Premiere: Bürgermeister Stefan Korpan hielt seine erste Jahresabschlussrede – geprägt war sie von Corona.
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Premiere: Bürgermeister Stefan Korpan hielt seine erste Jahresabschlussrede – geprägt war sie von Corona.

Jahresabschlussrede des Penzberger Bürgermeisters

Korpan appelliert: In der Corona-Krise „an einem Strang ziehen“ - Sorge um Einzelhandel und Vereine

  • vonWolfgang Schörner
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Ein wenig glich das Jahr 2020 der letzten Stadtratssitzung – „manchmal hektisch und verfahren.“ So umschrieb Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) in seiner Jahresabschlussrede die vergangenen, von der Corona-Pandemie geprägten Monate. Korpan sagte, man habe auf vieles verzichten müssen. Er sprach aber auch von Solidarität und Zusammenhalt.

Penzberg – Es ist jedes Jahr der letzte politische Akt im Stadtrat: die Jahresabschlussrede. Für Bürgermeister Stefan Korpan war es eine Premiere. Zugleich stand der Rückblick ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Korpan zog den Vergleich zur teilweise erregten Stadtratsdebatte um die Erweiterungspläne von Roche, die wenige Minuten zuvor geführt worden war. „In der Diskussion spiegelt sich das Jahr wider: manchmal hektisch und verfahren.“

Bürgermeister Korpan: Auf vieles musste verzichtet werden

Eigentlich hätte man 2020 so beenden wollen, wie es angefangen hat, sagte Korpan: mit Schlittschuhlaufen beim „Eismärchen“. Coronabedingt sei das aber nicht möglich gewesen. Auch auf Volksfest, Mordnacht-Gedenkfeier, Bürgerversammlung, Kulturpreisverleihung und den Christkindlmarkt in gewohnter Form habe verzichtet werden müssen. Trotz der Einschränkungen seien aber auch viele Projekte abgeschlossen oder vorangebracht worden: das Neubauviertel an der Birkenstraße („Man sieht die ersten Häuser“), das Edeka-Areal („Wir sind in die konstruktive Phase des Bebauungsplan eingetreten“), den Baubeginn am städtischen Kindergarten sowie die Grundsteinlegungen bei Familienbad und Seniorenzentrum. Auch die vielen Baustellen im Stadtgebiet („Jeder ist mal im Stau gestanden“), bei denen unter anderem Glasfaserkabel verlegt wurden, zählte er dazu.

Zweiter Lockdown: Korpan warnt vor Gefahr für einige Händler

Durch die Pandemie, sagte Korpan, sei die Welt eine andere geworden. Was ihn aber sehr stolz mache, sei der Zusammenhalt in Penzberg. Der Bürgermeister erinnerte an die unter seiner Amtsvorgängerin Elke Zehetner gestartete Seite www.unser-penzberg.de, mit der die örtliche Wirtschaft unterstützt werde, ebenso an die Kreativität der Gewerbetreibenden und Einzelhändler sowie an die Zusammenarbeit mit „Pro Innenstadt“. „Es ist wichtig, dass wir auch nach Corona eine attraktive Stadt bleiben“, sagte er. Man müsse „gemeinsam an einem Strang ziehen und Lösungen finden“. „Denn es besteht die große Gefahr, dass einige Händler ansonsten den zweiten Lockdown nicht überleben.“ Er sei aber zuversichtlich, dass man die Herausforderung bestehen werde.

Bürgermeister sorgt sich um Penzberger Vereine

Korpan erinnerte auch daran, dass „Geiger Automotive“ nach Penzberg zieht, Roche sich vergrößern möchte und „Marvel Fusion“ sich ansiedeln will. Zudem wolle das Unternehmen „Schilcher Fahrzeugteile“, das einen Standort an der Seeshaupter Straße hat, seinen Firmensitz von München nach Penzberg verlegen. Dies alles steigere die Attraktivität Penzbergs, habe aber auch seinen Preis, sagte Korpan. Jeder neue Arbeitsplatz bedeute, dass die Stadt in die Infrastruktur investieren müsse: in Kindergärten, Schulen, Kulturstätten, Wasser, Abwasser, Sport und Wohnungen. Dafür seien enorme finanzielle Anstrengungen nötig, sagte er.

Besorgt äußerte sich Korpan über das Vereinsleben. Laut Umfragen verlören Vereine coronabedingt rund zehn Prozent ihrer Mitglieder. „Diese Einschnitte seien schwer zu meistern.“ Sehr wichtig sei deshalb der Ehrenamtsförderer, der im Januar seinen Dienst antritt. Korpan dankte in seiner Rede zugleich seiner Amtsvorgängerin, dem alten und neuen Stadtrat, seinen Mitarbeitern und der Bevölkerung.

Ein besonderes Erlebnis 2020 war für ihn die Begegnung mit Altbürgermeister Kurt Wessner, der heuer 90 Jahre alt wurde. „Ich war überwältigt von seiner Persönlichkeit“, sagte Korpan in seiner Rede. Was Wessner nach Ende der Bergwerkszeit für seine Heimatstadt geleistet habe, sei bewundernswert. Zum 90. Geburtstag entstand auch ein Foto, das vier Bürgermeister – Wessner, Korpan, Zehetner und Hans Mummert – vereint. Es werde bestimmt einmal, so Korpan, in einem Geschichtsbuch über Penzberg zu sehen sein.

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