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Sibylle Pichler zeigt die einstige Schafweide, auf der nach Ostern Alpakas stehen werden.

Im Seniorenheim wird‘s tierisch

Alpakas für den „Steigenberger Hof“

Tiere tun Menschen gut – körperlich und seelisch. Und weil das so ist, möchte das Seniorenheim „Steigenberger Hof“ in Penzberg zwei Alpakas für die Bewohner anschaffen. Auch Demenzpatienten sollen von den Tieren profitieren.

Penzberg – Tiere als Mitbewohner gibt es im Steigenberger Hof schon lange. „Tiere gehen wertfrei mit Menschen um“, begründet Einrichtungsleiterin Sibylle Pichler. Ob jemand alt sei oder krank: Das sei ihnen egal. Und weil Tiere deshalb den Bewohnern guttun, grasten auf einer umzäunten Wiese im großen Garten des Seniorenheims im Sommer bisher Schafe. „Die Bewohner schauen den Tieren gerne dabei zu“, erzählt Pichler. Mehr als beim Grasen zuschauen, könnten die alten Menschen mit den Schafen allerdings nicht tun. „Schafe sind nicht so zutraulich und lassen sich auch ungern streicheln“, erläutert Pichler. Mit Alpakas sei das anders. Diese Tiere seien sehr zutraulich, ließen sich gerne streicheln und seien so brav, dass die Bewohner sie am Halfter sogar im Garten spazieren führen könnten – ein Plus für die Mobilität der alten Menschen. Und: „Alpakas spazierenführen geht sogar, wenn man in einem Rollstuhl sitzt“, sagt Pichler. Sogar die Bewohner mit Demenz könnten in ihrem beschützten Bereich des Gartens mit den Tieren spazieren gehen. „Alpakas strahlen so viel Ruhe aus. Das ist für Menschen mit Demenz perfekt.“ Und Alpakas haben laut Pichler noch einen weiteren Vorteil gegenüber Schafen: „Es sind sehr saubere Tiere“, so Pichler – ganz anders Schafe, die ihre Köttel überall über das Gelände verteilten. Doch der Kot sei insbesondere für demente Menschen nicht ungefährlich, denn: „Sie nehmen eher mal was in die Hand.“

Aktuell leben im Steigenberger Hof laut Pichler 62 Senioren sowie 18 Menschen mit Demenz. Da viele von ihnen in ihrem Leben keinen oder kaum Kontakt zu Alpakas gehabt haben dürften, rechnet Pichler damit, dass die Senioren völlig unvorbelastet mit den Tieren umgehen werden. Anders, als das etwa mit Hunden der Fall sei, da einige Bewohner im Laufe ihres langen Lebens negative Erfahrungen mit Hunden gemacht haben, vermutet Pichler. Sie steht bereits in engem Kontakt mit einem Alpaka-Züchter aus der Region. Schon nach Ostern sollen zwei dieser Tiere auf der bisherigen Schafweide im Garten der Einrichtung einziehen. Das Gelände sei dafür groß genug. Rund 1000 Quadratmeter brauche man für zwei Alpakas. Wie alt die Tiere sein, und ob sie männlich oder weiblich sein werden, stünde noch nicht ganz fest. Fest stehe dagegen, dass die Bewohner soweit wie möglich in die Pflege der Tiere eingebunden werden sollen. „Das wollen wir auf jeden Fall probieren“, so Pichler.

Einen Haken hat die Idee der Einrichtungsleiterin allerdings: der Zaun der ehemaligen Schafweide ist für Alpakas gerade hoch genug. Im Winter allerdings, wenn Schnee liegt, könnten die Tiere leicht ausbüchsen. Deshalb müsse der Zaun erneuert werden. „Dafür werden wir ungefähr 2000 Euro zusätzlich brauchen, die wir nicht im Budget haben.“ Dazu kämen weitere Kosten für Futter oder Trensen. Auch eine zusätzliche Koppel für die Alpakas würde Pichler gerne anlegen.

Franziska Seliger

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