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Gemüse-Hochbeete legten die Asylbewerber mit Erlaubnis der Regierung neben der Gemeinschaftsunterkunft an, hier diese Woche bei einem Besuch von Stadtratsmitgliedern und Bürgermeisterin Elke Zehetner.

Gebäude an der Nonnenwaldstraße  

Asyl-Unterkunft zur Hälfte belegt

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Seit 16 Monaten gibt es die Asylunterkunft an der Nonnenwaldstraße in Penzberg. Derzeit leben dort laut Regierung von Oberbayern knapp 100 Männer. Die zwei Häuser sind damit etwa zur Hälfte belegt. Ein Problem, das viele Bewohner umtreibt: Sie brauchen Beschäftigung.

Penzberg – Im März 2017 waren die ersten Asylbewerber in die Gemeinschaftsunterkunft eingezogen, die der Landkreis gebaut hatte und vom Dienstleister „European Homecare“ betrieben wird, beides im Auftrag der Regierung von Oberbayern. Die zwei dreistöckigen Gebäude bieten Platz für fast 200 Bewohner. Heute leben dort laut Regierung knapp 100 Menschen, alles Männer, darunter auch anerkannte Asylbewerber. Sie stammen aus rund zehn verschiedenen Nationen, die meisten aus Nigeria, gefolgt von Afghanistan und Pakistan. Weitere kommen aus Syrien sowie aus afrikanischen Ländern wie Eritrea, Somalia, Tansania, Senegal und Kongo.

Betreut werden die Menschen, die sich selbst versorgen, vom Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“ und einem Vertreter der Regierung. Auch zwei Hausmeister und ein Sicherheitsdienst sind vor Ort. Unterstützung erhalten sie ebenso vom örtlichen Asyl-Helferkreis.

Anderen Besuchern bleibt der Zutritt normalerweise verwehrt. Die Regierung von Oberbayern muss erst ihr Okay geben. Auf Nachfrage des Rathauses durften nun Stadtratsmitglieder die Unterkunft besichtigen: zumindest das Büro von „Hilfe von Mensch zu Mensch“ und einen Wohnraum. Zugelassen sind an dem Tag auch Pressevertreter. Die Regierung untersagt aber Fotos im Inneren; ungern gesehen wird zudem, wenn Gespräche mit Asylbewerbern notiert werden. An diesem Vormittag steht die Besuchergruppe in einem Wohnraum mit Aufenthaltsbereich, Wandschränken und Küchenzeile. Acht Männer sind dort untergebracht. Auf die Frage, wie es ihm gehe, sagt ein 22-jähriger Nigerianer: „Gut.“ Auf seinem Bett liegt ein deutschsprachiger Roman. Neben ihm steht ein Mann aus Sierra Leone, der sich extra ein Sakko angezogen hat. Ein Problem hätten sie doch: Wenn gekocht wird, steht Rauch im Raum. „Das ist nicht gut, wenn man schlafen will“, so der Nigerianer. Es bräuchte eine Abzugshaube, schlägt Stadtratsmitglied Klaus Adler vor. Das werde man abklären, sagt ein Vertreter der Regierung – er will namentlich nicht genannt werden – sofort zu.

Noch ein anderes Problem bewegt den jungen Nigerianer: „Wir haben keine Arbeit, keinen Job“, sagt er zu den Besuchern. Er würde gerne für sein Kind, das in einer anderen Unterkunft lebe, etwas kaufen. Für eine Arbeitserlaubnis sei die Ausländerbehörde in München zuständig, erklärt der Regierungsvertreter. Kommunen dürfen Asylbewerber engagieren, für 10,5 Euro in der Stunde, maximal 80 Stunden im Monat.

Die Stadt Penzberg, sagt Bürgermeisterin Elke Zehetner, könnte einen Job am Friedhof zum Unkrautzupfen anbieten. Ihr zufolge arbeitete dort schon einmal ein Asylbewerber. Der junge Nigerianer winkt jedoch ab: Er hat Angst auf Friedhöfen.

Unabhängig davon: Beschäftigung ist für die Bewohner wichtig. Elena Shushunova und Ahmad Popal vom Münchner Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“ haben dafür einige Projekte am Laufen. Der Verein ist mit seiner Flüchtlings- und Integrationsberatung seit Ende 2016 in Penzberg, seit der Eröffnung der Gemeinschaftsunterkunft hat er dort sein Büro. Er hilft den Menschen bei Behördengängen und begleitet sie durch das Asylverfahren.

Den Besuchern stellt Elena Shushunova ein Gartenprojekt vor, das mithilfe von Firmen, Bauhof, Regierung und über 30 Asylbewerbern entstand. Der Aufbau habe viel Spaß gemacht, erzählt sie. In vier Hochbeete und einem kleineren Beet werden Gurken, Tomaten Zucchini, Paprika, Salat und Kürbisse angebaut. Drei Männer, die in ihrer Heimat mit Landwirtschaft zu tun hatten, pflegen die Beete. Elena Shushunova hat auch Infoblätter, auf denen Rezepte stehen. Denn manche Gemüsesorten sind den Bewohnern unbekannt.

Spannungen, erzählt Shushunova, gebe es in der Unterkunft nicht so oft. „Hier ist es ruhig“, sagt sie. Konflikte versuche man im Vorfeld zu lösen, erklärt der Regierungsvertreter. In Sprechstunden und indem Menschen zusammengelegt werden, die die gleiche Sprache sprechen. „Wir schauen“, sagt er, „dass es keine Reibungspunkte gibt und es den Leuten gut geht.“

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