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Zwei neue Chirurgen in Penzberg: Dr. Susanne Rogers (3.v.l.) und Dr. Jan Mehler (4.v.l.). Vorgestellt wurden sie vom ärztlichen Direktor Dr. Florian Brändle (r.), Klinik-Geschäftsführer Claus Rauschmeier (l.) und Chef-Chirurg Dr. Rainer Miksch (2.v.l.).

Penzberger Klinik: Zwei Spezialisten füllen eine Lücke

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Das Krankenhaus in Penzberg hat auf einen Schlag zwei erfahrene Spezialisten hinzugewonnen: die Bauch- und Tumorchirurgin Dr. Susanne Rogers (50) sowie den Bauchchirurgen Dr. Jan Mehler (41). Die Klinik setzt große Hoffnungen in die beiden Ärzte: Sie füllen eine Lücke.

Penzberg – Die beiden Chirurgen Susanne Rogers und Jan Mehler arbeiten seit Anfang Juli am Penzberger Krankenhaus. Rogers ist neue Leiterin der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie (Bauchchirurgie), Mehler neuer Oberarzt in dieser Abteilung. „Es ist ein Glückstreffer, dass wird die beiden bekommen haben“, sagt Dr. Florian Brändle, ärztlicher Direktor und Chefarzt der Inneren Medizin. Sie würden am Krankenhaus die Lücke in der Bauchchirurgie füllen. Diese Viszeralchirugie wolle man aufbauen. Was, so Brändle, Hand in Hand gehe mit der bereits starken Gastroenterologie an der Klinik, ein Bereich der inneren Medizin, der sich mit dem Magen-Darm-Trakt befasst. Auch die Proktologie, bei der es um die Erkrankung des Enddarms geht, könne nun am Haus wieder aktiviert werden – laut Brändle auch ein wichtiger Baustein für das Beckenbodenzentrum, an dem die Proktologie bislang fehlte.

Susanne Rogers ist zudem eine erfahrene Tumorchirurgin. „Sie bietet Operationsverfahren an, die es bei uns bisher nicht gab“, sagt Brändle. „Mit den beiden Spezialisten geht es für das Krankenhaus und die Hauptabteilung weiter aufwärts“, pflichtet Dr. Rainer Miksch, Chefarzt der Chirurgie, bei. „Das bringt uns nach vorn.“

Sie sei gekommen, weil in Penzberg „die Energie vorhanden ist, etwas aufzubauen, etwas Neues zu wagen mit einem motivierten Team“, sagt Susanne Rogers. „Ich habe Lust dazu“, so die vierfache Mutter, die schon ein Enkelkind hat. Die gebürtige Münchnerin, die lange in Hausham wohnte und jetzt in Bichl lebt, arbeitete zunächst zehn Jahre am städtischen Klinikum in München-Harlaching. 2012 wechselte sie an das Krankenhaus Agatharied. Dort baute sie das onkologische Zentrum mit auf. Im Dezember 2017 sei es gelungen, es als Darmkrebszentrum zu zertifizieren, erzählt sie. Ihren Schwerpunkt sieht sie in der onkologischen Darmchirurgie, sowohl minimalinvasiv als auch invasiv. Sie operiert aber das ganze Spektrum der Bauchchirurgie.

Bei der Tumorbehandlung gebe es eine Vielzahl von Möglichkeiten, erklärt Rogers. Wichtig sei ihr, im persönlichen Austausch mit dem Patienten und den Angehörigen die beste Therapie zu finden. „Eine von außen übergestülpte Medizin ist nicht sinnvoll und auch nicht erfolgversprechend“, sagt sie. Ein zweiter Punkt, der ihr wichtig ist: die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen. „Ich glaube nicht an hierarchische Strukturen, sondern an Teamarbeit“, so Rogers. „Wir müssen uns mit Kompetenz bewähren, nicht mit Titeln.“ In Agatharied gibt es sogenannte Tumorkonferenzen, in denen sich die Disziplinen austauschen. So etwas, sagt Brändle, wolle man auch für Penzberg im Klinik-Konzern aufbauen.

Erfahrungen mit Tumorkonferenzen hat auch Jan Mehler. Der neue Oberarzt, geboren in der schwäbischen Alb, arbeitete zuerst im Klinikum rechts der Isar in München, wo es ein Tumortherapiezentrum gibt. „Interdisziplinäre Zusammenarbeit war uns ganz wichtig“, sagt der Vater dreier Söhne. 2009 wechselte der Chirurg zum Rotkreuzklinikum in München. Dort arbeitete er in der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und minimalinvasive Chirurgie. Als „sehr reizvoll“ bezeichnet er die Aufgabe, in Penzberg „mit motivierten Leuten etwas aufzubauen“. Er schätze schon nach den ersten zwei Wochen, was „kleinere Häuser an Kompetenz und an Interdisziplinarität ohne Rücksicht auf Titel zu bieten haben“.

Und wie konnte die Klinik die beiden Spezialisten angesichts des Fachkräftemangels nach Penzberg lotsen? Geschäftsführer Claus Rauschmeier erzählt, dass es Häuser gibt, die Ablösesummen zahlen. „Das ist aber ein Strohfeuer“, sagt er. Die Menschen wollen als Persönlichkeit wahrgenommen werden und Wertschätzung im Team erhalten. Penzberg, so Rauschmeier, hebe sich da von anderen Häusern ab.

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