16 Vorschläge sind nach einer Vorprüfung noch im Rennen, wie die Grafik des Moderators zeigt: auf Gut Hub an der Seeshaupter Straße und auf der Kapellenwiese, an der Westtangente, im Industriepark Nonnenwald (allein drei), in Reindl, an der Straße des 28. April 1945, am Bahnhofsparkplatz, am Ortsausgang nach Sindelsdorf und am ESV-Platz.

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Hotel in Penzberg: Aus 50 wurden 16 Standorte

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50 Vorschläge für Hotel-Standorte in Penzberg gab es bislang. Jetzt sind es nur noch 16, darunter einige Plätze auf Gut Hub, im Industriepark Nonnenwald, in Reindl und am Ortsausgang nach Sindelsdorf. Der Rest fiel durchs Raster.

Penzberg – Rund 25 Besucher kamen am Mittwochabend zur nächsten Etappe des Hotel-Bürgerdialogs ins Rathaus. Dort ging es ums Eingemachte: um die Standorte und die Bewertungskriterien. Wie berichtet, waren beim ersten Hotel-Anlauf 2013 und bei der Neuauflage heuer aus der Bevölkerung zusammen 68 Vorschläge eingereicht worden, mehrere davon doppelt. Im Endeffekt handelte es sich um 50 Standorte. Diese Zahl ist nun geschrumpft: auf 16. Das war allerdings nicht das Ergebnis des Treffens am Mittwoch, es stand schon vorher fest.

Hotel-Moderator Daniel Schreyer informierte eingangs darüber, dass die 50 Standorte eine erste Prüfung durchlaufen haben. Die Stadt fragte bei der Regierung von Oberbayern für jeden Standort nach, ob das „Anbindegebot“ eingehalten wird – also ob der Standort an eine Siedlung angebunden ist. Wobei es laut Schreyer nicht um eine Zufahrt durch eine Straße gehe. Das Anbindegebot, erklärte er, will eine Zersiedelung der Landschaft verhindern. Bei 14 Standorten legte die Regierung ein Veto ein, zum Beispiel für den Campingplatz und das Gutsgebäude auf Gut Hub, für Obermaxkron, Zibetholzweg, die Gegend um Schönmühl und den alten Steinbruch in Verlängerung der Ludwig-März-Straße.

14 weitere Standorte fielen durch, weil sie auf Privatgrund liegen und der Eigentümer kein Interesse hat. Dazu gehört zum Beispiel die Berghalde. Sie gehöre dem Staatsforst und sei von der Stadt nur gepachtet für Erholungszwecke, erklärte Stadtbaumeister Justus Klement. „Der Staatsforst will dort kein Hotel.“ Ebenso strich die Stadt selbst vier Standorte von der Liste, weil drei auf Iffeldorfer und einer auf Sindelsdorfer Gebiet liegen. Die Penzberger Bevölkerung, sagte Schreyer, könne in einem Bürgerentscheid – er steht am Ende des Hotel-Dialogs – nicht über Angelegenheit anderer Gemeinden entscheiden.

Am Ende flogen noch sieben weitere Standorte durchs Raster – wegen der Grundstücksgröße. Mindestens 6500 Quadratmeter seien für das vorgesehene Vier-Sterne-Hotel nötig, sagte Schreyer. Diesen Wert hatte auch schon Hotelier Christian Bär vom Alpenhof Murnau beim Tourismus-Themenabend im Rathaus als Hausnummer genannt. Wobei er damals mit Außenanlagen sogar auf einen Hektar, also 10 000 Quadratmeter, kam. Laut Schreyer sind deshalb zum Beispiel der Stadtplatz und die Freiflächen beim Wellenbad zu klein. Das Layritz-Gelände und die Fläche westlich der Birkenstraße fielen heraus, weil dort zum einen das Blaulichtzentrum und zum anderen ein neues Wohnviertel geplant sind.

Die 16 übrig gebliebenen Standorte lagen am Mittwoch den 25 Dialog-Besuchern vor. Erstaunt äußerte sich Dietmar Streidl darüber, dass darunter auch der ESV-Platz ist. Das würde das Ende des Vereins bedeuten, warnte er. Moderator Schreyer erklärte, dass dieser Ort im Rathaus ebenfalls als „problembehaftet“ gesehen werde. „Wir wollten Ihnen den Standort nicht vorenthalten, weil er theoretisch möglich wäre.“

Insgesamt wurde an dem dreistündigen Abend sachlich und ernsthaft diskutiert. Ein Vorschlag laute, das Konzept des Vier-Sterne-Hotels Griesbräu in Murnau zu übernehmen – es ist auf mehrere Orte verteilt. Laut Schreyer ist es einem Investor unbenommen, so etwas zu machen, unabhängig vom aktuellen Hotel-Projekt. Hubert Helfenbein zweifelte grundsätzlich die Notwendigkeit eines Hotels angesichts der aktuellen Auslastung an. Laut Schreyer und Susanne Lengger vom Tourismusverband ist diese aber gar nicht so schlecht. Sie habe im Jahr 2017 zwischen 30 Prozent (Januar) und 60 Prozent (August) gelegen. Zugleich sagten sie, dass diese Zahlen keine Rückschlüsse auf die Auslastung eines höherklassigen Hotels zulassen.

Weiter geht’snach den Ferien

Die Anwesenden diskutierten in drei Arbeitsgruppen ebenso die Kriterien für die weitere Standortauswahl, etwa die Bedeutung der Verkehrsanbindung, die Einbettung in das Umfeld und der Landschaftsverbrauch. Nach den Pfingstferien soll es mit diesen Kriterien weitergehen. Laut Schreyer können sie mit einem Punktesystem unterschiedliches Gewicht erlangen und auf dieser Basis die verbliebenen Standorte durchleuchtet werden. Das soll in weiteren öffentlichen Veranstaltungen geschehen. Schreyer: „Idealerweise werden so ein oder mehrere Standorte herausgefiltert.“

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