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An der Kinotheke: Popcorn in unbeschichteten Tüten, Stroh-Trinkhalmen und Glasbehältern mit Süßigkeiten.

Müllvermeidung

Knabbereien im Bambus-Schälchen - Penzberger Kino setzt auf „Unverpackt“

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Es waren Filme über schmelzende Pole und vermüllte Meere, die bei den Penzberger Kinobetreibern Claudia und Markus Wenzl das Fass zum Überlaufen brachten. Sie nennen ihr Filmtheater jetzt „Unverpackt-Kino“.

Penzberg – Es waren Filme über schmelzende Pole und vermüllte Meere, die bei den Penzberger Kinobetreibern Claudia und Markus Wenzl das Fass zum Überlaufen brachten. Diese Filme hatten sie im KinoP in ihrer Reihe „Patientin Erde – Krankheit Mensch“ gezeigt. „Wir können nicht solche Filme spielen und einfach unverändert weitermachen“, erklärt das Ehepaar nun einer Mitteilung. Ihre Konsequenz: Sie wollen nun ein „Unverpackt-Kino“ sein, in Anlehnung an die „Unverpackt-Läden“, die ohne Einwegverpackungen auskommen. Es habe im KinoP schon bisher Getränke in Glas- statt Plastikflaschen gegeben, ebenso Popcorntüten aus unbeschichtetem Papier, so die Kinobetreiber. Allerdings hätten der Verkauf von Gummibärchen, Chips und Co. sowie die Plastiktrinkhalme für große Mengen Plastikmüll gesorgt. Diese Artikel, so Claudia und Markus Wenzl, enthielten außerdem „fast immer Palmöl, für dessen Anbau indigene Bevölkerungsgruppen in Indonesien brutal vertrieben werden“.

Die Kinobetreiber wollen eigenen Worten nach in Zukunft auf ein „palmölfreies Sortiment“ achten. Ebenso wollen sie Süßigkeiten und Knabbereien in großen Gebinden offen aufbewahren sowie in „wiederverwendbare und spülmaschinenfeste Schälchen und Becher aus Bambus oder Papiertüten“ abfüllen. Besucher könnten auch ihr eigenes Gefäß mitbringen. Einkaufen wollen sie „größtenteils in Bio-Qualität und möglichst regional“. Die Trinkhalme seien fortan aus „Stroh von Bio-Roggen, der in Oberbayern angebaut wird“. Kaffee gebe es nur in Porzellan- und Bambusbechern. Als Clou bezeichnet das Ehepaar die Tortilla-Chips: „Sind sind aus einer alten bayerischen Maissorte, dem Alpenfex, von einem oberbayerischen Bio-Bauern angebaut und nur mit Pflanzenöl und Salz verarbeitet“.

Ob das KinoP tatsächlich das „erste Unverpackt-Kino“ ist, wie es in ihrer Mitteilung heißt, möchte Markus Wenzl aber nicht beschwören. Darüber werden keine Listen geführt. In Bayern, sagt er, kenne er allerdings kein anderes. Vielleicht, so Wenzl, könne man aber für andere Kinos ein Vorbild sein.

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