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Ein Blaulicht setzte ein junger Mann aufs Autodach - und spielte Polizei.

Mit Blaulicht Polizei gespielt: Gericht verurteilt jungen Mann

Ein junger Mann und sein Kumpel setzten sich ein Blaulicht aufs Auto und spielten in Penzberg Polizei. Nun stand der junge Mann vor Gericht - aber nicht nur deswegen.

Penzberg - Ein 20-Jähriger setzte sich ein Blaulicht aufs Autodach und spielte in Penzberg Polizist. An einem anderen Tag fuhr er 160 Stundenkilometer auf einer Landstraße – und überholte dabei ausgerechnet das Auto eines Polizeibeamten, der in einem Zivilfahrzeug unterwegs war. Nun stand der 20-Jährige aus Bad Tölz vor dem Amtsgericht Weilheim. Ein Schöffengericht verurteilte ihn wegen insgesamt vier verschiedener Verkehrsdelikte zu einem Jugendarrest. Hinzu kommen noch eine Geldauflage und ein Verkehrserziehungsunterricht.

Beim Autofahren nahm es der junge Mann mit den Regeln nicht so genau. Gleich vier Anklageschriften lagen gegen ihn vor. Er hatte Autos mit ungültigen Kennzeichen und ohne Versicherungsschutz gefahren, auch an Geschwindigkeitsbeschränkungen hielt er sich nicht.

Eine ziemlich dreiste Idee hatte der Verkehrsrowdy im März vergangenen Jahres. Mit einem Kumpel, gegen den parallel verhandelt wurde, fuhr er nach Tschechien. Sie besorgten sich dort Blaulichter. Diese montierten sie auf ihr Mietauto und düsten nachts mit eingeschalteten Lichtern durch Penzberg, gaben sich als Polizisten aus und verfolgten Autofahrer. „Sie haben so richtig auf dicke Hose gemacht“, kommentierte Richterin Claudia von Hirschfeld diese Aktion. Durch einen Aufruf der Heimatzeitung meldeten sich bei der Polizei einige Personen, die von der illegalen „Blaulichtfahrt“ der jungen Männer genötigt worden waren. Dem 20-Jährigen wurde der Führerschein entzogen.

Aber das hinderte ihn nicht daran, in zwölf nachgewiesenen Fällen trotzdem Auto zu fahren. „Und das ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagte die Richterin. Sie fand es extrem besorgniserregend, dass der junge Mann so viele Verkehrsdelikte in so kurzer Zeit angehäuft hatte.

Trotz der drohenden Gerichtsverhandlung wegen der illegalen „Blaulichtfahrt“, setzte der junge Mann noch eins drauf. Durch einen Zufall und zum Glück für andere Verkehrsteilnehmer fiel er dem Penzberger Polizeichef Jan Pfeil an einem Nachmittag im vergangenen Jahr auf der Landstraße zwischen Eberfing und Marnbach auf. Der 20-Jährige überholte das Zivilfahrzeug des Beamten mit stattlichen 160 Stundenkilometern. Mit einer Digitalkamera filmte der Polizeibeamte das Ganze, verfolgte den jungen Mann und konnte ihn dann in Marnbach kurz vor dem Kindergarten in einer verkehrsberuhigten Zone stellen. „Was da alles hätte passieren können bei dieser Geschwindigkeit“, sagte die Vorsitzende Richterin von Hirschfeld. 

Sie wunderte sich auch über den derzeitig ausgeübten Beruf des Angeklagten. Er ist im Sicherheitsgewerbe tätig. „Sicherheit war bisher nicht ihr Ding. Ich hoffe, dass Sie die ganze Sache nun ernster nehmen“, mahnte sie den jungen Mann.

Der 20-Jährige war zwar geständig, aber nach Sicht des Schöffengerichts nicht überzeugend einsichtig. „Wenn Sie ihr Verhalten nicht grundlegend ändern, laufen Sie in Richtung Jugendstrafe“, stellte die Richterin klar. Ein Wochenendarrest, eine Geldauflage von 1200 Euro an die „Brücke Oberland“, der Einzug des Führerscheins für weitere zwei Monate und ein nachzuweisender Verkehrserziehungstest auf eigene Kosten kommen nun auf den Verkehrsrowdy zu.

Text: rwg

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