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Schauspielerin Lena Meckel neben ihren Kollegen Raul Richter (links) und Frederik Götz.

Das denkt die Schauspielerin über ihre alte Heimat Penzberg

Interview: Lena Meckel über Fans im Dauerregen, heimliche Küsse und Christoph Waltz

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Schauspielerin Lena Meckel (25) hat ihre erste große Hauptrolle ergattert: In dem Rosamunde-Pilcher-Film „Das Vermächtnis unseres Vaters“ ist sie am 4. Februar im ZDF zu sehen.

Penzberg – Lena Meckel (25) klettert weiter die Karriereleiter hinauf: Die Schauspielerin, die in Eurasburg geboren ist und ihre Jugendzeit in Penzberg verbrachte, spielt in dem Rosamunde-Pilcher-Film „Das Vermächtnis unseres Vaters“ die Hauptrolle. Zu sehen ist der Film am Sonntag, 4. Februar, um 20.15 Uhr im ZDF. Mitarbeiter Simon Nutzinger hat sich in der Penzberger Stadtbücherei – dort drehte sie im Dezember ihren ersten Kurzfilm als Regisseurin (wir berichteten) – mit der aufstrebenden Künstlerin getroffen.

-Frau Meckel, Hauptwohnsitz in München und leidenschaftliche Skifahrerin; erahnen Sie Penzberg zumeist nur von der A95 oder machen Sie ab und an auch mal Halt in der alten Heimat?

Lena Meckel: Oh, gut gegoogelt (lacht). Tatsächlich fahre ich auf dem Weg in die Berge häufig an Penzberg vorbei. Aber dadurch, dass meine Eltern in der Nähe wohnen und auch einige Freunde von früher nach wie vor in Penzberg leben, bin ich doch immer mal wieder da. Vermutlich so zwei Mal im Monat. Penzberg ist in meinem Alltag auf alle Fälle nach wie vor präsent.

-Haben Sie ein „Lieblingsplatzerl“ in Penzberg?

Meckel: (überlegt lange) Da müsste ich jetzt lügen. Ich bin zwar zum Beispiel gerne in der Stadtbücherei, aber so ein wirkliches persönliches „Lieblingsplatzerl“ habe ich eigentlich nicht.

-Sprechen wir über Ihren aktuellen Film: Im Rosamunde-Pilcher-Stück „Das Vermächtnis unseres Vaters“ spielen sie die Hauptrolle. Bis zu sechs Millionen Zuschauer verfolgen in der Regel die TV-Reihe. Eine ganz schöne Hausnummer.

Meckel: Absolut. Das ist definitiv die größte Rolle, die ich bis jetzt hatte. Kurioserweise habe ich mich vor der Anfrage nie mit den Pilcher-Filmen beschäftigt. Ich wusste zwar, dass es sie gibt, aber dass da so eine große Fangemeinde dahintersteckt, war mir vorher nicht bewusst. Bei den Dreharbeiten in Cornwall waren zum Beispiel jeden Tag Menschen da, die selbst bei Dauerregen stundenlang an der Absperrung auf uns Schauspieler gewartet haben.

-Sie spielen in dem Film eine junge Journalistin, die ein lange gehütetes Geheimnis lüften will und sich unter keinen Umständen davon abbringen lässt. Sind Sie im wahren Leben auch so stark?

Meckel: Auf jeden Fall. Ich lasse mich nicht so schnell unterkriegen und gehe meinen Weg sehr zielstrebig. Mir ist es auch wichtig, mir dieses Standing zu erarbeiten und als starke Frau wahrgenommen zu werden. Außerdem bin ich sehr neugierig, was wunderbar zu der Rolle passt.

-Wie äußert sich Ihre Stärke im Privatleben?

Meckel: In ständigen Streitereien mit meinem Freund, wer von uns die Rechnung bezahlt. Da muss ich immer meine „große Frau“ raushängen lassen und sage dann „Heute zahle ich“ (lacht). Auch in meinem Freundeskreis bin ich schon diejenige, die versucht, die Gruppe zu lenken. Allgemein stehe ich ganz gern im Mittelpunkt und unterhalte sehr gerne – deshalb wohl auch meine Berufswahl.

