Derzeit geschlossen ist das KinoP in der Bichler Straße. Noch kommt es zwar ganz gut durch die Krise. Der Plan zum Bau eines dritten Saals ist aber vorerst gestorben.
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Derzeit geschlossen ist das KinoP in der Bichler Straße. Noch kommt es zwar ganz gut durch die Krise. Der Plan zum Bau eines dritten Saals ist aber vorerst gestorben.

Derzeit keine fianziellen Probleme

KinoP trotzt der Coronakrise

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Seit Wochen müssen die Kinos geschlossen bleiben, und ein Ende des zweiten Lockdowns ist nicht in Sicht. Beim KinoP hilft man sich mit Optimismus durch die Krise. Die Existenz des kleinen Penzberger Programmkinos scheint derzeit aber nicht gefährdet.

Penzberg – Schon Mitte März bis Mitte Juni vergangenen Jahres mussten die Kinos in Bayern coronabedingt geschlossen bleiben. Über den Sommer galten dann strikte Abstandsregeln für die Besucher. Für das KinoP bedeutetet das: maximal 35 Besucher im großen Saal, der eigentlich Platz für 117 Kinogänger bieten würde, sowie höchstens zwölf Zuschauer im kleinen Saal, der eigentlich für 34 Zuschauer ausgelegt ist. Und jetzt ist das kleine Kino an der Bichler Straße wieder komplett geschlossen.

Davon runterziehen lässt sich Markus Wenzl aber nicht. „Abgesehen davon, dass wir darauf brennen wieder arbeiten zu dürfen und Kino zu machen, geht es ganz gut“, beschreibt der Kinobetreiber die aktuelle Stimmungslage bei ihm, seiner Frau Claudia und den Mitarbeitern und ergänzt: „Es fühlt sich wie ein ungewollter vorzeitiger Ruhestand an.“

Finanzielle Probleme habe das kleine Kino dank der November-Hilfen derzeit keine. Auch die Preisgelder aus dem Sommer würden dazu genutzt, den Fortbestand des Kinos zu sichern. Wie berichtet, wurde das Penzberger Lichtspielhaus vom Film-Fernseh-Fonds Bayern (FFF Bayern) im August mit einer Programm-Prämie in Höhe von 10 000 Euro für sein „herausragendes Programm“ ausgezeichnet. Ursprünglich hatte das Ehepaar Wenzl überlegt, das Geld in den Bau eines dritten Kinosaals zu investieren, da die benachbarte Tanzschule aufhörte, aber: „Das ist erst einmal ad acta gelegt“, so Wenzl. Angesichts des zweiten Lockdowns sei er froh, dass die Erweiterungspläne noch nicht angepackt wurden. Das wäre jetzt katastrophal. So jedoch komme das Kino dank der staatlichen Hilfen und der Preisgelder derzeit ganz gut durch die Krise. Auch Gutscheine würden noch verkauft, wenn auch nicht mehr so viele wie während des ersten Lockdowns. Die vier Mitarbeiter seien derzeit zwar in Kurzarbeit, sollen aber weiter beschäftigt werden.

Akut in Existenznot sei das KinoP „im Moment nicht“. Kleinen Programm-Kinos wie dem seinen gehe es derzeit sogar meist besser als den großen Multiplex-Häusern, denn: „Wir sind besser unterstützt.“ Die großen Kinos bekämen weniger Hilfen, da der Staat bei ihnen davon ausgehe, dass sie in den vergangenen Jahren durch das Zeigen großer Blockbuster ausreichend Rücklagen bilden konnten.

Auf die Frage nach einer möglichen Wiedereröffnung gibt sich Wenzl zuversichtlich. „Da bin ich ein Optimist.“ Er hofft, dass erste Filme schon im Februar gezeigt werden können, auch wenn er zugibt, dass April der weitaus realistischere Termin wäre. Aber wann auch immer genau: „Es geht schon mal wieder weiter.“

Dass dann Kino wie in den Vorjahren möglich sein wird, damit rechnet der Kinobetreiber aber nicht. Abstandsregeln müssten sicherlich auch nach der Wiedereröffnung noch eingehalten werden. Damit sind Besucherzahl und Einnahmen begrenzt.

Konkrete Pläne, welche Filme zum Start gezeigt werden sollen, könnten keine gemacht werden. „Das muss alles relativ spontan gehen“, sagt Wenzl. Eigentlich würde er gerne zunächst die Filme aus dem Vorjahr zeigen, die wegen der Schließung nicht mehr laufen konnten. „Bei einigen sind wir regelrecht abgewürgt worden.“ Ob das allerdings möglich sein wird, kann er nicht sagen, denn vielleicht werden manche dieser Filme dann schon als DVD erschienen sein. Gerne zu Beginn zeigen würde Wenzl den Streifen „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“. Der Film von Joseph Vilsmaier mit Michael Bully Herbig und Hape Kerkeling könnte das Publikum mal wieder zum Lachen bringen glaubt Wenzl. Schon nach dem ersten Lockdown sei die Lust der Menschen auf Kino groß gewesen. So werde es hoffentlich dieses Mal auch wieder sein.

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