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Ein Bild der Freude, zu sehen in Walter Steffens Film „Joy in Iran“: Die Weilheimerin Susie Wimmer – eine der „Clowns ohne Grenzen“ (mit roter Nase) – nach einem Auftritt in einem Flüchtlingscamp im Iran.

Kinopremiere für „Joy in Iran“ von Walter Steffen

Mit Humor in die Krisengebiete

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Von der Arbeit der „Clowns ohne Grenzen“ berichtet „Joy in Iran“, der neue Film des Seeshaupter Regisseurs Walter Steffen. Eine der Hauptpersonen ist die Weilheimer Clownin Susie Wimmer. Für sie bedeutet der Kinostart diese Woche Ausnahmezustand.

Weilheim – „Lachen“, sagt Wimmer, „ist ein Grundrecht des Menschen, wie die Versorgung mit Wasser, mit Nahrung, mit Lust und Liebe.“ Deshalb wollen die „Clowns ohne Grenzen“ auch Menschen zum Lachen bringen, die wenig zu lachen haben – zum Beispiel in Krankenhäusern, Flüchtlingscamps und Waisenheimen im Iran. Wie sie dort mit den Mitteln des Humors Freude und Hoffnung verbreiten, das zeigt der Film „Joy in Iran“, der am Mittwoch, 16. Januar, in München seine Kinopremiere feiert und ab Donnerstag in vorerst 33 Kinos in ganz Deutschland zu sehen ist, auch im „Starlight“ Weilheim und im Penzberger „KinoP“.

Nach fast vierjähriger Vorarbeit hat Filmemacher Walter Steffen 2017 drei deutsche Clowns durch den Iran begleitet. Die erfahrenste von ihnen ist Susie Wimmer aus Weilheim, die schon siebenmal im Iran aktiv war, dort auch heimische Clowns coacht – und im Mittelpunkt der Doku steht. Doch dieser Film, der auch durch Spenden der Rotary-Clubs in der Region ermöglicht wurde, ist nicht nur eine berührende Reflexion über Nächstenliebe und die heilsame Kraft von Humor, sondern zeichnet auch ein menschliches Bild eines umstrittenen Landes, will einen „Beitrag zur Völkerverständigung“ leisten.

„Es ist kein politischer Film, er hat aber eine hohe politische Relevanz, weil er einen anderen Blick auf die Menschen im Iran wirft“, so die Presse-Info. Beim „Bahía Independent Cinema Festival“ in Brasilien wurde „Joy in Iran“ im November zum „Besten Dokumentarfilm“ gekürt, im Dezember auch bei einem Festival in Teheran gezeigt.

„Krise“, meint Susie Wimmer, „ist letztlich immer ein innerer Zustand. Da mit dem Herzen, mit einem Clownsblick drauf zu schauen, ist der erste Schritt, um etwas Neues denken und fühlen zu können, um wieder Kraft und Energie zu finden.“ Deshalb sei die Arbeit der Clowns in Krisengebieten so wichtig. Die freischaffende Künstlerin aus Weilheim – die auch Klinikclown ist, Improvisations-Unterricht gibt und 2. Vorsitzende von „Clowns ohne Grenzen, Deutschland“ ist – trat auch schon in Rumänien, Indien, Nepal und der Türkei auf. Heuer will sie unbedingt wieder in den Iran. Doch erst geht’s auf Bayern-Tour: In rund 25 Kinos wird sie „Joy in Iran“ mit Steffen vorstellen, auch ein Gespräch für die Böll-Stiftung in Rostock ist geplant. Anstrengender Ausnahmezustand also. „Aber ich freue ich wahnsinnig, das den Leuten näherbringen zu dürfen.“

Zu sehen ist „Joy in Iran“ vom 17. bis 30. Januar im „Starlight“-Kino in Weilheim (mit persönlicher Präsentation durch Susie Wimmer und Walter Steffen am Dienstag, 22. Januar, um 20 Uhr; Info: Telefon 0881/90 11 410) – und vom 19. bis 23. Januar im „KinoP“ in Penzberg (mit Präsentation durch Wimmer und Steffen am Samstag, 19. Januar, 18 Uhr; Info: Telefon 08856/8020 882).

Magnus Reitinger

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