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Yusuf Türkyilmaz und Marianne Fesl verfolgten die Aussagen genau.

Kleingärtner zu Gespräch eingeladen 

Stadt arbeitet an Lösungen für Breitfilz

Gibt es eine Zukunft für die Kleingarten-Anlage Breitfilz? Um darüber zu informieren, lud die Stadt die ehemaligen Pächter der Schrebergartenanlage nun zum Austausch ein. Dabei wurde klar: Veränderungen werde es zwar geben, aber Hoffnung gibt es auch.

Penzberg – Emotional aufgeladen war die Stimmung bei den vielen anwesenden ehemaligen Pächtern, die zu dem Treffen in den Sitzungssaal des Rathauses gekommen waren. Hier resümierte Stadtkämmerer Hans Blank, der für die städtischen Liegenschaften zuständig ist, zunächst die Historie der Ereignisse, die schließlich zum Erlass eines Verpachtungsverbots seitens des Landratsamtes geführt hatten. Wie Blank abschließend versicherte, seien die „Hauptziele“ die Aufhebung dieses Verpachtungsverbots sowie die Neuverpachtung der Parzellen.

Was den Weg dahin betrifft, gibt es indes noch viele Fragezeichen. Sicher ist laut Stadtbaumeister Justus Klement, dass die Stadt an ihrem Plan festhält, einen Bebauungsplan für das Areal aufzustellen und die Anlage so zu legalisieren. Einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss hatte der Stadtrat im Februar 2018 gefasst. „Er ist nicht zurückgenommen“, so Klement auf Nachfrage. Er geht davon aus, dass sich die hohen Kosten dafür von ursprünglich rund 750 000 Euro – die im Stadtrat für Abschreckung gesorgt hatten – deutlich reduzieren werden; unter anderem deshalb, weil nun weder eine Ringstraße noch eine Ringleitung auf dem Areal gebaut werden müssten, so Klement. Eine konkrete neue Summe könne man derzeit aber noch nicht nennen.

Der Moorgrund ist instabil

Klement geht außerdem davon aus, dass das notwendige Brandschutzkonzept bis Ende des Jahres vorliegen könnte. „Dann starten wir richtig.“ Anhand des Brandschutzkonzepts könne man dann den Bebauungsplan ausrichten. Ob dabei die Kleingarten-Anlage in ihrer bisherigen Größe erhalten werden kann, scheint indes fraglich, wie der mit der Sache beauftragte Rechtsanwalt Georg Krafft erläuterte. Denn da die Schrebergartensiedlung teilweise im Hochmoor liegt, ist die Lage äußerst diffizil; unter anderem aus naturschutzrechtlicher Sicht. Außerdem sei Moorgrund instabil, was das Anlagen von Wegen erschwere.

Dass möglicherweise die Parzellenzahl von derzeit rund 300 auf bis zu 150 reduziert werden und bestehende Parzellen darum verkleinert werden könnten, damit möglichst viele ehemalige Pächter wieder Flächen erhalten, sorgte bei den Anwesenden für Unmut. Wie Krafft sagte, könnten möglicherweise Zweidrittel des bisherigen Areals mit einem Bebauungsplan überplant werden.

Die Öfen sind ein Problem - und verboten

„Mit der Hütte auf dem Buckel umzuziehen wird schwierig“, meinte dazu eine Zuhörerin. Ebenso verärgerte die Aussage von Krafft die Anwesenden, dass es auch weiterhin nicht gestattet sei, die Öfen in den Hütten zu benutzen. Die Stadt müsse sich da an den Bescheid des Landratsamtes halten. Daran konnte auch der nachdrückliche Hinweis von Marianne Fesl, Sprecherin der ehemaligen Pächter, nichts ändern: Sie gab zu bedenken, dass viele Pächter viel Geld für die Ertüchtigung des Brandschutzes in ihren Häuschen ausgegeben hätten und ohne Heizen die hölzernen Hütten über den Winter Schaden nehmen werden. Außerdem deutete sie an, dass sich manch einer nicht an das Verbot halte.

Je länger es dauere, umso mehr verkomme alles, sagte Pächter-Sprecher Yusuf Türkyilmaz. Bis zu eineinhalb Jahre könnte es laut Zehetner noch dauern, bis der Stadtrat den Satzungsbeschluss für einen Bebauungsplan fassen könne. Und bei allem, so betonte Blank, habe das Landratsamt das letzte Wort.

Franziska Seliger

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