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In Penzberg wird es - anders als hier in Haar - keine Sicherheitswacht geben.

Knappes Nein zu Sicherheitswacht in Penzberg

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In Penzberg wird es keine Sicherheitswacht geben. Die Entscheidung fiel im Stadtrat denkbar knapp mit 10 zu 9 Stimmen. Da nutzte es auch nichts, dass Penzbergs Polizeichef Jan Pfeil die 62-jährige Heidi Schrödl mitgebracht hatte.

Penzberg - Hilfssheriff, Bürgerwehr, Polizei-Ersatz – diese Worte sind oft zu hören, wenn über eine Sicherheitswacht diskutiert wird. In Penzberg ist das nicht anders. Heidi Schrödl möchte sich allerdings nicht so abstempeln lassen. „Ich will kein Hilfssheriff sein“, sagt sie. „Wir sind für die Bürger da.“ Seit fünf Jahren gehört sie der Sicherheitswacht in Schongau an. Der Penzberger Polizeichef Jan Pfeil hatte sie diese Woche in die Stadtratssitzung mitgebracht, damit sie dort über ihre Arbeit berichtet.

Anfangs sei man in Schongau skeptisch gewesen, erzählte Heidi Schrödl. „Mittlerweile werden wir aber gern gesehen.“ Die Sicherheitswacht sei in Schongau in der Altstadt ebenso unterwegs wie auf Spielplätzen, am Grillplatz, beim Stausee, an der Tankstelle und in Wohngebieten. Man achte darauf, dass alles sauber sei, man rede mit Jugendlichen oder Betrunkenen, ohne zu provozieren, rufe auch mal den Rettungsdienst und sei ständig mit der Polizei verbunden. „Wir jagen keine Verbrecher“, so Heidi Schrödl, die zwar ein Pfefferspray dabei hat, es aber noch nie benutzen musste. „Ich war noch nie in einer Situation, in der ich Angst hatte.“ Laut Polizeichef Pfeil geht es bei der Sicherheitswacht um Präsenz, gerade in der dunklen Jahreszeit. „Man hat mehr Augen auf der Straße“, sagte er. Die Polizei würde geeignete Bewerber aussuchen und schulen, warb Pfeil.

Die Mehrheit im Penzberger Stadtrat überzeugte das jedoch nicht. Die Fraktionen von SPD und Grünen stimmten mit Nein, während CSU, BfP, der einzige anwesende „Freie Fraktion“-Vertreter Michael Kühberger sowie Bürgermeisterin Elke Zehetner für eine Sicherheitswacht waren. Was am Ende ein knappes 10 zu 9 bedeutete.

„Wir sehen in Penzberg keinen Handlungsbedarf“, sagte Markus Kleinen für die SPD-Fraktion. Die Stadt sei sicher und es gebe keinen Vandalismus. Eine Sicherheitswacht, sagte er, schaffe dagegen „ein Klima des Misstrauens“. Und die Staatsregierung, so Kleinen, versuche nur, die Aufgabe auf die Kommune abzuwälzen, anstatt die Polizei mit weiteren Planstellen auszurüsten. Ähnlich argumentierte Dr. Johannes Bauer (Grüne). Hoheitliche Aufgaben würden ausgelagert, weil die Polizei unterbesetzt sei, erklärte er. Zu der Schongauerin Heidi Schrödl sagte Bauer zwar, es sei „ehrenwert“, was sie mache. Zugleich stellte er aber die Frage: „Wen bekommen wir?“ Oder wie es dessen Grünen-Kollegin Dr. Kerstin Engel („Mir fällt die Entscheidung sehr schwer“) ausdrückte: „Ich wäre glücklich, wenn wir lauter Frau Schrödls kriegen würden.“ Sie glaube aber nicht, dass das gelingt.

Für die Sicherheitswacht sprach sich die CSU aus. Man müsse am Sonntag in der Früh nur mal durch die Stadt oder zum Grillplatz gehen und sehen, wie es da ausschaue, sagte Ludwig Schmuck, der sich einen Seitenhieb auf die Grünen nicht verkneifen konnte: „Es wundert mich, dass die Grünen sagen, wir hätten zu wenig Polizei; ich weiß noch als sie geschrien haben, wir hätten einen Polizeistaat.“ Für einen Versuch sprachen sich ebenso Michael Kühberger („Es soll keiner sagen, wir hätten keinen Vandalismus“) von der „Freien Fraktion“ wie Rüdiger Kammel und Manfred Reitmeier (beide BfP) aus. Bürgermeisterin Zehetner hielt sich in der Diskussion zwar zurück, stimmte aber ebenfalls mit Ja. Am Ende fehlten jedoch zwei Stimmen zur Mehrheit.

In Penzberg scheiterte damit ein zweiter Versuch. Nach einer Serie von Sachbeschädigungen hatte der Stadtrat vor sieben Jahren beschlossen, eine Sicherheitswacht einzuführen. Bei der Kandidatensuche durch die Polizei meldeten sich jedoch nur vier Leute, von denen zwei als ungeeignet aussortiert wurden und einer wieder absagte. Der verbliebene Mann war zu wenig. In Bayern gibt es Sicherheitswachten in 133 Kommunen (Stand Juli 2017); die einzige im Landkreis Weilheim-Schongau läuft in Schongau Streife. Eine weitere Sicherheitswacht startet dieser Tage in Wolfratshausen.

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