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Sorgte für Erstaunen: Die massive Holzwand, die an der B 472 bei Sindelsdorf auf Aluminiumpfosten errichtet wurde. Ebenso weiter vorn an der Abzweigung nach Penzberg.

Bei Sindelsdorf und Penzberg

Was sollen die Holzwände an der B 472 ?

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Sindelsdorf/Penzberg – Manche Autofahrer sind erstaunt - wegen einer gut 30 Meter langen Holzwand, die an der B 472  an der Abzweigung nach Sindelsdorf steht. Genauso an der Abzweigung nach Penzberg. 

Stark verwundert ist darüber ein Habacher, der etwa dreimal täglich an der Stelle vorbeifährt. Seiner Meinung nach sind die Wände verkehrsgefährdend. Sehr oft, sagte er, habe er an der Einmündung nach Penzberg, von Benediktbeuern kommend, bremsen müssen, weil Autofahrer in die Bundesstraße „geschossen“ sind. Sein Argument: Wenn die Holzwände errichtet sind, wird es noch gefährlicher, weil man die Autos erst im letzten Augenblick sieht und nicht mehr reagieren kann.

Martin Dondl, Leiter der Unfallkommission am Landratsamt Weilheim-Schongau, versteht diese Befürchtung. Die massiven Wände erregten im ersten Moment Unverständnis und würden vielleicht als kontraproduktiv bewertet, sagte er auf Anfrage. Die Wände würden jedoch nicht bis zur Haltelinie reichen – und somit die Sicht in die Straße nicht behindern, argumentiert er. Zudem sei zwischen Wand und Boden ein 80 Zentimeter großer Zwischenraum. Durch diesen könnten Autofahrer, von Richtung Benediktbeuern kommend, die Autos in der Einmündung sehen. Die zwei Meter hohen Holzwände sollen laut Dondl genau das verhindern, was der Habacher befürchtet: Sie sollen wartepflichtige Autofahrer zwingen, nicht mehr hastig in die B 472 abzubiegen, sondern sich langsam an die Haltelinie heranzutasten. „Als Experten sind wir der Meinung, dass die Maßnahme wirkt“, sagte Dondl.

Auf den Einwand, dass die Wände die Gefahr erhöhen könnten, verwies Dondl auf die Unfallkommission – ein Organ, das aus Dondl, einem Vertreter der Verkehrsbehörde des Landratsamtes und der Polizei besteht. Der Kommission nach gelten die beiden Stellen als Unfallschwerpunkt. Bei Unfällen wie an der Abzweigung nach Penzberg werde zu 90 Prozent der Verkehr aus Bad Tölz übersehen, trotz einer Sicht von fast einem Kilometer. Die Holzwände, so Dondl, seien ein Versuch, weitere Unfälle zu verhindern. Falls nötig, sagte er, könnte die untere Lage an den Wänden abgenommen werden, damit die Fahrer auf der B 472 die Autos in der Einmündung besser sehen.

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