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Die Ärzte Dr. Sebastian Zuber, Prof. Dr. Christoph Anthuber und Dr. David Sailer.

Penzberger Klinik eröffnet Beckenboden-Zentrum

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Das Krankenhaus in Penzberg erweitert mit einem Beckenboden-Zentrum sein Angebot. Dort arbeiten künftig Spezialisten verschiedener Disziplinen eng zusammen.

Penzberg - In dem neuen Beckenboden-Zentrum am Penzberger Krankenhaus arbeiten Spezialisten verschiedener Disziplinen eng zusammen, wenn es um Blasenschwäche und ähnliche Funktionsstörungen des Beckenbodens geht. Bisher gebe es kein derartiges Beckenboden-Zentrum im Münchner Süden, erklärte Prof. Dr. Christoph Anthuber bei der Präsentation des neuen Angebots. Die Penzberger kooperieren dabei mit dem Klinikum Starnberg. Der Name: „Beckenbodenzentrum Starnberg-Penzberg“.

Gynäkologe Anthuber ist Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Starnberg und selbst Spezialist für die Beckenboden-Thematik. Er bildet mit dem Gynäkologen Dr. Sebastian Zuber und dem Urologen Dr. David Sailer, die beide ihre Praxis auf dem Penzberger Krankenhaus-Gelände haben, den harten Kern in Penzberg. Das Netzwerk ist aber weit größer und beinhaltet Neurologen, Radiologen, Proktologen, Physiotherapeuten und Hebammen – je nach Leidensbild werden sie zu Rate gezogen. Auch ein Endoskopie-Zentrum ist Teil des Netzwerks.

Laut Anthuber ist das gemeinsame Zentrum eine Folge der „Fusion“ der Kliniken in Penzberg und Starnberg. Seit fünf Jahren gehören die beiden Häuser zusammen.

Der Beckenboden ist der muskulöse Abschluss des knöchernen Beckens. Ist dessen Funktion gestört, hat dies unangenehme Folgen. „Es beeinträchtigt massiv die Lebensqualität“, sagt Anthuber. Betroffen seien Frauen und Männer. Typische Störungen sind ihm zufolge eine Blasenschwäche, eine Senkung des Beckenbodens oder auch Probleme, die Blase zu entleeren. Zum Beispiel, wenn beim Mann die Prostata zu groß ist. Auch der anale Schließmuskel kann betroffen sein. Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Lebensalter.

„Es ist ein großes Tabuthema“, sagt Gynäkologe Zuber. „Man spricht nicht darüber.“ Dennoch bekomme ein Drittel der Frauen Senkungs- und Inkontinenzprobleme, so seine Schätzung. „Es ist wichtig, ihnen zu helfen.“ Häufiger als bisher geahnt, sind laut Zuber auch jüngere Frauen nach einer Geburt betroffen. Da herrsche ein hoher Leidensdruck.

Offiziell besteht das Beckenbodenzentrum am Penzberger Krankenhaus seit Anfang Juni. Erste Anlaufstelle ist dort David Sailer. Der Urologe zog im Januar mit seiner Praxis von der Karlstraße in das Klinikgebäude. Ein Beweggrund sei für ihn das geplante Beckenboden-Zentrum gewesen. Erfahrungen sammelte er früher schon in einer urologischen Klinik in Sigmaringen, in der ein derartiges Zentrum aufgebaut wurde. Die enge Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen sei sehr wichtig, sagt er. Auch für den Gynäkologen Sebastian Zuber waren die Pläne für ein Beckenboden-Zentrum ein Grund, mit seiner Praxis im Januar 2016 auf das Krankenhaus-Gelände umzuziehen. Untersucht werden Patienten mit Beschwerden zum Beispiel per Ultraschall, was beim Beckenboden relativ neu ist. Auch die Möglichkeit einer Blasendruckmessung ist nun in Penzberg möglich. Mittels Endoskopie werden Blase und Harnröhre zudem von innen untersucht. Komplexe Fälle, so Sailer, würden interdisziplinär diskutiert, um eine Therapie zu finden – zum Beispiel eine spezielle Beckenbodengymnastik, Medikamente, eine ambulante Behandlung oder eine Operation, die auch am Penzberger Krankenhaus durchgeführt werden kann.

Das neue „Beckenbodenzentrum Starnberg-Penzberg“ ist auch Thema des nächsten Vortrags in der Reihe „Penzberger Sprechstunde“ am Mittwoch, 21. Juni, ab 19 Uhr im Veranstaltungsraum der Penzberger Klinik. Der Eintritt ist frei.

Für das Beckenboden-Zentrum in Penzberg können über die Frauenklinik des Klinikums Starnberg vereinbart werden: Telefon 08151/182310. Die Spezialsprechstunden im Penzberger Krankenhaus sind montags und donnerstags von 13 bis 16 Uhr.

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