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Bürgerdialog in Penzberg

Hotel: „Vorsicht bei der Investor-Suche“

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Wenn in Penzberg ein Vier-Sterne-Hotel entsteht, ist für einen Erfolg nicht nur die Lage des Hauses von Bedeutung. Wichtig ist es ebenso, einen guten Hotelier zu finden. Und einen Investor, der das Projekt nicht als Melkkuh sieht. „Sonst ist das Hotel in 20 Jahren tot.“ Diese Einschätzung kommt aus berufenem Munde: von dem Murnauer Fünf-Sterne-Hotelier Christian Bär.

Penzberg – Christian Bär betreibt den Alpenhof Murnau, ein Fünf-Sterne-Haus mit 80 Zimmern. Diese Woche hatte er einen Teil der Berliner Regierungspolitiker zu Gast, die sich zuvor auf der Zugspitze getroffen hatten. Seit vier Jahren ist Christian Bär Chef des vor 50 Jahren gebauten Hotels am Rande des Murnauer Mooses. Voriges Jahr übernahm der 47-Jährige vom Eigentümer, der Tengelmann-Gruppe, die Betreibergesellschaft und pachtete das Haus langfristig. „Ich habe einen Eigentümer, der an das Hotel glaubt“, sagt er. „Ein Hotel überlebt nur, wenn alles, was erwirtschaftet wird, zurück ins Hotel fließt.“

Deshalb müsse sich Penzberg einen Investor genau anschauen. Bär warnt: „Von jenen, die sich melden werden, wollen nur fünf Prozent ein Hotel betreiben, der Rest will Rendite rausziehen.“ Und der Hotelier selbst? „Am besten ist, wenn der Investor schon mit einem Hotelier kommt.“ Der Hotelier müsse Ideen haben, so Bär. „Am schönsten wäre, wenn Sie einen finden, der hier sein Herz verloren hat.“ Bei der Suche, sagte er, gehöre natürlich „auch ein bisserl Glück“ dazu.

So weit ist man in Penzberg aber noch nicht mit den Plänen für ein Vier-Sterne-Hotel. Dort geht es im Rahmen eines Bürgerdialogs erst einmal um die Standortsuche. Eine Frage ist laut Stadt, was aus Sicht von Tourismus-Experten zu beachten ist. Darum drehte sich am Montagabend ein erster Themenabend im Penzberger Rathaus-Sitzungssaal. Allerdings waren, außer sieben Stadtratsmitgliedern, nur neun Besucher gekommen. Es gab vor allem Nachfragen, grundsätzliche Kritik dagegen nicht. Am Podium saßen der Murnauer Hotelier Christian Bär, Susanne Lengger vom Tourismusverband Pfaffenwinkel und Carl Schulze-Berndt von der Beratergesellschaft Hoga, nicht zu verwechseln mit dem Hotel-Verband Dehoga.

Wichtig für den Erfolg eines Hotels sind laut Bär drei Dinge: „Lage, Lage, Lage. Sonst ist es zum Scheitern verurteilt.“ Dafür müsse man auch ein Stück Natur hergeben. „Ich weiß, dass viele diese Meinung nicht teilen, wir alle leben von der Natur.“ Ein anderer wichtiger Punkt ist ihm zufolge, die Bevölkerung einzubinden. „Ohne die Murnauer könnte ich nicht überleben“, so Bär. Einheimische würden bei ihm „einen besseren Preis“ erhalten, zum Beispiel, wenn sie dort Geburtstag oder Erstkommunion feiern wollen. „Weil sie für mich werben.“

Auf eine Frage von Anton Gumberger sagte der Hotelier, dass wohl am besten ein gemischtes Tagungs- und Individualhotel passen würde, also für Geschäftsreisende und Touristen. Ein Hotel müsse das ganze Jahr über Geschäft machen. „Das geht nur mit einer Mischform.“ Und in flauen Zeiten müsse das Hotel den Preis senken. So weit, dass die Selbstkosten drin sind. Dazu noch ein gutes Internetmarketing und ein Wellnessbereich. „Ich verspreche ihnen, dass sie dann 70 bis 75 Prozent Auslastung auch in Penzberg haben werden“, sagte Bär.

Zur Hotel-Größe erklärte er, dass es unter 60 Zimmern schwer sei. „Aber bitte keine Bettenburg mit 150 Zimmern, weil Sie dann einen Hotel-Riesen bekommen.“ Der Stadtrat hatte, wie berichtet, als Hausnummer 75 bis 110 Betten genannt. Ein weiterer Tipp von Bär für das Hotel: das Unternehmen Roche ins Boot holen, aber sich nicht von dessen Buchungen abhängig machen.

Er selbst hätte kein Problem mit Konkurrenz in der Nähe. „Ich begrüße jedes richtige Hotel in der Umgebung, um unsere Destination zu vermarkten.“ Vor allem gegen die Konkurrenz auf österreichischer Seite. Bärs Ratschlag: ein Naturhotel für Familien mit Kindern. Das gebe es in der Region nicht. „Es wäre ein Nischenprodukt und 365 Tage im Jahr voll.“

Fortsetzung

Bei einem Bürgerworkshop am Mittwoch, 16. Mai, ab 19.30 Uhr im Rathaus-Sitzungssaal geht es um Hotel-Standorte und Kriterien. Weitere Themenabende folgen im Juni zu Umwelt und Verkehr.

Rubriklistenbild: © dpa / Swen Pförtner

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