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Neues Planspiel: Auf der Wiese an der Zufahrt zu Gut Hub (rot) könnte ein Hotel hinkomm en. Der beim Bürgerentscheid abgelehnte Standort befand sich im Fichtenwald, unweit des Hubersees (rechts).

Neuer Standort in Penzberg

Hotel-Pläne: Gegner kündigen Protest an

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Die neuen Hotel-Pläne in Penzberg stoßen auf Kritik: Die Bürgerinitiative gegen ein Hotel am Hubersee lehnt den jetzt diskutierten Standort ab.

Penzberg – Die derzeit im Penzberger Rathaus verfolgte Idee, ein Hotel an der Zufahrt zu Gut Hub zu bauen, stößt nicht überall auf Gegenliebe. Die Bürgerinitiative, die bereits 2015 einen Hotelbau im Fichenwäldchen am Hubersee per Bürgerentscheid verhindert hatte, kündigt Widerstand an.

Eigentlich sieht es politisch gar nicht so schlecht aus mit dem anvisierten Standort auf dem stadteigenen Grundstück zwischen Seeshaupter Straße und Badesee-Stüberl am Kirnbergsee. Der Bauausschuss hatte bereits in der Februar-Sitzung der Verwaltung einen Handlungsauftrag erteilt. Auch Bürgermeisterin Elke Zehetner kann sich mit dem Areal anfreunden („Das ist ein kleines Sahnestückchen“). Zudem hat die Regierung von Oberbayern laut Rathauschefin grundsätzliche Zustimmung für eine dortige Bebauung signalisiert.

Auf Ablehnung stößt die Idee allerdings bei der Bürgerinitiative. An ihrem Standpunkt habe sich nichts geändert, bekräftigte gestern Sprecher Dr. Volker Hoensch auf Nachfrage der Heimatzeitung: Die BI lehnt eine Hotelansiedlung rund um die dortigen Gewässer – Hubersee, Kirnbergsee und Strangenweiher – kategorisch ab. „Der Hubersee ist ein grünes Kleinod, ein Relikt aus der Eiszeit“, sagt Hoensch. „Das gilt es zu bewahren.“ Er bezieht sich auf ein Gespräch am 11. Mai mit den Experten der Limnologischen Station in Iffeldorf: Diese hätten bestätigt, dass es sich bei dem Gewässer um einen Toteiskessel handelt, ähnlich den Osterseen. Hoensch spricht von einem „unwiederbringlichen Naturgut“.

BI-Sprecherin Bärbel Bierling sieht durch den alternativen Standort das Naherholungsgebiet gefährdet – eines der wenigen, das Penzberg in der Stadt besitze, wie sie sagt. Für sie ist deshalb das Hanggrundstück oberhalb des Campingplatzes für ein Hotel „nicht akzeptabel“. Sie kündigt Protest an, sollten die jetzigen Pläne konkret werden.

Bierling nimmt die Bürgermeisterin für das weitere Vorgehen in die Pflicht. Elke Zehtener hatte angekündigt, bei allen Planungen die Penzberger intensiv einzubeziehen. Es ist eine Lehre aus dem verlorenen Bürgerentscheid von 2015, den Zehetner mit einer „nicht gut vorstellbaren Planung“ begründet.

Grundsätzlich machen die beiden BI-Sprecher aber klar, dass die Initiative generell nichts gegen einen Hotelbau in der Stadt hätte. „Aber nicht an diesem Standort“, so Volker Hoensch. Bärbel Bierling betont, dass die BI weiter gesprächsbereit sei. Sie kritisiert aber in Richtung Rathaus: „Die Bürgermeisterin sucht nicht das Gespräch mit uns.“

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