Ein Pieks in den Oberarm: Wilhelm Reißner (l.), HNO-Arzt in Penzberg und hier für das Impfteam im Einsatz, im Penzberger Krankenhaus bei der Zweitimpfung des ärztlichen Direktors Florian Brändle (r.).
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Ein Pieks in den Oberarm: Wilhelm Reißner (l.), HNO-Arzt in Penzberg und hier für das Impfteam im Einsatz, im Penzberger Krankenhaus bei der Zweitimpfung des ärztlichen Direktors Florian Brändle (r.).

Coronavirus

Klinik Penzberg: Über 70 Prozent der Mitarbeiter wollen Impfung - nach der ersten Etappe war aber Schluss

  • VonWolfgang Schörner
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An der Penzberger Klinik hat sich die Situation nach dem Corona-Ausbruch wieder beruhigt. Zugleich haben die Impfungen des Krankenhauspersonals begonnen. Über 70 Prozent der Mitarbeiter wollen sich laut Klinik impfen lassen. Einer der Impftage für Mitarbeiter musste aber kurzfristig abgesagt werden – es kam kein Impfstoff.

Penzberg – Anfang Dezember waren nur 40 bis 50 Prozent der Mitarbeiter im Penzberger Krankenhaus bereit, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Nun sind es mehr als 70 Prozent. Das wären über 140 der circa 200 Klinik-Mitarbeiter. Diese Zahlen nannten am Freitag ärztlicher Direktor Florian Brändle und Geschäftsführer Claus Rauschmeier in einer Telefonkonferenz. Viele Mitarbeiter seien anfangs verunsichert gewesen, so Rauschmeier. Mittlerweile ist die Bereitschaft aber sehr viel höher. Der Stimmungsumschwung sei ein großer Erfolg, so Rauschmeier. „Jetzt kommen die Mitarbeiter auf uns zu und fragen, wann sie geimpft werden.“ Brändle spricht von einem wichtigen Signal an die Bevölkerung. Er wolle für die Impfung werben. „Sie ist die große Chance, das Virus in den Griff zu bekommen.“

66 Mitarbeiter zweimal geimpft - für zweite Schicht fehlte aber Impfstoff

Ein Teil der Penzberger Klinik-Mitarbeiter ist bereits geimpft, vor allem Ärzte und Pflegekräfte, die mit Covid-19-Patienten in Kontakt kommen. Die erste Impfung von 66 Mitarbeitern war kurzfristig für den Silvestertag anberaumt worden. Am Donnerstag folgte die Zweitimpfung. Das mobile Impfteam der Johanniter aus Peißenberg kam dazu jeweils in die Klinik. „Es ist super gelaufen, ein großer Dank an das Impfteam“, sagt Rauschmeier.

Bei der nächsten Etappe machte das Penzberger Krankenhaus allerdings, wie viele andere auch, Erfahrungen mit den schleppenden Lieferungen des Biontech-Impfstoffs. Vergangene Woche sollten weitere über 70 Mitarbeiter ihre Erstimpfung erhalten. Knapp zwei Tage davor sei jedoch die Absage bekommen, weil kein Impfstoff vorhanden ist. Nach Rücksprache mit Christian Achmüller von den Johannitern, Chef des Impfzentrums in Peißenberg, ist der neue Termin nun nächste Woche. Ob es dann mit der Impfstofflieferung klappt? „Ich bin vorsichtig“, sagt Rauschmeier.

Landkreis plant Impfzentrum-Außenstelle auf Klinikgelände

Geimpft werden an der Penzberger Klinik nur die eigenen Mitarbeiter. Wie berichtet, ist aber seitens des Landkreises geplant, in Penzberg eine Impfzentrum-Außenstelle für die Bevölkerung einzurichten. Im Gespräch sind zwei Impftage pro Woche. Möglich wäre die Außenstelle in einem Anbau beim Krankenhaus. „Wir stehen bereit und werden das unterstützen“, sagt der Klinik-Geschäftsführer. Er geht davon aus, dass es frühestens Mitte Februar so weit ist. Aber auch das hängt letztlich von den Impfstofflieferungen ab.

Die Situation nach dem Corona-Ausbruch Anfang Januar hat sich indes wieder beruhigt, wie Brändle auf Nachfrage mitteilte. Wie berichtet, hatten sich mindestens zehn Patienten direkt in der Klinik infiziert. Außerdem wurden fünf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Durch weitere verschärfte Hygiene- und Test-Maßnahmen bekam die Klinik den Ausbruch laut Brändle und Rauschmeier in den Griff.

Klinik Penzberg: Nach Corona-Ausbruch Anfang Januar hat sich Lage beruhigt

Aktuell (Stand Freitagmittag) werden ihnen zufolge zehn Covid-19-Patienten im Haus behandelt. Zwei der fünf Stationen sind weiterhin Isolierbereich, eine für Covid-19-Patienten, die andere für Verdachtsfälle. Fünf Mitarbeiter befinden sich laut Brändle noch in häuslicher Quarantäne, würden aber bald zurückkehren. Insgesamt seien in den vergangenen Monaten 16 Mitarbeiter positiv getestet worden. Zwölf ältere Covid-19-Patienten konnten laut Brändle zudem in der Vergangenheit in die Quarantäneeinrichtung nach Lenggries gebracht werden. Sie benötigten keine akutmedizinische Betreuung mehr, konnten aber noch nicht zurück ins Seniorenheim oder nach Hause. Covid-19-Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, werden weiterhin in andere Kliniken der Landkreise Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen verlegt. Die kleine Intensivstation in Penzberg (vier Intensivbetten, drei Überwachungsbetten, vier Beatmungsgeräte) soll für andere Notfälle offengehalten werden.

Laut ärztlicher Direktor Brändle macht an der Klinik weiterhin jeder Mitarbeiter, der am Patienten arbeitet, täglich einen Schnelltest. Zusätzlich gibt es regelmäßig PCR-Tests im kurzen Takt, einmal pro Woche auch für die komplette Belegschaft. Ebenso jeder Patient macht Schnelltest und PCR-Test. Als Teststation dient seit einigen Wochen der frühere Kiosk.

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