Baumstümpfe: der gefällt Wald südlich des Kreisverkehrs. Nächste Woche werden neue Bäume gepflanzt.
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Baumstümpfe: Das Fichtenwaldstück südlich des Kreisverkehrs wurde gefällt. Nächste Woche werden neue Bäume gepflanzt.

Entscheidung in Penzberg

„Hotel-Wald“: Es bleibt bei der Aufforstung - kurzzeitig sah es aber anders aus

  • vonWolfgang Schörner
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Nächste Woche soll die Aufforstung des gefällten „Hotelwalds“ nahe dem Hubersee beginnen. Rund 5000 junge Eichen und Schwarzerlen werden gepflanzt. Kurzzeitig sah es allerdings so aus, als ob es nichts wird mit dem neuen Wald. Im Gespräch war, aus dem Gebiet ein „arten- und blütenreiches Grünland“ zu machen.

Penzberg – Im Dezember war der östliche Teil des durch Stürme und Borkenkäfer geschädigten Fichtenwalds gefällt worden. Damals hieß es, dieses Gebiet südlich des Kreisverkehrs an der Seeshaupter Straße werde als Mischwald wieder aufgeforstet. Der Plan geriet nun kurzzeitig ins Wanken. Als Alternative stand im Raum, daraus ein „artenreiches Extensivgrünland“ zu machen, ähnlich der südlich gelegenen Biotopfläche, die vor allem aus Streuwiese und aus Flachmoor besteht.

Alternative für Aufforstung: „Artenreiches Extensivgrünland“

Diskutiert wurde darüber jüngst im Penzberger Umweltausschuss. Andreas Wowra von der städtischen Umwelt- und Klimaschutzabteilung hatte auf eine Anfrage der BfP-Fraktion hin dem Ausschuss zwei mögliche Varianten für das Gebiet vorgelegt. Zum einen war dies die geplante Aufforstung mit Mischwald. Zum anderen beschrieb er als Alternative die Schaffung eines „artenreiches Extensivgrünland“. Dabei verwies er auf ein Luftbild aus dem Jahr 1945, das das Gebiet ohne Bäume zeigt, „vermutlich Feucht- und Nasswiesen“, wie er erklärte. In der südwestlichen Hälfte könnten Streuwiesen entwickelt werden, so Wowra. Hangaufwärts wären „arten-, blüten- und strukturreiche Wiesen“ als Ziel anzustreben, vergleichbar den Wiesen am Kirnberger See. Zuvor beseitigt werden müssten dafür die Wurzelstöcke. Ein Vorteil wäre laut Wowra, dass die Fläche „unter günstigen Bedingungen bereits nach wenigen Jahren wichtige Funktionen zur Sicherung der Artenvielfalt“ erfüllen würde. Zudem könnte die Stadt diese Fläche dann in ihrem Ökokonto verbuchen, dem kommunalen Sparkonto für Ausgleichsflächen. Das Ganze wäre aber teuerer als eine Aufforstung. Eine Empfehlung für eine der Varianten wollten weder seine Klimaschutzabteilung noch die Untere Naturschutzbehörde und der Landschaftspflegeverband abgeben.

Unterschiedliche Ansichten im Penzberger Umweltausschuss

Unterschiedliche Ansichten herrschten im Umweltausschuss. Hardi Lenk (SPD), Jack Eberl (FLP) und Armin Jabs (BfP) plädierten für die Streuwiese. Sie verwiesen vor allem darauf, dass sie auf dem städtischen Ökokonto verbucht werden könnte. Man zahle immer wieder Geld, um in anderen Landkreisen Ausgleichsflächen zu bekommen, hier könnte man in unmittelbarer Umgebung der Natur etwas Gutes tun, sagte Lenk. Jabs argumentierte, dass sich eine Streuwiese schneller entwickeln würde und sich Arten der roten Liste ansiedeln könnten. Der Wald brauche dagegen Jahrzehnte. Es bestehe momentan auch eher ein Defizit an Streuwiesen als an Wald, sagte er.

Für eine Aufforstung sprachen sich Bürgermeister Stefan Korpan, Maria Probst, Ludwig Schmuck (alle CSU), Martin Janner (PM) und Sebastian Fügener (Grüne) aus. Korpan verwies darauf, dass der Bevölkerung gesagt wurde, dass der Wald wieder aufgeforstet werde. Das müsse man berücksichtigen. Ludwig Schmuck erinnerte auch an den Aufschrei, als der Wald einst für das Hotel gefällt werden sollte. Martin Janner sagte, auch eine Aufforstung sei eine Aufwertung, außerdem schirme ein Wald den Verkehrslärm ab. Die Entscheidung fiel letztlich mit 5:3 für die Aufforstung.

Rund 5000 junge Bäume werden gepflanzt

Beginnen soll sie am kommenden Dienstag, wie Förster Georg Goldhofer gestern auf Nachfrage sagte. Ihm zufolge dauert es zwei Tage, bis die jungen Bäume gepflanzt sind. Laut Andreas Wowra werden auf rund 10 000 Quadratmetern Schwarzerlen und Stieleichen (aber keine Roteichen, wie ursprünglich geplant) aufgeforstet. Insgesamt geht es um rund 5000 neue Bäume.

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