-Stichwort Freund. Im Film knistert es zwischen Ihnen und der männlichen Hauptfigur gewaltig... Schaltet ihr Freund bei Liebesszenen den Fernseher ab?

Meckel: Ich muss gestehen, dass ich ihm bei den Kussszenen die Augen zugehalten habe. Das problematische an dem Thema ist, dass der Partner – vor allem wenn er selbst kein Schauspieler ist – da schnell mal etwas falsch verstehen kann. Dementsprechend habe ich ihn die Szene dann doch lieber nicht gucken lassen (grinst).

Entspannt sitzt Lena Meckel beim Interviewtermin in der Penzberger Stadtbücherei im roten Sessel.

-In aller Munde ist derzeit die #metoo-Kampagne, in der sich Schauspielerinnen aus aller Welt gegen sexuelle Übergriffe in der Film-Branche wehren. Haben Sie als junge, attraktive Darstellerin schon ähnliche Erfahrungen am Set gemacht?

Meckel: Ich muss ganz klar sagen, dass ich mit dieser Problematik noch nie in Berührung gekommen bin. Die Zusammenarbeit mit Männern am Set lief bisher immer sehr positiv. Solche Vorfälle gibt es zwar bestimmt, man darf aber nicht außer Acht lassen, dass da oftmals zwei Personen dazugehören. Die Frage ist auch: Wo fängt die Belästigung an? Reden wir von Handgreiflichkeiten oder geht es da um verbale Geschichten? Viele Frauen haben sich zu Wort gemeldet, weil sie verbal sexuell angegriffen worden sind. Da denke ich mir schon: Na gut, dann könnte ich mir – und viele andere tausend Frauen auch – ebenfalls #metoo auf die Kappe schreiben, weil so etwas einfach alltäglich passiert. Dass ein Mann sich zum Beispiel einen Spruch mal nicht verkneifen kann.

-Wird das Thema also heißer gekocht als es ist?

Meckel: Nein, so war das nicht gemeint. Die Fälle, in denen Frauen tatsächlich etwas zugestoßen ist, sind für die Betroffenen extrem schlimm und man darf dieses Problem auf keinen Fall totschweigen. Ich finde es nur sehr wichtig, den Einzelfall genau unter die Lupe zu nehmen und wirklich zu differenzieren, wo die sexuelle Belästigung anfängt. Einfach ein schwieriges Thema, das in der Öffentlichkeit oft zu einseitig diskutiert wird.

-Einfacher dürfte es für Sie sein, über Ihre Dreharbeiten mit Oscar-Preisträger Christoph Waltz zu sprechen. Als Jugendliche standen Sie 2007 mit ihm gemeinsam vor der Kamera.

Meckel: Er hat damals in dem Film „Die Verzauberung“ meinen Vater gespielt. Das war natürlich super cool – vor allem im Nachhinein. Denn damals war er im Vergleich zu heute noch relativ unbekannt. Der große Hype um ihn in den USA fing erst zwei Jahre später an. Aber wenn ich mir heute die Fotos anschaue, ist das schon etwas besonderes.

-Und wann machen Sie es ihm nach und holen den Oscar nach Penzberg?

Meckel: Das wäre natürlich was (lacht). Aber ernsthaft: In den USA zu arbeiten, ist noch einmal eine ganz andere Nummer. Ich hätte natürlich nichts dagegen, aber einfach rüberzufliegen und zu schauen, was geht, ist ja so nicht möglich. Man braucht eine Green Card und einen Agenten – und das ist leider nicht so ganz einfach in Amerika.

-Also hängt ihr persönliches Glück nicht an einer Rolle in Hollywood?

Meckel: Nein, auf keinen Fall. Solange ich in Deutschland erfolgreich bin und mir hier einen Namen machen kann, bin ich mehr als zufrieden. Darauf liegt mein Hauptfokus.

-Wenn es schon nicht der Oscar werden soll. Welche Schlagzeile würden Sie in zehn Jahren gern über sich lesen?

Meckel: In zehn Jahren... Schwer zu sagen. Aber jetzt hab ich‘s: „Die Filmpreisträgerin Lena Meckel bringt als Regisseurin und Hauptdarstellerin einen neuen Film in die Kinos“ Damit wären glaube ich viele Ziele abgedeckt.

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