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Ludwig Schmuck (re.) trägt den Kittel des Bergknappenvereins Penzberg, obwohl das Modell im Namen der „Huadara“ aufgestellt wurde. „Das sehe ich nicht als Fehler“, sagt er. 

Erster Vorsitzender soll abgewählt werden

Knatsch im Bergknappenverein Penzberg - am Samstag geht es hart auf hart

In der Vorstandschaft des Bergknappenvereins Penzberg kriselt es gewaltig. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am kommenden Samstag soll Erster Vorsitzender Ludwig Schmuck abgewählt werden. Der gibt sich kämpferisch.

Penzberg– Seit Januar 2017 führen Ludwig Schmuck als Erster Vorsitzender und Nikolaus Lutz als sein Stellvertreter den Penzberger Traditionsverein. Laut Lutz war es nie eine harmonische Zusammenarbeit zwischen den beiden Männern. „Es war ein unheimlich schwieriges Arbeiten“, so der 84-Jährige.

Der ehemalige CSU- und BfP-Stadtrat wirft Schmuck zahlreiche Verfehlungen vor. Unter anderem habe Schmuck mehrmals gegen die Vereinssatzung verstoßen sowie das Adressenmaterial des Vereins für private Zwecke „missbraucht“. Dass Lutz nun die Abwahl Schmucks als Vorsitzendem vorantreibt, liegt in erster Linie an dem Förderturm-Modell, das im Oktober vergangenen Jahres an der Haupteinfahrt zur Firma Roche aufgestellt wurde. Die Idee zu diesem Projekt hatte Schmuck. Und das sei auch eine gute Idee gewesen, betont Lutz. 

Zoff im Bergknappenverein: „Wir fühlen uns verarscht und verschaukelt“

Er wirft Schmuck allerdings vor, dieses Projekt im Alleingang durchgezogen zu haben. Der Bergknappenverein habe von den Plänen viel zu spät erfahren. „Hinter unserem Rücken“ habe Schmuck Details zum Projekt mit der Firma Roche und HAP verhandelt. Zu guter Letzt sei das Modell auch nicht im Namen der Bergknappen aufgestellt worden, wie vom Verein angenommen, sondern im Namen der „Huadara“.

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Auch von diesem Verein ist Schmuck Erster Vorsitzender. „Wir als Bergknappenverein fühlen uns verarscht und verschaukelt“, sagt Lutz. Mehrfach habe er das Gespräch mit Schmuck gesucht. Dieser sei jedoch zu vereinbarten Terminen mitunter gar nicht erschienen.

Zoff im Bergknappenverein: Schmuck weist Vorwürfe rigeros zurück

Schmuck indes sieht sich als Initiator des „Förderturm“-Projekts und betont, dass weder dem „Huadara“-Verein noch den Bergknappen Kosten entstanden seien, da das Modell von der Lehrwerkstatt der Firma HAP gebaut worden sei. Roche habe unter anderem die Kosten für das Fundament übernommen. All das habe er organisiert.

Das Porto für die Einladungen habe er aus eigener Tasche bezahlt. Aber ja, sagt Schmuck, das Förderturm-Modell sei vom „Huadara“-Verein aufgestellt worden. Denn der Verein habe bereits zuvor Gedenksteine in verschiedenen Ortsteilen errichtet. Der Nonnenwald sei auch ein Penzberger Ortsteil und sollte auch einen Gedenkstein bekommen. Anlässlich der 100-Jahr-Feier des Nonnenwaldschachts habe ein Förderturm-Modell aber besser gepasst. 

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„Ich bin mir keiner Schuld bewusst“, sagt Schmuck und betont, er werde zur Versammlung am kommenden Samstag, 18. Mai, um 15 Uhr im Restaurant „Da Carmelo“ erscheinen und zu Lutz‘ Vorwürfen Stellung nehmen. Viele Bergknappen hätten ihn in den vergangenen Tagen ermutigt, nicht zurückzutreten.

Sollte Schmuck von den Mitgliedern abgewählt werden, will Lutz selbst als Vorsitzender kandidieren. Potentieller Stellvertreter wäre der ehemalige CSU-Ortsvorsitzender Michael Haas. Er soll – so Lutz‘ Pläne – nach einer Phase der Einarbeitung den Vereinsvorsitz übernehmen.

VON FRANZISKA SELIGER

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