Am Penzberger Krankenhaus sind erstmals zwei Stationen zu Isolierbereichen umgewandelt worden.
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Am Penzberger Krankenhaus sind erstmals zwei Stationen zu Isolierbereichen umgewandelt worden.

Situation am Krankenhaus Penzberg

Zahl der Covid-19-Patienten steigt: Penzberger Klinik macht zweite Station zu Isolierbereich

  • vonWolfgang Schörner
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Das Penzberger Krankenhaus hat am Dienstag eine zweite komplette Station zum Isolierbereich umwandeln müssen. Die Zahl der Covid-19-Patienten, die in der Klinik behandelt werden, hat sich innerhalb eines Tages verdoppelt. Infizierte, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, werden aber weiter in andere Kliniken verlegt.

Penzberg – Seit Anfang November hatte das Penzberger Krankenhaus eine ganze Station als Isolierbereich vorgehalten, so wie es bereits im vergangenen Frühjahr der Fall war. Zwölf Zimmer stehen dort zur Verfügung, die vom restlichen Klinikbetrieb abgetrennt sind. So war es bis Montag. Nun hat das Penzberger Krankenhaus eine zweite komplette Station zum Isolierbereich umwandeln müssen. Das teilte ärztlicher Direktor Florian Brändle am Dienstag auf Nachfrage mit. Ihm zufolge werden – Stand Dienstagvormittag – 15 Covid-19-Patienten und fünf Verdachtsfälle am Penzberger Krankenhaus behandelt. Am Montag waren es noch sieben Covid-19-Patienten und sechs Verdachtsfälle – die erste Isolierstation war damit bereits voll belegt.

Klinik Penzberg: Noch keine Verlegung nach Lenggries

Aus dem Penzberger Krankenhaus wurden laut Brändle aktuell noch keine Patienten in die neue Quarantäneeinrichtung nach Lenggries verlegt. Diese Quarantäneeinrichtung an der Fachklinik für geriatrische Rehabilitation soll ab Dienstag die Krankenhäuser in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfrathsausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau entlasten. Sie nimmt Covid-19-Patienten auf, die normalerweise in einem Altenheim leben und nach ihrer stationären Behandlung keine akutmedizinische Betreuung mehr brauchen. Momentan habe man keine älteren Patienten, auf die das zutrifft, so Brändle, die also keiner akutmedizinischen Behandlung mehr bedürfen. Man prüfe das aber jeden Tag.

Klinik Penzberg: Intensivstation wird für andere Notfälle freigehalten

Auf der Intensivstation des Penzberger Krankenhaus liegen keine Covid-19-Erkrankten. Patienten, die invensivmedizinisch behandelt werden müssen, werden weiterhin in andere Krankenhäuser des Zweckverbands Oberland verlegt, zu dem die Landkreise Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen gehören. In den vergangenen Wochen habe man zwei oder drei Patienten verlegen müssen, so Brändle. Hintergrund für die Übereinkunft im Zweckverband ist, dass die kleine Intensivstation am Penzberger Krankenhaus – sie hat vier Intensivbetten und drei Überwachungsbetten – unter hygienischen Gesichtspunkten nicht so unterteilt werden kann, dass sowohl Covid-19-Patienten als auch andere Notfälle gleichzeitig versorgt werden können. Für eine zweite Intensivstation, so Brändle, hätte man zudem nicht das nötige Personal.

Die Penzberger Intensivstation werde für andere Notfälle freigehalten, so der ärztliche Direktor. Zum Beispiel für schwere internistische Fälle. Um dies zu gewährleisten, werden ihm zufolge seit wenigen Wochen planbare Operationen, bei denen Patienten im Anschluss unter Umständen intensivmedizinisch versorgt werden müssen, nicht mehr durchgeführt.

Krankenhaus Penzberg bereitet sich auf Impfungen vor

Nicht einfach ist die Situation auch für die Mitarbeiter in dem 100-Betten-Haus. Brändle spricht von einer „angespannten Situation“. Es sei körperlich wie mental ein deutlich größerer Aufwand. Frei zu machen über die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr ist kaum möglich. Im Notfall müssen Mitarbeiter ins Krankenhaus gerufen werden. Es sei „alles etwas enger“, man habe aber „keinen massiven Engpass“, sagt Brändle über die Personallage. Was Infektionen in den eigenen Reihen betrifft, habe man bisher Glück gehabt. Man versuche alles, dass es keine Ausbrüche gibt.

Wegen der bevorstehenden Impfungen ist die Penzberger Klinik in engem Kontakt mit dem Landratsamt. „Mit dem Thema beschäftigen wir uns seit zwei, drei Wochen“, erklärt Brändle. Es sei auch eine logistische Herausforderung. Der ärztliche Direktor rechnet damit, dass die Klinik-Mitarbeiter Anfang nächsten Jahres geimpft werden, und zwar direkt im Krankenhaus. Das heiße aber nicht, so Brändle, „dass wir bei uns Impfungen für die Bevölkerung vornehmen können“. Dafür gebe es die Impfzentren. „Es wäre aber schön“, fügt er an, „wenn sich möglichst viele Menschen impfen lassen, weil wir so die Möglichkeit haben, das Virus klein zu bekommen“.

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