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Die neue Zwiebel, bevor sie auf den Turm gehievt wird.

Penzberg-Schönmühl

Kupfer-Zwiebel für die Kapelle: Jetzt wird gefeiert

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Die rund 200 Jahre alte Kapelle in Penzberg-Schönmühl hat seit Montagnachmittag wieder eine Kupfer-Zwiebel auf dem Turm. Jetzt wird gefeiert.

Die neue zwiebelförmige Haube ist etwas größer als ihre Vorgängerin und passt besser zu den Proportionen des Turms und des Gebäudes. Damit ist die Renovierung abgeschlossen, die umfangreicher ausfiel, als zunächst gedacht. An Mariä Himmelfahrt wird gefeiert. Es ist ein Jubiläum. Denn vor 25 Jahren war die Kapelle geweiht worden.

Dass eine Kapelle oder Kirche eine neue Zwiebel erhält, ist ein seltenes Schauspiel. Einige Rainer wollten sich das gestern nicht entgehen lassen. Die vier Bauernfamilien aus Rain an der Loisach betreuen und pflegen die Kirche. Sie halfen nun auch bei der aktuellen Renovierung zusammen. Möglich geworden sei sie durch viel Eigenleistung und Spenden von Vereinen und Privatleuten, erzählt Maria Lidl. Auch der Erlös des Kapellenfests am Dienstag fließt in die Renovierung.

Vor den Augen der Zuschauer wird die Zwiebel vorsichtig von einem Laster nach oben gehoben. Auch einige Spaziergänger und Radfahrer beobachten die Arbeiten. Eine halbe Stunde dauert es, dann sitzt die Zwiebel samt Spitze fest auf dem Turm, der dafür eigens einen breiteren Beton-Sims erhalten hat.

Ursprünglich sollte nur das undichte Kupferblech der Zwiebel ausgetauscht werden. Als sie im vergangenen März vom Turm gehievt wurde, zeigte sich aber, dass die Holzkonstruktion verfault war. Es mussten deshalb auch Schwellenkranz, Kaiserstuhl und Sparren komplett neu gefertigt werden, was die Rainer Zimmerer Benedikt Thomamüller, Josef Lidl und Martin Hornbogner übernahmen. Der Penzberger Spenglermeister Markus Michl sorgte für die Kupferarbeiten, unterstützt von seinem Seeshaupter Kollegen Michael Muhr. Die neue Zwiebel habe 1,85 Meter Durchmesser, erzählt Michl. Samt Spitze sei sie 3,20 Meter hoch.

Rund 200 Jahre alt ist die Kapelle „Herz Jesu und Herz Mariä“ in Schönmühl – ein genaues Entstehungsdatum ist nicht bekannt. Die Eigentümer der Mühle hatten sie einst gebaut. 1985 schenkte die Familie Krüger die damals marode Kapelle der Pfarrei Benediktbeuern. Fortan kümmerten sich die Bauernfamilien aus Rain, der ältesten urkundlich erwähnten Siedlung (zwischen 1032 und 1062) auf dem heutigen Penzberger Gemeindegebiet, um die Kapelle. Nach einer aufwendigen Sanierung feierten die Rainer 1992 die Weihe. Seither wird die Kapelle mit ihren rund 30 Plätzen für Gottesdienste, Rosenkranz-Gebete und auch Taufen genutzt. Und Mesner Johann Annaberger, der mit seiner Frau Leni für Blumenschmuck und Sauberkeit sorgt, läutet dazu die Glocke – per Hand.

Das Kapellenfest wird am Dienstag, 15. August, gefeiert. Es beginnt um 11 Uhr mit einem Festgottesdienst bei der Kapelle. Danach geht es in Rain mit Grillspezialitäten, Kaffee, Kuchen und der Blaskapelle Benediktbeuern weiter. Ab 16.30 Uhr spielt „d’Surablosn“. Dazu gibt es eine Hüpfburg für Kinder. Der Erlös des Festes ist für die Renovierung.

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