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Der Bebauungsplan „Kinderhaus im Langseegraben“ umfasst das rot gekennzeichnete Gebiet. Darin soll die Tagesstätte einen Platz finden Links davon führt die Nonnenwaldstraße zu Roche.

In Penzberg: Kinderhaus-Pläne im Langseegraben - der erste Schritt ist getan

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Die Stadt plant eine weitere Kindertagesstätte in Penzberg. Sie soll im Bereich des Langseegrabens an der Nonnenwaldstraße entstehen. Der erste Schritt wurde nun getan. Der Stadtrat beschloss, für das Gelände einen Bebauungsplan aufzustellen. Eine Tagesstätte an der Karlstraße ist damit nicht vom Tisch.

Penzberg – Aktuell gibt es in Penzberg 13 Kindertagesstätten. Erst im vergangenen November wurde am Daserweg der neue „Spatzennest“-Kindergarten eröffnet. Zum bevorstehenden Jahreswechsel soll hinter der Christkönigskirche auch die neue „St. Franziskus“-Tagesstätte für Kindergarten- und Krippenkinder bezogen werden.

Der Bedarf ist damit nach Angaben der Stadt aber noch nicht gedeckt. Aufgrund der Bevölkerungszunahme, die durch die Neuausweisung und die Verdichtung von Wohngebieten entsteht, sind ihr zufolge weitere „Kinderkrippenplätze, Kindergartenplätze sowie Kindertagesstätten“ notwendig. Als ein möglicher Standort geriet dabei, wie berichtet, das Gebiet des Langseegrabens ins Blickfeld. Er könnte insbesondere eine Alternative für die provisorische Krippe nahe dem Wellenbad sein, die in ein paar Jahren einem Parkhaus weichen soll.

Einen ersten Schritt machte der Penzberger Stadtrat am Dienstagabend. Er stimmte – bei einem Nein von Markus Bocksberger (fraktionslos) – dafür, einen Bebauungsplan für das Gebiet aufzustellen, in dem das Kinderhaus entstehen soll. Nötig ist der Bebauungsplan laut Stadtbaumeister Justus Klement, weil dort nicht der Baugesetzbuch-Paragraph 34 für Baulücken greift. Da es sich aber um eine „Innenentwicklung“ im Stadtgebiet handelt, sei ein beschleunigtes Verfahren möglich.

Nach Ansicht von Jack Eberl (FLP) schließt dies jedoch nicht, auch auf dem ehemaligen Schlachthofgelände an der Karlstraße ein Kinderhaus zu planen. Er erinnerte in der Sitzung am Dienstag an seine Anregung im Zusammenhang mit dem CSU-Vorschlag, in dem es um einen Parkplatz für die Innenstadt auf dem Schlachthofgelände gegangen war. Für dieses Grundstück an der Karlstraße, so Eberl, sollte trotzdem geprüft werden, ob auch dort eine Kindertagesstätte entstehen könnte, die den benachbarten Spielplatz an der Gustavstraße mitbenutzt.

Anfreunden mit einem Standort am Langseegraben konnte sich Grünen-Stadtratsmitglied Klaus Adler, auch wenn es sich um einen Eingriff in die Natur handelt. Er sprach von einem Erlenbruch, in dem kein Bach mehr fließt. „Mein Herz schlägt da mehr für Kinder“, sagte Adler. Er bat aber zu beachten, dass es sich dort wegen der Nonnenwald- und Wölflstraße um eine „verkehrsmäßig exponierte Lage“ handle. Ludwig Schmuck (CSU) schlug in dem Zusammenhang vor, die Möglichkeit eines Kreisverkehrs zu untersuchen. Wolfgang Sacher (BfP) erklärte zudem, dass auf der Schneise durch das Gelände ein Rad- und Gehweg von Süd nach Nord geführt werden sollte. Auch Regina Bartusch und Hardi Lenk (beide SPD) sprachen sich dafür aus, diese „historische Wegeführung“ zu reaktivieren. Eine Frage, die laut Stadtbaumeister Klement im Bebauungsplan behandelt werden kann.

Wichtig sei es, fügte Bartusch an, dass das Projekt zeitnah auf den Weg gebracht wird, weil die Kinderkrippe am Wellenbad ein Provisorium sei, bei der die Container-Miete viel Geld koste und die Betriebserlaubnis „nicht endlos“ sei. Dass ein Kinderhaus am Langseegraben nicht die letzte Tagesstätte sein wird, war sich Klaus Adler sicher. Man werde sich im nächsten Frühjahr um einen weiteren Standort unterhalten müssen.

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