Geht nach 43 Jahren im Schuldienst in den Ruhestand: Bärbel Abenthum-Brandt, Leiterin der Mittelschule.
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Geht nach 43 Jahren im Schuldienst in den Ruhestand: Bärbel Abenthum-Brandt, Leiterin der Mittelschule.

Mittelschule in Penzberg

Rektorin geht in Ruhestand: „Ich werde es vermissen“

  • vonWolfgang Schörner
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Nach 43 Jahren im Schuldienst und 17 Jahren an der Penzberger Mittelschule geht Rektorin Bärbel Abenthum-Brandt diese Woche in den Ruhestand. Die letzten Monate an der Schule waren noch einmal eine Herausforderung, nicht nur wegen der Corona-Pandemie.

Penzberg – Eigentlich will Bärbel Abenthum-Brandt nicht viel Aufhebens um ihren Abschied machen. Darüber, dass es wegen der Corona-Pandemie kein großes Abschiedsfest, ist sie nicht traurig. Im Rampenlicht zu stehen, mag sie nicht. Andererseits sei es für sie schwer vorstellbar, in den Ruhestand zu gehen, sagt die 65-Jährige, nach 43 Dienstjahren, bis auf ein Schuljahr immer in Vollzeit. Der Schuldienst habe ihr sehr viel Spaß gemacht. „Ich bin immer mit Freude bei der Sache gewesen.“

Bärbel Abenthum-Brandt war 2003 als Konrektorin an die Penzberger Mittelschule gekommen. Damals übernahm gleichzeitig Gerhard Kraus von Robert Schroth die Schulleitung. Jahre später, als Schroths Nachfolgerin Marianne Retzer-Brabetz schwer erkrankte, leitete Abenthum-Brandt für fast drei Jahre kommissarisch die Bürgermeister-Prandl-Mittelschule. Im August 2013 wurde sie Rektorin.

Eigentlich wollte die Schulleiterin Industriedesign studieren

Wichtig gewesen sei ihr „ein gutes Miteinander im Kollegium“, erzählt Abenthum-Brandt, ebenso die Innovationen im Schulhaus, sei es die Digitalisierung oder das Schullogo, eine Eule, die mit dem verstorbenen Grafiker Egbert Greven entworfen wurde. An erster Stelle habe für sie aber der Unterricht mit den Kindern gestanden. Wobei sich in den vier Jahrzehnten viel geändert habe, wie sie bestätigt. Es sei heute anders, nicht schwieriger, sagt die scheidende Schulleiterin. Näher will sie darauf nicht eingehen.

Die gebürtige Weilheimerin war einst – so muss man es sagen – eine Exotin. Als sie 1974 am Weilheimer Gymnasium ihr Abitur im naturwissenschaftlichen Zweig machte, war sie dort eines von nur drei Mädchen – unter 38 Abiturienten. Außerdem wollte sie ursprünglich Industriedesign studieren, damals ein exotischer Beruf. Sie entschied sich dann aber für den Lehrerberuf. Bereut hat sie es nicht. „Ich bin glücklich mit dem Beruf gewesen. Ich werde es vermissen.“

Bärbel Abenthum-Brandt studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Erziehungswissenschaften. Sie unterrichtete zunächst an den Volksschulen in Garmisch-Partenkirchen und Bad Kohlgrub, danach an der Teilhauptschule Uffing-Seehausen. Ab 1992 war die Weilheimerin zudem elf Jahre lang medienpädagogisch-informationstechnische Beraterin im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Parallel unterrichtete sie die letzten drei Jahre an der Mittelschule Murnau, damals auch deren ersten M-Zug, bevor sie nach Penzberg wechselte.

Schuljahr mit Herausforderungen: Erst Stromausfälle, dann Corona

Ihr letztes Schuljahr vor dem Ruhestand war noch einmal eine Herausforderung. Erst kam es laufend zu Stromausfällen im Schulhaus, die den Unterricht störten – Grund war die veraltete Elektrik, die durch neue Lüftungsgeräte überlastet war. Und dann folgte die Corona-Pandemie. Sie sei teilweise allein im Schulhaus gewesen, erzählt Bärbel Abenthum-Brandt. „Eine eigenartige Atmosphäre.“ Im Juni infizierte sich eine Lehrerin, auch alle Klassenleiter der Abschlussklassen mussten in Quarantäne. Die Prüfungen wurden mehrmals verschoben werden, bis sie schließlich doch stattfinden konnten.

Am Freitag ist für die Schulleiterin offiziell der letzte Arbeitstag. Langweilig wird es ihr nicht. Sie habe viele Interessen, die zuletzt brach lagen, sagt sie. Sport, Lesen, etwas Kreatives und Reisen. Sie freue sich, dass dies nun auch außerhalb der Ferienzeit möglich ist. Ihr Nachfolger steht bereits fest. Es wird Michael Zwick sein, aktuell Konrektor in Königsdorf.

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