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Zwei Gebäude ließ der Landkreis in Penzberg für Asylbewerber an der Nonnenwaldstraße errichten. Sie sind an die Regierung vermietet. 

Asyl-uUnterkunft an der Nonnenwaldstrasse

Sicherheitsdienst hat Arbeit aufgenommen

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An der Penzberger Nonnenwaldstraße hat der Sicherheitsdienst jetzt seine Arbeit in der Asyl-Unterkunft aufgenommen. Dies gab die Stadt bekannt. Der Dienst läuft rund um die Uhr.

Penzberg – Im Penzberger Rathaus und bei der Polizei ist man durchaus erleichtert, dass die Regierung von Oberbayern doch recht schnell eine Regelung für die große Unterkunft für Asylbewerber gefunden hat. Am 3. April hatten sich Vertreter von Stadt, Polizei und Regierung zu einem Spitzengespräch zusammengesetzt, um die Kontrollmodalitäten in den zwei Gebäuden an der Nonnenwaldstraße zu klären. Ausgerichtet ist die Einrichtung, die der Landkreis errichtete und an den Bezirk vermietet hat, auf die Unterbringung von knapp 190 Personen. Aktuell leben dort etwa 100 Flüchtlinge – allerdings noch immer keine Familien, wie im Rathaus zu erfahren ist. Wichtigstes Anliegen von Bürgermeisterin Elke Zehetner bei dem Gespräch war: „Wir brauchen einen Sicherheitsdienst“, wie sie jetzt gegenüber der Heimatzeitung betont. Zehetner räumt ein, dass ihre Forderung auch „auf Druck aus der Bevölkerung“ entstanden ist. Das Ansinnen fiel bei der Regierung auf fruchtbaren Boden: Wegen der „besonderen Situation“ vor Ort – die Nähe zum Jugendzentrum und des Fehlen eines durchgängigen Zauns – müsse ein ungewollter Zugang verhindert werden, hieß es aus München.

Mittlerweile hat die Regierung in der Ausschreibung eine Sicherheitsfirma gefunden: „RD Solutions Security Services“ aus Epfach. Diese ist laut Ordnungsamtschef Peter Holzmann im 24-Stunden-Dienst mit jeweils drei Mitarbeitern vor Ort. Eine Kraft besetze das Büro, zwei Kollegen behielten Räume und Gelände im Auge. Die Firma setze bewusst ausländische Kräfte ein, um sich gegenüber den Bewohnern besser „auf die Mentalitäten einstellen zu können“, hat Holzmann erfahren. „Sie üben das Hausrecht aus“, sagt er, und würden bei größeren Problemen die Polizei rufen. Es gibt klare Regeln: Gerade Jugendliche haben keine Berechtigung, die Einrichtung zu besuchen – es sei denn, sie sind Angehörige der Bewohner. Und um 22 Uhr endet generell die Besuchszeit. Holzmann ist angesichts der Erfahrungen andernorts sicher, dass die Kontrolle greift: „Die Vorstöße werden auf Null zurückgehen. Denn, so räumt er ein, in der Vergangenheit „gab es Auffälligkeiten“ wegen des Jungendzentrums in der Nachbarschaft. Genauere Infos zu den Delikten gab er trotz Nachfrage allerdings nicht bekannt.

Der Ordnungsamtsleiter erwartet durch die Security auch Vorteile für die eigentlichen Ordnungshüter: „Es ist eine Entlastung der Polizei.“ Was Penzbergs Inspektionsleiter Jan Pfeil bestätigt: Die Einsätze haben durch die gestiegene Zahl an Asylbewerbern zugenommen, bilanziert er – dies gelte aber für den gesamten Schutzbereich des Polizeipräsidiums Süd. Pfeil macht aber deutlich, dass es für die privaten Sicherheitskräfte Grenzen gibt. „Das Gewaltmonopol bleibt trotzdem bei uns“, sagt er. „Es wird aber wirken, dass sie dort sind.“ Nicht nur für die allgemeine Ordnung und Sicherheit, wie er betont, sondern auch für die Aktiven des Helferkreises, die sich um die Flüchtlinge kümmern.

Auch die Asylbewerber selbst werden noch über den neuen Sicherheitsdienst informiert. Laut Peter Holzmann plant die Regierung eine Veranstaltung, um die Bewohner über die Hausordnung zu belehren. Auch der Penzberger Helferkreis soll dann dabei sein.

Die Asyl-Unterkunft verfügt übrigens laut Holzmann mittlerweile über WLAN-Anschluss. Dieser kann über ein Voucher-System genutzt werden. Eine Folge: Der Stadtplatz sei leerer geworden. Bislang wird die Innenstadt wegen der dortigen öffentlichen WLAN-Zugänge gern genutzt – vor allem der wettergeschützte Rathauseingang ist ein beliebter Ort.

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