Testlauf für Online-Fasching: Fabian Atzenbeck und Maxi Ellert  hatten am 11.11. den Penzberger Faschingsauftakt über die Videokonferenz-Plattform Zoom gefeiert.
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Testlauf für Online-Fasching: Fabian Atzenbeck und Maxi Ellert hatten am 11.11. den Penzberger Faschingsauftakt über die Videokonferenz-Plattform Zoom gefeiert.

OK Penzberger Fasching gibt noch nicht auf

Hoffen auf einen Online-Fasching

  • vonWolfgang Schörner
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Einen Fasching wie in den vergangenen Jahren wird es heuer nicht geben. Ganz streichen will das OK Penzberger Fasching ihn allerdings nicht. Es hat mehrere Ideen für eine Online-Version entwickelt. Mitte Januar sollte es eigentlich losgehen. Wegen der aktuellen Corona-Situation glaubt daran jedoch keiner mehr. Jetzt ruhen die Hoffnungen auf Februar.

  • Normalerweise haben die Faschingsfreunde im Januar Hochsaison.
  • Durch den Corona-Lockdown ist an frohes Treiben derzeit aber nicht zu denken.
  • Das OK Penzberger Fasching hat sich einige Alternativen einfallen lassen, ob diese sich aber umsetzen lassen, steht noch in den Sternen.

Penzberg – Eigentlich beginnt im Januar die Hoch-Zeit für die Faschingsfreunde: Bälle, Auftritte und Gardetänze in immer kürzerem Takt, bis alles mit Gaudiwurm, Rosenmontagsball und Kehraus endet. Dass die närrische Zeit heuer nicht in dieser Form ablaufen wird, schwante dem OK Penzberger Fasching schon im vergangenen Sommer. Ein Prinzenpaar suchte es gar nicht mehr aus. Allerdings machten sich die Penzberger Faschingsorganisatoren bereits damals Gedanken über Alternativen. Daraus entstanden die Ideen für ein Online-Gardetreffen, für eine Art „Fasching to go“ im heimischen Wohnzimmer und für einen mobilen Fasching. Start sollte in der zweiten Januarhälfte sein.

„Gehen davon aus, dass im Januar nichts stattfinden wird“

Steigende Corona-Infektionszahlen und die verschärften Einschränkungen haben es jedoch zusehends unsicher gemacht, ob der Online-Fasching überhaupt stattfinden kann. Kurz vor Weihnachten schalteten sich die Organisatoren per Video zusammen, um zu beraten. „Wir gehen davon aus, dass im Januar nichts stattfinden wird“, berichtete Holger Fey, Vorsitzender des Faschingsvereins, auf Nachfrage. „Aber sobald irgendetwas geht, werden wir was machen.“ Allerdings nicht auf Biegen und Brechen, fügt er an. Das bringe nichts. Die Hoffnung ruht ihm zufolge nun auf dem Ende der Faschingszeit, als auf die ersten zweieinhalb Wochen im Februar. Zumindest die traditionelle Faschingszeitung soll ab Mitte Januar ausgeliefert werden. Auch Mund-Nasen-Masken mit dem Faschingsruf „Lasst’s net aus“ wurden entworfen.

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Überlegt hatten die Penzberger Faschingsleute, wie Fasching unter Corona-Bedingungen stattfinden könnte, also mit möglichst wenig Kontakten. Geboren wurde so die Idee eines Online-Gardetreffens. Die drei Penzberger Garden, erzählt Vizevorsitzender Benedikt Brennauer, hätten seit dem letzten Fasching trainiert, anfangs einzeln vor dem Computerbildschirm, danach im Freien mit viel Abstand auf der Berghalde. Später sei es für ein paar Wochen möglich gewesen, in der Turnhalle zu trainieren. Seit dem neuen Lockdown geht aber nichts mehr.

Die Idee zum Online-Gardetreffen ist laut Brennauer entstanden, weil man den Garden eine Plattform bieten wolle. Dabei sollen einige Garden aus Penzberg und dem Umkreis – streng voneinander getrennt – in der Stadthalle ohne Publikum auftreten und die Tänze online übertragen werden. Die Voraussetzung, so Holger Fey: Die Garden müssen, wie im Sommer, miteinander tanzen dürfen. Ursprünglich war dafür der 22. und 23. Januar vorgesehen. Vielleicht wird jetzt im Februar etwas daraus. „Wir versuchen so flexibel wie möglich zu sein“, sagt Holger Fey.

„Fasching to go“, damit daheim gefeiert werden kann

Die zweite Idee ist eine Art „Fasching to go“. Das heißt: Die Penzberger können daheim unter fachmännischer Anleitung Fasching feiern. Unter dem Motto „Penzberg feiert Gunkl“ will das OK eine Checkliste anbieten – zum Beispiel, dass man Konfetti, Verkleidung und Getränke benötigt. Dazu soll es eine etwa einstündige Online-Show geben, in der das OK ein kleines Programm mit Moderation, Sketch oder Tanz bietet. Geplant war dies für 30. Januar. Aber auch dieser „Fasching to go“ steht jetzt unter dem Vorbehalt der Corona-Einschränkungen.

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Dasselbe gilt für die dritte Idee. Sie dreht sich um einen „mobilen Fasching“. Die Faschingsleute wollten vor ausgewählten Einrichtungen im Freien tanzen, während das Publikum von den Fenstern aus zusieht. „Es wäre für unsere Leute schwer, wenn man alles absagen müsste“, sagt OK-Präsident Maxi Ellert. Es sei wichtig, die Motivation hochzuhalten, damit die Gruppen und letztlich der ganze Verein zusammenbleibt. Im Oktober hatte der Faschingsverein noch seine Wahlen durchführen können: Als Vorsitzender und Vize wurden Holger Fey und Benedikt Brennauer gewählt, als Schriftführerin Kathrin Cardello und als Kassierin Birgit Freudenberg. Neue Jugendleiter sind Manuela Daxl und Jana Grell. Bestätigt wurde Maxi Ellert als OK-Präsident.

Einen internen Online-Probelauf gab es übrigens bereits. Am 11.11. sendeten Maxi Ellert und Fabian Atzenbeck eine Stunde lang live aus der Stadthalle in die Wohnzimmer. „Es war sehr ungewohnt, so allein in der Stadthalle“, erzählt Maxi Ellert. „Aber unterhaltsam“, so Benedikt Brennauer. Ein guter Vorgeschmack auf den Online-Fasching.

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