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Der Hammer fiel für einen Schläger aus Penzberg.

Aus dem Gericht

Schläger muss vier Monate hinter Gitter

Ein Penzberger schlägerte just an seinem 21. Geburtstag - und kam so unters Erwachsenenstrafrecht. das Urteil: Vier Monate Gefängnis.

Penzberg – Neun Delikte hatte ein Penzberger als Jugendlicher angehäuft. Genau an seinem 21. Geburtstag beging er seine erste Straftat als Erwachsener. Waren seine früheren Taten eher im Bereich „Diebstahl und Sachbeschädigung“, ging es nun um Körperverletzung. Zur Verhandlung vor dem Amtsgericht in Weilheim wurde er aus dem Jugendgefängnis vorgeführt. Das Urteil: vier Monate Gefängnis.

Der junge Mann war geständig, obwohl er sich nicht mehr ganz genau an den Vorfall im vergangenen März erinnern konnte. Es war Alkohol bei ihm und seinem Kumpel im Spiel. Eine Flasche Wodka hatte die beiden dabei, eine weitere kauften sie sich dazu, nebst diversen Säften zum Mischen. „Das ist schon stramm, sich im März nach draußen zu setzen und sich in so einer kurzen Zeit zu betrinken“, sagte die Vorsitzende Richterin Christiane Serini. Laut dem Angeklagten hatten sie erst am frühen Abend begonnen, Alkohol zu trinken. Als es anfing zu regnen, wollten die Burschen nach Hause und trafen dabei auf einen 22-Jährigen, der sich ebenfalls auf dem Heimweg befand. Der Angeklagte, so der Vorwurf, würgte den jungen Mann vollkommen grundlos und wollte ihn in einen Bach werfen.

Das Opfer erzählte im Zeugenstand, dass er sich habe befreien können und einen Autofahrer anhielt, der die Polizei rief. Er berichtete auch, dass die beiden jungen Männer zu ihm zurückkamen und der Angeklagte ihn bedroht habe. „Wenn Du die Polizei holst, dann bringe ich Dich um“, habe dieser gesagt. Der 22-Jährige wurde bei dem Angriff nicht bedeutsam verletzt. Sein Hals tat ihm einige Zeit weh. Schlimmer ist, dass er psychische Probleme davontrug. Seit dem Vorfall traut er sich nicht mehr, zu Fuß vom Penzberger Bahnhof zu seiner Wohnung zu gehen. Er fährt mit dem Taxi oder lässt sich abholen.

Der Angeklagte entschuldigte sich im Gericht bei dem jungen Mann. Außerdem gab er eine Absichtserklärung ab, dass er dem Geschädigten einen Geldbetrag für die verbogene Brille und für die erlittenen Schmerzen zahlen wird.

Die herbeigerufene Polizei ermittelte damals zunächst gegen Unbekannt, da die Burschen nach dem Vorfall geflüchtet waren. Sie konnten jedoch schnell überführt werden, da sie kurz nach der Tat auf einen unbeteiligten jungen Mann trafen. Der Kumpel des Angeklagten bat den Mann zu helfen, weil sein Freund ausrasten würde. Der Unbeteiligte kannte wiederum den Kumpel, wusste auch, wer sein Freund war – und reagierte später auf einen Zeugenaufruf der Polizei. Und wie es der Zufall so will, erinnerte sich eine Polizistin an den Angeklagten. Dieser war in derselben Nacht wegen Ruhestörung aufgefallen und von der Polizei vernommen worden. „Er war schon sehr betrunken“, so die Polizistin. Die Gutachterin kam jedoch nicht zu dem Ergebnis, dass der Angeklagte wegen des Alkohols vermindert schuldfähig war. „Er zeigte noch reflektiertes Verhalten“, sagte sie angesichts ihrer Berechnungen des Alkoholwertes und der Zeugenaussagen. Der Staatsanwalt plädierte auf eine sechsmonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung, da der junge Mann in offener Bewährung steht und wegen drei Delikten in der JVA sitzt. „Er hat es leider punktgenau zu seinem Geburtstag geschafft, nach Erwachsenenrecht bestraft zu werden“, sagte der Verteidiger, der auf Grund der geringen Verletzung des Opfers eine Geldstrafe beantragte. „Es ist nicht so, dass man zurück auf Los kommt, wenn man erwachsen ist“, sagte dagegen die Richterin, die auf die Vorstrafen hinwies. Sie verurteilte den 21 Jährigen zu einer viermonatigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung.

Von Regina Wahl-Geiger

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