Neue Plätze für den Penzberger Nachwuchs: Beim fast vier Millionen Euro teuren Anbau des „Spatzennest“-Kindergartens wurde Hebauf gefeiert. Die Inbetriebnahme verzögert sich.

Penzberg – Das Bauvorhaben war im Penzberger Stadtrat ausgiebig diskutiert worden: Kein Wunder, dass am Freitag der Hebauf des Anbaus am „Spatzennest“-Kindergarten mit einer gewissen Erleichterung gefeiert wurde. „Wir haben etwas geschafft, worauf wir lange gewartet haben“, sprach denn auch Bürgermeisterin Elke Zehetner. Die konkreten Vorplanungen begannen bereits 2015, im März 2017 fasste der Stadtrat den endgültigen Beschluss zum Bauen, die Planung wurde im September genehmigt und Spatenstich war dann im Oktober vergangenen Jahres.

Immerhin 3,989 Millionen Euro investiert die Stadt in die Erweiterung der Einrichtung am Daserweg. Diese Zahl nannte Rathauschefin Zehetner. Die reinen Baukosten gab sie mit 3,578 Millionen Euro an – das wäre genau die Obergrenze, die der Stadtrat für die neue Tagesstätte beschlossen hatte. Allerdings kommt die Kommune in den Genuss von 1,353 Millionen Euro an Fördermitteln (wir berichteten). Zu den Kosten gesellen sich weitere 411 000 Euro für die Außenanlagen, Parkplatzflächen sowie die Erschließung – allesamt laut Zehetner nicht förderfähig.

Für das viele Geld bekommt Penzberg jedoch eine Entlastung beim wachsenden Bedarf an Kinderbetreuung. Das neue Angebot „haben wir nötig“, bekräftigte Zehetner. Der dreigeschossige Neubau – geplant von den Architekten Lili und Andreas Doktor sowie Markus Kleinen – mit seinen 1100 Quadratmetern Geschossfläche bietet Platz für vier Gruppen mit jeweils einem Nebenraum, dazu gibt es Sanitärräume und ein barrierefreies WC. Insgesamt 100 neue Betreuungsplätze entstehen so, untergebracht werden aber nur 90 Kinder im Integrationsbetrieb. „Der Bedarf ist da“, sagte Monika Scheer, Geschäftsführerin der seit mittlerweile elf Jahren existierenden „Spatzennest Familienservice gGmbH“, gegenüber der Heimatzeitung. Derzeit werden 85 Kinder in fünf Krippen- und einer Kindergartengruppe betreut, ab September sollen es im Lauf des Jahres dann zehn Gruppen (6/4) werden.

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Zum neuen Kindergartenjahr im September wird der Anbau nicht fertig. Die Inbetriebnahme ist laut Elke Zehetner stattdessen erst am 1. November geplant. Am 12. April war das Dach abgedichtet, derzeit laufen Installationen, Verputz, Trockenbau und Fassadenarbeiten. Grund für die Verzögerung: Der Winter habe dem Zeitplan einen Strich durch die Rechnung gemacht, so die Bürgermeisterin auf Nachfrage. Der Träger hat deshalb für die zwei Monate Übergangsphase einen Alternativplan umgesetzt. Dieser sieht laut Geschäftsführerin Monika Scheer folgendermaßen aus: Ab 1. September kommt eine Gruppe mit 25 Kindern im Container des benachbarten städtischen Kindergartens am Daserweg unter und für zwei Gruppen wird ein Raum im eigenen Altbau unterteilt. Die vierte Gruppe schließlich wird eh erst im Lauf des Jahres gebildet, so Scheer. Für die Geschäftsführerin ist die Anbau-Entscheidung der Stadt richtungsweisend: „Weil es nicht nur eine Momentplanung, sondern auf die Zukunft ausgerichtet ist.“ Der Träger beteiligt sich finanziell: Circa 100 000 Euro werden laut Bürgermeisterin für die Einrichtung beigesteuert.

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