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Campendonk in der Experimentierphase: Museumsleiterin Gisela Geiger (r.) erklärt Bürgermeisterin Elke Zehetner, warum das 1912/13 entstandene Werk „aus dem Rahmen fällt“: Die Kreuzigungsszene wird flankiert von einer Tänzergruppe und einem räudigen Hund – „irgendetwas passt immer nicht“, sagt Gegier zu dieser Schaffenszeit des Künstlers.

Campendonk-Museum Penzberg

Der Hype geht weiter

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Penzberg - Heute beginnt in Penzberg die umgebaute Campendonk-Schau. Ab 2017 sollen auch andere Künstler zu sehen sein.

Heinrich Campendonk zieht. Seit der Eröffnung des umgebauten „Museum Penzberg“ samt Sonderschau mit Werken des Blaue-Reiter-Malers (1889–1957) besuchten bereits gut 5600 Kunstfreunde die neue Kultureinrichtung. Nicht eingerechnet sind die 2000 Menschen an den beiden Eröffnungstagen Anfang Juni. Weil eine „große Nachfrage“ nach dem Expressionisten Campendonk herrscht und verstärkt Anmeldungen für Führungen eingehen, wie Museumsleiterin Gisela Geiger sagt, wird die Ausstellung bis Jahresende verlängert. Eröffnung ist heute Abend. Wobei: Eigentlich ist eine neue Schau, wie sich gestern beim ersten Rundgang zeigte.

Denn gut 50 neue Papierarbeiten sind zu entdecken. Dies ist konservatorischen Gründen zu verdanken. Die bisher zu sehenden Aquarelle und Tuschpinselzeichnungen mussten nach drei Monaten zurück ins Depot. Dafür kamen andere Werke aus dem städtischen Fundus samt vier Leihgaben an die Wände.

Unter den neuen Papierarbeiten fallen Selbstporträts und Kreuzigungsmotive auf. Zum Beispiel porträtierte sich Campendonk 1909 selbst, „auffällig ist der sehr spezielle Blick“, erklärt die Museumsleiterin. Grund: Der Künstler schaute beim Malen in den Spiegel, zudem verlieh die schwierige Lebenssituation als junger Künstler seinem Antlitz einen sorgenvollen Ausdruck. Der „Tanz“ von 1924 dagegen besticht durch die lebensfrohe Ausdrucksweise und der „explosiven Geste“, wie Geiger sagt – das Kraftvolle trifft hier auf die Zartheit der Farben.

Neu in der Ölgemälde-Abteilung hängt ein besonderes Hinterglasbild: Campendonk malte es 1926, es hing in einem Art-Hotel in Duisburg. Die untitulierte Leihgabe einer Sammlerin aus Toronto „zielt auf Lichteffekte ab“, schwärmt Geiger. Erfreulich: Diverse Leihgaben dürfen länger hängen. Geiger spricht von einem Vertrauen, dass sich das Museum unter Sammlern erworben habe.

Auch die Rathauschefin ist angetan von der Wirkung Campendonks. „Wir wollen den Hype um unser Museum mitnehmen“, begründet Elke Zehetner die Ausstellungsverlängerung. Ein Abbau „wäre ungeschickt gewesen“, meint sie. Zu zeigen ist ja genug. „Unser Fundus ist noch nicht erschöpft“, schmunzelt Leiterin Gisela Geiger. „Wir wollen weitermachen.“ Aber wegen des Aufwands wurde die für heuer geplante Ausstellung mit Campendonks Hinterglasbildern auf Mitte Januar kommenden Jahres verschoben. Doch auf den bekannten Expressionisten versteifen wollen sie sich im Museum bei allem Erfolg nicht. 2017 werde es im Programm „nicht durchgehend Campendonk“ geben, kündigt Geiger an. Eigentlich schade, denn: „Wir werden Campendonk in dieser Vielfalt nicht so schnell wieder zeigen können“, sagt sie bedauernd. Aber um auch anderen Themen Raum im nicht gerade großen Museum zu geben, muss der Meister bewusst zurückgefahren werden. Unter anderem kommt 2017 eine Schau aus dem Nachlass des Malers Gerhard Fietz (1910-1997). seite 8

Eröffnung

der Ausstellung ist am heutigen Donnerstag um 19.30 Uhr. Öffnungszeiten Museum: Mittwoch–Sonntag 10–17 Uhr, Donnerstag 10–20 Uhr. Infos auf www.museum-penzberg.de.

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