Bürger beschweren sich auf Facebook

Heiße Debatte um Christkindlmarkt

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Der Termin für den Penzberger Christkindlmarkt Ende November sorgt für Kontroverse - auch in den sozialen Medien. Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann versucht, die Wogen zu glätten.

Penzberg – Der Aufschrei in den sozialen Netzwerken war groß. Als publik wurde, dass der Penzberger Christkindlmarkt heuer – entgegen der Tradition – nicht am ersten Adventswochenende, sondern bereits eine Woche früher stattfindet (wir berichteten), hagelte es verärgerte Kommentare. Ein User fragte etwa: „Wie wäre es, wenn wir den Christkindlmarkt gleich im Juli machen und anstatt Glühwein kühle Getränke verkaufen?“ Reihenweise ähnliche Beiträge folgten. Auf Nachfrage versucht die Stadt nun, ihr Vorgehen zu erklären.

Der Termin für den Christkindlmarkt stand dabei von Anfang an unter keinem guten Stern. Denn: Ursprünglich sollte der Markt, wie im vergangenen Jahr, auch heuer an zwei Tagen, also Samstag und Sonntag, stattfinden. Zugleich sollten die Geschäfte am Sonntag geöffnet sein. Eine entsprechende Verordnung über den Ablauf des Penzberger Christkindlmarktes wurde laut Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann Mitte 2016 verabschiedet. Da der erste Advent heuer jedoch in den Dezember fällt – ein Monat, in dem ein verkaufsoffener Sonntag rechtlich nicht zulässig ist – musste das nun so kritisch beäugte letzte Novemberwochenende als Termin herhalten.

Zu allem Überfluss übersahen die Organisatoren dabei zunächst, dass der Sonntag, 26. November, der „Totensonntag“ ist. Ein stiller Feiertag der evangelischen Kirche, an dem der Verstorbenen gedacht wird. Mit Feierlichkeiten und Weihnachtsmusik sei dies „natürlich nicht vereinbar“, räumt Holzmann ein. Das Ende vom Lied: Der Christkindlmarkt findet heuer nur am Samstag, 25. November, statt. Der verkaufsoffene Sonntag bleibt aber bestehen.

Eine Lösung, mit der die evangelische Pfarrerin Ursula Schwager nur bedingt zufrieden ist. „Es ist ein Notkompromiss“, sagt sie. „Grundsätzlich würden wir uns zwar wünschen, dass am Totensonntag nicht nur kein Christkindlmarkt ist, sondern auch keine Geschäfte geöffnet haben. Aber so, wie das heuer gelaufen ist, können wir mit dieser Variante leben.“ Ähnlich äußert sich ihr Amtskollege von der katholischen Gemeinde, Pfarrer Bernhard Holz. „Als einmalige Ausnahme ist das okay“, betont er. Für die Zukunft müsse man sich jedoch dringend etwas überlegen. Er bedauert, dass in seinen Augen der Kommerz eine zu große Rolle bei der Planung des Christkindlmarktes spiele. „Man hätte ihn einfach am Adventswochenende ausrichten sollen. Ich kann mir ja den Heiligen Abend auch nicht auf den 15. Dezember legen, nur weil mir das vielleicht besser ins Konzept passt.“

Dass die Stadt kurzfristig versuchte, einen passenderen Termin zu finden, betont Peter Holzmann. „Wir haben vorgeschlagen, auf Samstag, 8. Dezember auszuweichen, und den Christkindlmarkt wie früher an der Bahnhofsstraße zu veranstalten.“ Eine Idee, die auch von mehreren Facebook-Usern vorgebracht wurde. „Doch die Gewerbetreibenden wollten nicht auf den verkaufsoffenen Sonntag verzichten“, sagt Holzmann. Auch die Vereine und Standbetreiber hätten auf den Novembertermin bestanden, da sie bereits damit geplant hatten.

Den Ärger über den Termin vor dem ersten Advent kann Holzmann zum Teil nachvollziehen. „Mir wäre es später auch lieber“, sagt er, verweist jedoch auf die Satzung. Vorwürfe von Seiten der BfP-Fraktion, man könne dann „ja gleich einen karibischen Markt“ abhalten, sind für ihn hingegen nur Eines: „Unsachlich und reine Verarsche.“

Rubriklistenbild: © Baar

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