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Kein Aldi im Penzberger Gewerbezentrum

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Von: Franziska Seliger

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Eine Karte der Umgebung
Discounter abgelehnt: An der Dr.-Gotthilf-Näher-Straße wird im blau markierten Bereich kein Aldi errichtet. © CIMA Beratung

Auf einer freien Fläche im Gewerbezentrum unweit der Seeshaupter Straße in Penzberg wird keine neue Aldi-Filiale errichtet.

Penzberg – In seiner jüngsten Sitzung hatte sich der Penzberger Stadtrat mit einem Antrag zu befassen, in dem der Eigentümer eines Grundstücks an der Dr.-Gotthilf-Näher-Straße die Ansiedlung einer zusätzlichen Aldi-Filiale auf seinem Grundstück anfragte. Derzeit gibt es am Bahnhof eine Aldi-Filiale.

Um eine Ansiedlung des Discounters im angefragten Bereich zu ermöglichen, wäre die Änderung des geltenden Bebauungsplans „Gewerbezentrum Seeshaupter Straße – Westtangente“ notwendig. Dieser lässt die Ansiedlung von Einzelhandelsbetrieben derzeit eigentlich nicht zu, wie Stadtbaumeister Justus Klement erläuterte. Grundlage dafür ist ein Einzelhandelskonzept, das die Stadt Penzberg bereits 2015 verabschiedete.

Um die Notwendigkeit eines Discounters für die Anwohner dieses Bereichs von Penzberg zu klären, hatte die Stadt die CIMA München mit einer Einschätzung aus einzelhandels-strategischer Sicht beauftragt. Doch CIMA-Mitarbeiter Jan Vorholt konnte in der Sitzung von der Ansiedelung an diesem Standort nur abraten. Die Nahversorgungsstruktur in Penzberg bezeichnete der Stadtplaner als „insgesamt ganz gut“. Vorholt betonte, dass es sich bei seiner Stellungnahme um eine Grundsatz-Einschätzung handele und nicht um eine Verträglichkeitsprüfung zu bestehenden Geschäften.

Angefragtes Grundstück nicht ideal

„Grundsätzlich“, so der Experte, wäre der Nordwesten von Penzberg zwar geeignet für eine zweite Aldi-Filiale. Denn dadurch könnte eine Versorgungslücke für die Anwohner dieses Stadtgebiets geschlossen werden. Das angefragte Grundstück sei als Standort aber nicht ideal. Unter anderem deshalb nicht, weil es rund 600 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt sei und damit nicht „die klassische fußläufige Versorgung“ – also den Einkauf zu Fuß – stärke. Vorholt empfahl dem Stadtrat, mit der Ansiedelung eines Discounters in diesem Stadtgebiet zu warten, bis man ein geeigneteres Grundstück dafür habe.

Doch auch, wenn die Stadträte einsahen, dass der Standort nicht optimal wäre, sprachen sich einige für den Aldi an dieser Stelle aus: Christian Abt (CSU) merkte etwa an, dass beim Aldi niemand zu Fuß einkaufe. Zu dem Discounter fahre man mit dem Auto, um seinen Wocheneinkauf zu erledigen. Fußläufige Erreichbarkeit sei also kein wichtiges Kriterium. Er glaube außerdem, dass ein Aldi an dieser Stelle den Verkehr durch die Stadt zur Filiale am Bahnhof reduzieren würde.

Armin Jabs (BfP) verwies auf die Radwege-Anbindung sowie die vorhandenen Bushaltestellen in dem Bereich. Alexandar Trifunovic (CSU) sagte, eine Aldi-Filiale an der angefragten Stelle würde auch von Bürgern der Nachbarorte Antdorf oder Iffeldorf angefahren. Außerdem könnten Mitarbeiter von Roche nach Feierabend hier ihre Einkäufe erledigen, bevor sie über die Autobahn heimwärts fahren. Doch dass die Mitarbeiter des Pharmakonzerns auf ihrem Arbeitsweg „abgegriffen werden“, wollte Kerstin Engel (Grüne) explizit nicht. Sie sollen in die Innenstadt zum Einkaufen kommen, sagte Engel. Sie wünsche sich außerdem eine fußwegnähere Versorgung für die Bewohner von Steigenberg. Auch Regina Bartusch war dagegen. „Gewerbeflächen sind rar in Penzberg“, sagte die SPD-Politikerin. Die vorhandenen solle man nicht für Einzelhandel freigeben.

Mit den Gegenstimmen von Rüdiger Kammel, Armin Jabs, Wolfgang Sacher (alle BfP) sowie Christian Abt und Alexandar Trifunovic (beide CSU) sprach sich der Stadtrat schließlich gegen eine Bebauungsplan-Änderung und damit gegen die Ansiedelung einer Aldi-Filiale auf dem Grundstück an der Dr.-Gotthilf-Näher-Straße aus.

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