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Paula Maria Reisek in der Penzberger Stadthalle.

Der heimliche Wechsel: Das sagt die neue Stadthallen-Chefin

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Der heimliche Wirte-Wechsel in der Stadthalle ist weiterhin Gesprächsthema in Penzberg. Jetzt meldet sich die neue Chefin zu Wort.

Penzberg - Wie konnte das passieren? Mehrere Wochen lang wusste die Stadt Penzberg nichts davon, dass ihre eigene Stadthalle eine neue Chefin hat. Dass der bisherige Wirt Rudolf Schall weg ist und nun Paula Maria Reisek die Stadthalle und die Gaststätte führt. Die Verärgerung im Rathaus ist groß, nicht vom Wechsel der Geschäftsführung in der „R&G Dienstleistungs GmbH“ unterrichtet worden zu sein. Wie konnte das passieren?

„Das ist die Frage, die mir zurzeit am häufigsten gestellt wird“, antwortet Paula Maria Reisek, die die Stadthalle seit dem Jahreswechsel führt. Ideal wäre gewesen, sich im Stadtrat vorzustellen, das Okay abzuwarten und dann durchzustarten, räumt die 32-Jährige ein. Es sei ihr und Rudolf Schall jedoch nicht klar gewesen, wann der richtige Zeitpunkt ist. Das Problem: Sie habe erst die Geburt ihres dritten Kindes im Dezember und danach die Zeit des Wochenbetts abwarten wollen. „Ich brauchte diese Zeit.“ Dass Rudolf Schall noch am 16. Januar in der Sitzung des Bauausschusses war, ohne dessen Mitglieder zu unterrichten, „war auch mein Fehler“, sagt sie. „Ich habe ihn gebeten, bis Ende Januar abzuwarten, bis ich wieder voll einsatzfähig bin.“ Die Sache sei ihr „höchst unangenehm“. Wie sie die Scherben wieder kitten will? Es sei ihr wichtig, „den Stadtrat zu überzeugen, dass ich dessen Philosophie verfolge, weil Gastronomie meine Leidenschaft ist“.

Wie berichtet, hatte Schall im März 2017 die „R&G Dienstleistungs GmbH“ gegründet und als deren Geschäftsführer den Pachtvertrag für die Stadthalle unterzeichnet. Ende vergangenen Oktober kauften Paula Maria Reisek und ihr Mann Bashir Noori alle Anteile von den beiden Gesellschaftern Rudolf Schall und Frank Mansory. Seit 1. November ist die 32-Jährige Geschäftsführerin, seit 1. Januar auch offiziell Wirtin – wobei sie sich „eher als Unternehmerin“ sieht, „die in einer Wirtschaft tätig ist“. Sie und ihr Mann hätten sich damals gesagt, „dass man sich so ein Objekt wie die Stadthalle nicht entgegen lassen darf“. Ihr Mann betreibt mit einem Partner über die „Feringa Saal GmbH“ den „Feringa Saal“ in Unterföhring. Dort habe man das Problem, dass man keine Räume für kleine Gruppen und Gruppen für 350 bis 380 Personen anbieten könne, die zum Beispiel Konferenzen und Tagungen abhalten. In der Penzberger Stadthalle wäre dies möglich.

Die Hotel- und Restaurantfachfrau bestätigt zugleich, dass sie bereits seit September in der Stadthalle tätig ist. Sie habe im Hintergrund mitgewirkt, sagt Paula Maria Reisek. „Wir haben mit Personal und Equipment wie Geschirr und Besteck vom Feringa-Saal ausgeholfen.“

Von der Stadthalle sei sie „vom ersten Moment an begeistert“ gewesen. Man spüre darin die Liebe zum Detail und die Geschichte. Sie wolle, dass die Stadthalle wieder ein „Mittelpunkt der Stadt“ werde und möglichst wenig Leerlauf herrsche. Paula Maria Reisek spricht von einem „Ort für Jedermann“, für Kultur und private Geburtstagsfeiern wie für Vereine. Ihr Wunsch wären auch ein kleines Oktoberfest und eine Silvestergala, sagt sie. Um den Service bei Veranstaltungen zu verbessern, will Paula Maria Reisek die selbst ausgebildeten Mitarbeiter aus dem „Feringa Saal“ einsetzen. In der Gaststätte, sagt die die junge Frau, würde sie aber einiges ändern: die Essenspreise senken („Das ist momentan zu teuer“) und neben der bayerischen Küche auch Angebote für jüngere Gäste – sie nennt „Burger“ als Beispiel – einführen. Oben in der Stube möchte sie mehr Ambiente. Und auch einen anderen Namen als „Der Penzberger“ würde sie gern haben. „Der ist ein bisschen einfallslos.“ Im Gegensatz zu Rudolf Schall will sie aber nichts am kleinen Saal ändern. Er ist ihr zufolge ideal für Tagungen und Konferenzen. Was will sie besser machen als ihr Vorgänger? „Ich werde mich mehr kümmern und meine persönliche weibliche Komponente einbringen“, antwortet sie.

Paula Maria Reisek bestätigt aber auch, dass die „R&G“ aus Schalls Zeiten rund 50.000 Euro Schulden bei der Stadt Penzberg hat. Sie speisen sich vor allem aus Nebenkosten sowie aus Pacht, die nicht gezahlt wurden. Sie wolle mit Schall und der Stadt darüber sprechen, wer zuständig ist und wie der Betrag abgegolten werden könne.

Paula Maria Reisek ist eigenen Worten nach seit acht Jahren im Gastronomiebereich tätig. Sie ist auch Geschäftsführerin der „Noori’s Holding GmbH“, der Muttergesellschaft der „Norris Gastronomie“, mit der die 32-Jährige und ihr Mann das „Wirtshaus Gröbenzell“ betreiben und die die „R&G“ – also die Gesellschaft für die Stadthalle – mit Darlehen unterstützt. Außerdem existiert die „ALP Gastronomie“. Diese Gesellschaft, so Paula Maria Reisek, sei selbstständig und betreibe das Restaurant „Dillinger“ in München. Gesellschafter ist dort ihr Mann.

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