Leuchtend: ein Bild von Juschi Bannaski; von links Kunsthistorikerin Diana Oesterle, Museumsleiterin Gisela Geiger und Restauratorin Simone Bretz – das Team hinter der neuen Hinterglas-Ausstellung „Tiefenlicht“ im Penzberger Museum.

Einzigartiges „Tiefenlicht“: Neue Ausstellung in Penzberg

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Es ist eine in ihrer Vielfalt und Größe weltweit einzigartige Ausstellung, die ab Samstag im Museum Penzberg zu sehen ist: 76 Hinterglasbilder von 39 Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts.

Hinterglasbilder kennt man aus der bäuerlichen Malerei. Dass auch Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts diese Technik pflegten und pflegen, ist kaum bekannt. Selbst in Fachkreisen blieb dies unbeachtet. Entsprechend mager ist die Fachliteratur. Deshalb machte es sich das „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“ zur Aufgabe, in einem dreijährigen Forschungsprojekt die Hinterglasmalerei der Moderne von 1905 bis 1955 zu ergründen. Finanziert wird dies, wie berichtet, von der Volkswagenstiftung mit fast einer halben Million Euro. 

Seit zwei Jahren laufen die Forschungen. Dabei geht es um die Kunstgeschichte wie um die chemische Zusammensetzung von Farbe und Bindemittel. Zuletzt wurde ein Teil des Penzberger Museums zum Forschungslabor. Restauratorin Simone Bretz sowie Experten des Doerner-Instituts und der Bundesanstalt für Materialforschung nahmen die Bilder unter die Lupe. Was auch bedeutete, sie von hinten anzusehen.

Die Ausstellung „Tiefenlicht“, die ab Samstag zu sehen ist, entspringt diesem Forschungsprojekt. „Wenn wir die Bilder schon im Haus haben, wollen wir sie auch zeigen“, sagt Museumsleiterin Gisela Geiger, die gestern mit ihrem Team einen Vorabblick in die Ausstellung ermöglichte. Heuer waren zwar schon Hinterglasbilder von Heinrich Campendonk zu sehen. „Tiefenlicht“ ist aber weiter gefasst: Gezeigt werden 76 Bilder von 27 Künstlern der klassischen Moderne und von zwölf zeitgenössischen Künstlern aus den vergangenen 100 Jahren – von August Macke bis Gerhard Richter. Die sehr empfindlichen Bilder kommen von Museen und privaten Sammlern. Die 13 Campendonk-Werke, die auch zu sehen sind, gehören zur Penzberger Sammlung.

Die Ausstellung ist in ihrer Größe und Vielfalt einzigartig. Sie geht selbst über eine legendäre Ausstellung im Mainzer Gutenberg-Museum hinaus, in der 1962 die Hinterglasbilder von 16 Künstlern der Moderne gezeigt wurden. „Wir brauchen den Vergleich nicht zu scheuen“, so Geiger. Zehn Werke dieser Künstler, die damals vertreten waren, sind auch in Penzberg zu sehen. Die Vielfalt reicht vom rheinischen Expressionisten Max Ernst und seinem tiefblauen „La Mer“ (1922) über die „Katze“ von Gottfried Brockmann mit ihren blitzenden Augen (1935) bis zu den hell leuchtenden Arbeiten von Juschi Bannaski und Gerhard Richter.

Die Ausstellung „Tiefenlicht“ im „Museum Penzberg – Sammlung Campendonk“ (Am Museum 1) läuft von 23. September bis 7. Januar: dienstags bis sonntags, 10 bis 17 Uhr; öffentliche Führungen sonntags, 11 Uhr, und donnerstags, 15 Uhr.

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