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In Penzbergs Innenstadt: 15 Wohnungen in fünf neuen Etagen

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Von: Wolfgang Schörner

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Höher hinaus: Für die Aufstockung der Sigmundstraße 7, 7a und 9 um zusätzliche Etagen liegt jetzt ein Vorentwurf auf dem Tisch. © Wolfgang Schörner

15 neue Wohnungen sollen in der Penzberger Innenstadt entstehen, indem drei städtische Häuser an der Sigmundstraße zusätzliche Stockwerke erhalten. Kosten würde dies alles in allem 4,4 Millionen Euro brutto. Diese Schätzung liegt nun vor. Andererseits fließt viel Fördergeld.

Penzberg – Die Idee, die drei Häuser an der Sigmundstraße 7, 7a und 9 aufzustocken, besteht schon seit Monaten. Der Hintergrund ist, dass die Flachdächer auf den drei Gebäuden dringend saniert werden müssen. Daraus entstand der Vorschlag, auch gleich ein oder zwei zusätzliche Geschosse einzufügen, also auf relativ günstige Art neuen Wohnraum zu schaffen, wie es vor einem Jahr bei der Haushaltsberatung hieß. Der Bauausschuss beauftragte deshalb im Februar den Architekten Thomas Grubert mit einem Vorentwurf und einer Kostenschätzung. Beides liegt nun vor.

Demnach sollen die drei Häuser, in denen sich Seniorenwohnungen befinden, zusammengerechnet fünf zusätzliche Stockwerke erhalten. In jedem dieser Geschosse würden drei neue Zwei-Zimmer-Wohnungen in einer Größe zwischen 58 und 68,5 Quadratmeter entstehen, insgesamt also 15 Wohnungen.

Die Häuser mit den Nummern 7a und 9 sollen um zwei Stockwerke, das Haus Nummer 7 um ein Stockwerk erhöht werden. Außerdem erhalten die Gebäude eine neue Heizungsanlage sowie neue Aufzüge, damit alle Wohnungen barrierefrei zu erreichen sind. Bei der Hausnummer 7 wird es ein Außenlift sein. Laut Architekt Grubert käme es teuer, den Aufzug im Gebäude zu schaffen. Außerdem hätte dies zur Folge, dass aus Platzgründen eine von vier Wohnungen pro Etage wegfällt. Den Vorschlag stellte der Planer diese Woche im Bauausschuss vor.

Die Bauwerkskosten betragen nach Gruberts Schätzung 3,6 Millionen Euro brutto. Zuzüglich der Nebenkosten, so geht aus einer Vorlage des Stadtbauamts hervor, steigt die Summe auf 4,4 Millionen Euro. Grubert schlug eine modulartige Holzbauweise vor. „Die Belastung für die Bewohner wäre geringer“, sagte er. Auf diese Weise könnte die Aufstockung, inklusive drei Monate Planung, innerhalb eines halben Jahres über die Bühne gehen. Das vorangehende Vergabeverfahren für die Arbeiten wird laut Stadtbauamt allerdings ebenfalls sechs Monate dauern.

Im Bauausschuss wurde der Vorschlag kontrovers diskutiert. Manfred Reitmeier (BfP) kritisierte, dass die Kosten im Verhältnis zu den neu geschaffenen 914 Quadratmeter Wohnfläche zu hoch seien. „Ich halte die Lösung für unwirtschaftlich“, sagte er. Reitmeier und Michael Kühberger (FLP) stimmten zunächst als einzige gegen Gruberts Vorschlag. Als danach Stadtkämmerer Hans Blank auf Bitten von Bürgermeisterin Elke Zehetner erklärte, dass man 1,7 bis 1,8 Millionen Euro staatliche Förderung erwarten könne, wechselten sie aber die Seiten. Die Empfehlung an den Stadtrat, Gruberts Vorschlag weiterzuverfolgen, fiel letztlich einstimmig.

Ein anderer strittiger Punkt sind die Parkplätze. Denn gemäß der Stellplatzsatzung müssten laut Grubert für die neuen Wohnungen etwa 25 zusätzliche Parkplätze nachgewiesen werden, 13 davon in einer Tiefgarage. Was allerdings unrealistisch ist, wie in der Sitzung festgestellt wurde. Hardi Lenk (SPD) schlug deshalb vor, dies zum Anlass zu nehmen, die Stellplatzsatzung zu ändern: Für sozial geförderten Wohnungsbau sollten rechnerisch nur noch 0,5 Parkplätze pro Wohnung (aktuelle sind es drei Mal mehr) nötig sein, wenn die Stadt das Vergaberecht für die Wohnung erhält, so sein Vorschlag. Thomas Keller (SPD) verwies zugleich auf die Aussage von Markus Kleinen: Der Geschäftsführer der Wohnbau Weilheim hatte, wie berichtet, vor einem Monat kritisiert, dass die kommunalen Stellplatzsatzungen mehr Parkplätze als nötig vorschreiben, was geförderten Wohnungsbau erschwert.

Manfred Reitmeier warnte zwar, dass man Bezugsfälle schaffen könnte. Dies sah die Gegenseite aber anders, wenn bestimmte Vorgaben gelten – neben dem Vergaberecht für die Stadt sollte dies eine Begrenzung des neuen Stellplatzschlüssels auf die Innenstadt sein, schlug Stadtbaumeister Justus Klement vor. Im Falle der drei Häuser an der Sigmundstraße wären so nur siebeneinhalb zusätzliche Parkplätze nachzuweisen, die laut Klement auf der Rückseite des Hauses 7a untergebracht werden könnten.

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